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Mammern: Eigenständig, weltoffen und visionär

Seit 25 Jahren ist Mammern politisch eine eigenständige Gemeinde. Das feierten am Samstag rund 350 Gäste im Rahmen eines stilvollen Festprogramms.
Margrith Pfister-Kübler
«Der lange Tisch» zur Jubiläumsfeier der Gemeinde Mammern erstreckte sich über 150 Meter. (Bild: Reto Martin)

«Der lange Tisch» zur Jubiläumsfeier der Gemeinde Mammern erstreckte sich über 150 Meter. (Bild: Reto Martin)

Vom Himmel gab es strahlenden Sonnenschein für das Fest zu einem Vierteljahrhundert Eigenständigkeit. Die Bahnhofstrasse wurde mit einem 150 Meter langen weissgedeckten Tisch auf rotem Teppich zur Festmeile. Regierungspräsidentin Cornelia Komposch gab sich die Ehre, ebenso Behördenvertreter der Nachbargemeinden Berlingen, Steckborn, Homburg, Herdern, Eschenz, Wagenhausen, Stein am Rhein und Oehningen (D) – und natürlich viele Mammermer. Der Andrang war schon zum Apéros immens, die Stimmung herzlich und heiter. «Ich bin überwältigt», sagte OK-Präsidentin Monika Ribi Bichsel. Die Freude war ihr anzusehen. Mit mehreren Anlässen übers Jahr verteilt wird das Jubiläum gewürdigt. «Der lange Tisch», eine Idee von Ehrenbürger und OK-Mitglied Emil Meier, kam an. Das Festmahl wurde rundum gelobt.

Regierungspräsidentin Cornelia Komposch blendete in ihrer Rede auf Veränderungen in der Welt zurück, von Goethe, Lenin, Berliner Mauer bis zum 29. Juni 1992, als der Grosse Rat des Kantons Thurgau die Eigenständigkeit der politischen Gemeinde Mammern genehmigte. «Mammern hat vor 25 Jahren eine Lanze für kleinräumige Gemeinden gebrochen», sagte Komposch und versicherte, dass sie Mammern immer als Einheit mit der Klinik Schloss Mammern wahrgenommen habe. Dieser Kampf für die Eigenständigkeit verdiene grossen Respekt: «Die Mammermer sind ein Völklein abseits und doch weltoffen und visionär.»

Das Konzert in der randvoll besetzten evangelischen Kirche mit David Lang und die Festansprache von Gemeindepräsident Hansjörg Lang bildeten weitere Höhepunkte. Tosender Applaus begleitete schon den Einmarsch von David Lang. Mit Hingabe griff er in die Tasten und liess seine starke Stimme erklingen. Der singende Poet und Liedermacher, ein echter Mammermer, unterhielt mit amüsanten Details, auch der Lang-Hund Bobby – benannt nach dem früheren Posthalter Bobby – wurde besungen. Langs Stimme und die eingängigen Lieder, immer mit einer Prise Humor, in Schwyzerdütsch und auch mal Schriftdeutsch, begeisterten das Publikum. Lang sang vom «langen Tisch», vom Dorfwappen, dem roten Löwen auf blauem Band, und von den Verdiensten der Gemeinde Mammern, wo Feste feiern verbindet, ja wo die Vereine und der Dorfgeist legendär sind, wo – so Lang – «zämeghebet wird».

Nur zwei Stimmen machten den Unterschied

Gemeindepräsident Hansjörg Lang führte in seiner Festrede vor Augen, wie knapp der Grosse Rat im Jahr 1992 dieser heute legendären Eigenständigkeit zustimmte. Lang liess Ehrengast Edi Minder aus Steckborn aufstehen und sagte: «Edi Minder, der Sozialdemokrat, war mein Grossratskollege, als über die Gemeinde Mammern diskutiert und über ihr Schicksal entschieden wurde.» Die Devise der Sozialdemokraten war: Keiner Gemeinde unter 2500 Einwohnern wird zugestimmt. Mammern hatte damals 560 Einwohner. «Edi Minder und sein Fraktionskollege Christian Tapfer aus Romanshorn, der leider verstorben ist, haben sich bei der entscheidenden Abstimmung dem Fraktionszwang der Sozialdemokraten widersetzt und haben für Mammern gestimmt. Sie waren das Zünglein an der Waage. Mit 55 Ja zu 53 Nein wurde für unsere Gemeinde entschieden. Ohne Edi Minder und Christian Tapfer wäre unsere Gemeinde nicht entstanden», sagte Lang.

Er rundete seine Festrede mit der Aufzählung der Leistungen der Gemeinde in den letzten 25 Jahren ab. Stolze Bilanz, zu der auch die Bauten des Mammermer Architekten Donatus Lauener zählen, wie die Schifflände, das Badihaus. Als Stärke von Mammern wertete Lang, dass die Menschen Verantwortung übernehmen und sich engagieren.

David Lang konzertierte in der Dorfkirche. (Bild: Reto Martin)

David Lang konzertierte in der Dorfkirche. (Bild: Reto Martin)

Vor allem die Kleinsten hatten Freude am dorfeigenen Quellwasser. (Bild: Reto Martin)

Vor allem die Kleinsten hatten Freude am dorfeigenen Quellwasser. (Bild: Reto Martin)

Mit dem Anlas "Mammern am langen Tisch" lud die Unterseegemeinde zum gemeinsamen Essen. (Bild: Reto Martin)

Mit dem Anlas "Mammern am langen Tisch" lud die Unterseegemeinde zum gemeinsamen Essen. (Bild: Reto Martin)

Musikalische Unterhaltung durfte freilich nicht fehlen. (Bild: Reto Martin)

Musikalische Unterhaltung durfte freilich nicht fehlen. (Bild: Reto Martin)

Mit dem Anlas "Mammern am langen Tisch" lud die Unterseegemeinde zum gemeinsamen Essen. (Reto Martin)

Mit dem Anlas "Mammern am langen Tisch" lud die Unterseegemeinde zum gemeinsamen Essen. (Reto Martin)

Gemeindepräsident Hansjörg Lang (Mitte) im Gespräch mit Ehrengast Edi Minder und Gemeinderätin Anita Dähler. (Bild: Reto Martin)

Gemeindepräsident Hansjörg Lang (Mitte) im Gespräch mit Ehrengast Edi Minder und Gemeinderätin Anita Dähler. (Bild: Reto Martin)

Die Gäste beim Essen am "langen Tisch". (Bild: Reto Martin)

Die Gäste beim Essen am "langen Tisch". (Bild: Reto Martin)

Der "lange Tisch" erstreckte sich über 150 Meter. (Bild: Reto Martin)

Der "lange Tisch" erstreckte sich über 150 Meter. (Bild: Reto Martin)

Der "lange Tisch" fand bei der Bevölkerung grossen Anklang. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Der "lange Tisch" fand bei der Bevölkerung grossen Anklang. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Auch Regierungsratspräsidentin Cornelia Komposch nahm am Anlass teil. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Auch Regierungsratspräsidentin Cornelia Komposch nahm am Anlass teil. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

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