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Ein Thurgauer Arzt kritisiert die Zahlungen der Pharmaindustrie

Manche Ärzte nehmen Spenden von Pharmafirmen entgegen. Thurgauer Ärzte erhielten so 2015 und 2016 Beträge von einigen hundert bis mehreren tausend Franken. Der Freidorfer Hausarzt Bernhard Wälti hält sich von den Spenden fern – so gut er kann.
Der Freidorfer Arzt Bernhard Wälti, ehemaliger SP-Kantonsrat. (Bild: PD)

Der Freidorfer Arzt Bernhard Wälti, ehemaliger SP-Kantonsrat. (Bild: PD)

Pharmafirmen beteiligen sich finanziell an der Weiterbildung der Ärzteschaft. Ihre Meinung?

Ich empfinde das als störend. Wenn Ihnen jemand etwas gibt, sind Sie ihm verpflichtet.

Nehmen Sie nichts an?

Ich distanziere mich von den Vertretern der Pharmaindustrie, seit ich 1995 meine Praxis aufgemacht habe. Ich empfange sie nur, wenn ich zu einem Medikament Fragen habe. Mein Personal hat strikte Anweisungen, niemanden einzulassen, keine Termine an Vertreter zu vergeben.

Sind denn viele unterwegs?

Ja, sie rufen immer wieder an. Häufig laufen sie einfach herein und möchten einen Termin, den sie aber nicht erhalten.

Meiden Sie Kongresse, die von Pharmafirmen gesponsert werden?

Nein, das geht nicht. Wir Ärzte müssen pro Jahr 80 Stunden Weiterbildung nachweisen. Ich besuche deshalb jedes Jahr zwei dreitägige Kongresse in Arosa und in Luzern. Die Kosten zahle ich selber. Da kommt einiges zusammen. Der Eintritt beträgt beispielsweise in Luzern 280 Franken. Ohne die Beiträge der Pharmafirmen wäre er wohl teurer. Das Problem ist, dass die Firmen dafür sehr präsent sind. Die Veranstalter könnten sich aber überlegen, wie sie ihre Kosten senken könnten. Statt das KKL, wo es sehr schön ist, könnte man einen billigeren Tagungsort wählen. Dann gibt es jeweils Nebenveranstaltungen, Goodies und sonstige Geschenke werden verteilt. Ich mache da nicht mit.

Pharmafirmen veröffentlichen die Namen der Ärzte, die sie unterstützt haben. Ist das nicht sinnvoll?

Die Namen der Empfänger werden nur veröffentlicht, wenn diese zustimmen. Wer wird da zustimmen wollen? Das ist nicht transparent. Die Bestimmungen, um den Einfluss der Pharmafirmen zu unterbinden, sind viel zu lasch. Es gäbe noch viel zu sagen über die Kosten im Gesundheitswesen. Dass die Pharmafirmen zum Beispiel ein grosses Interesse haben, die teuren Originale an Spitäler und an Ärzte zu verkaufen. Gibt das Spital beim Austritt dem Patienten das Original mit, muss man häufig als Hausarzt nachziehen oder mühsam umstellen. Viele Patienten verstehen das nicht.

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