Für den Münchwiler des Jahres sind solche Auszeichnungen eigentlich eine Schnapsidee

An der Münchwiler Neujahrsbegrüssung ehrte die Gemeinde Paul Bernet für sein Engagement. Der heute 79-Jährige hatte vier Jahrzehnte lang die unterschiedlichsten Präsidien inne.

Christoph Heer
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Der Frisch gekürte Münchwiler des Jahres Paul Bernet mit Gemeinderat Manfred Filliger. (Bilder: Christoph Heer)

Der Frisch gekürte Münchwiler des Jahres Paul Bernet mit Gemeinderat Manfred Filliger. (Bilder: Christoph Heer)

«Die wichtigsten Personen arbeiten stets im Hintergrund. Nur dank ihnen gibt es Gremien, Vereine und Institutionen, die so hervorragend funktionieren», sagt Paul Bernet – und der frischgekürte Münchwiler des Jahres ergänzt, dass er solche Preisverleihungen eigentlich für eine Schnapsidee hält. «Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht, aber diese Auszeichnung – Schnapsidee hin oder her – freut mich doch sehr.»

«Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht, aber diese Auszeichnung – Schnapsidee hin oder her – freut mich doch sehr.»

Der Münchwiler des Jahres ist ein bekannter und beliebter Mitmensch, wird als Brückenbauer bezeichnet, als Macher und treibende Kraft. Unzählige Superlative nennt man in einem Satz, wenn von ihm die Rede ist. Völlig überrascht zeigt sich der 79-Jährige, als an der Neujahrsbegrüssung am Sonntagabend sein Name aufgerufen wird.

Gemeinderat Manfred Filliger ist es einmal mehr gelungen, sich hinter dem Rücken des Preisträgers die nötigen Informationen zu holen, um es an der Verkündung möglichst spannend zu machen. Dazu hat er die drei Söhne und die Ehefrau, mit welcher der neue Münchwiler des Jahres schon 56 Jahre verheiratet ist, mit ins Boot geholt.

Dank Beruf und Liebe im Hinterthurgau

Die Laudatio von Filliger hätte noch länger dauern können. Derart grosses Engagement hat der Gewinner in den vergangenen Jahrzehnten und in unterschiedlichsten Gremien an den Tag gelegt. Präsidentenämter hat er innegehabt, zusammengezählt und vereinsübergreifend über 40 Jahre lang.

«Dass mein Mann diese Auszeichnung erhält, macht auch mich stolz.»

Noch heute, aber nur noch bis Ende Januar, präsidiert er den Jahrgängerverein, zehn Jahre lang führte er den Musikverein Harmonie Münchwilen, über 20 Jahre dauerte seine Mitgliedschaft im hiesigen Schützenverein. Dazu kommen die Alterskommission, die FDP-Ortspartei, die evangelische Kirchenvorsteherschaft und weiteres mehr. Seine Frau bezeichnet ihn kurz und knapp als tollen Mann. «Dass mein Mann diese Auszeichnung erhält, macht auch mich stolz. Er ist definitiv mein Traummann, und ein friedlicher dazu», sagt Lore Bernet.

Dank seiner Arbeitsstelle bei der damaligen A. Sutter AG und der Liebe wegen ist der Münchwiler des Jahres, der in Klosters aufgewachsen ist, in Münchwilen sesshaft geworden. Nach Abschluss seiner kaufmännischen Ausbildung konnte er beruflich in Münchwilen Fuss fassen.

Gemeindepräsident Guido Grütter stösst mit Münchwilerinnen und Münchwilern auf das neue Jahr an.

Gemeindepräsident Guido Grütter stösst mit Münchwilerinnen und Münchwilern auf das neue Jahr an.

Als er vor 60 Jahren mit dem Zug das erste Mal im Hinterthurgau einfuhr, fragte er sich, wo er da bloss gelandet sei. «Was das hier für ein Kaff ist, schoss es mir durch den Kopf», sagt er lachend. «Doch rückblickend bin ich froh, diesen Zug genommen zu haben. Denn Münchwilen ist eine gute Wohngemeinde, darum engagiert euch in den Vereinen, diese sind nämlich die tragende Einheit einer funktionierenden Ortschaft.»

Ein integrierender Brückenbauer

Worte, die sowohl Gemeindepräsident Guido Grütter, Schulpräsident Lukas Weinhappl und alle Anwesenden wohlwollend aufgenommen haben. Manfred Filliger trifft mit einem Satz den Nagel auf den Kopf: «Seine Fähigkeit, integrierend zu wirken, half vielfach, Brücken zu bauen und damit eine Grundlage zu schaffen, Kompromisse zu erarbeiten. Danke und herzliche Gratulation, Paul Bernet!»