Ehrung
«Who is Who»: Die 100 Thurgauer Persönlichkeiten 2020 sind gewählt – das sind die zwölf wichtigsten

Jährlich werden 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Sport und Gesellschaft im «Who is Who» der «Thurgauer Zeitung» geehrt. Es sind Personen, die beeindruckten, Aufmerksamkeit erregten. Zwölf von ihnen machten besonders von sich reden.

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(red) Das sind die zwölf wichtigsten Persönlichkeiten des diesjährigen «Who is Who» der Thurgauer Zeitung:

Genuss: Niklaus Knüsel [ 73 ]

Niklaus Knüsel ist Verwaltungsratspräsident des Hotels Drachenburg und Waaghaus in Gottlieben.

Niklaus Knüsel ist Verwaltungsratspräsident des Hotels Drachenburg und Waaghaus in Gottlieben.

Bild: Andrea Stalder

Als junger Mann hat Niklaus Knüsel Kreuzlingen zwar Richtung St.Gallen verlassen, die Verbindungen in die alte Heimat blieben aber stets lebendig. Immer wieder kehrt der gewandte Geschäftsmann zurück und wirkt an verantwortlicher Stelle: etwa als Kommandant Thurgauer Truppen oder im Stiftungsrat der Kartause Ittingen. Neuestes Herzensprojekt: Als Leader einer Gruppe engagierter und prominenter Thurgauer führt Knüsel die Gottlieber Drachenburg und das Waaghaus in eine renovierte und sodann prosperierende Zukunft.

Kultur: Katharina Ammann [ 47 ]

Romanshornerin Katharina Ammann ist die neue Direktorin des Aargauer Kunsthauses.

Romanshornerin Katharina Ammann ist die neue Direktorin des Aargauer Kunsthauses.

Bild: Chris Iseli / AGR

Das Aargauer Kunsthaus hat seit Juli eine neue Chefin. Über Künstler sagt die Romanshornerin: «Sie sind die Seismografen der Gesellschaft.» Ihren Bezug zum Thurgau will sie auch in ihrem neuen Job einbringen. Ammanns Mission ist es, im Museum in Zukunft mehr auf digitale Formate, etwa virtuelle Rundgänge, zu setzen. Auch das Thema Gleichberechtigung wird die nächsten Jahre das Aargauer Kunsthaus, in dessen Sammlung das vermeintlich schwache Geschlecht untervertreten ist, prägen.

Medien: Nathalie Wappler [ 52 ]

Die Kreuzlinger Nathalie Wappler ist SRF-Direktorin.

Die Kreuzlinger Nathalie Wappler ist SRF-Direktorin.

Bild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Fernsehen für alle. Das will Nathalie Wappler. Die gebürtige Kreuzlingerin sorgt mit ihrer Strategie für Aufsehen: Zahlreiche Sendungen will sie streichen, ebenso ­etliche Stellen. Die SRF-Direktorin muss durchgreifen: Sparen heisst das Programm. Ihr eigentliches Ziel: die Jungen erreichen. Dabei versucht die Hobbypianistin den Spagat gleich über mehrere Oktaven und muss auch einiges an Kritik einstecken. Hinter der strengen Brille steckt eine versierte Powerfrau, die das Kind schon schaukeln wird – oder sonst zur Beruhigung ein Liedchen auf dem Klavier zum Besten geben kann.

Newcomer: Cécile Mandefield-Stahlkopf [ 45 ]

Cécile Mandefield-Stahlkopf ist Geschäftsführerin der Regena AG in Tägerwilen, die homöopathische Heilmittel herstellt.

Cécile Mandefield-Stahlkopf ist Geschäftsführerin der Regena AG in Tägerwilen, die homöopathische Heilmittel herstellt.

Bild: Donato Caspari

Designer haben es eher nicht so mit Finanzen – möchte man meinen. Cécile Mandefield-Stahlkopf beweist das Gegenteil. Die diplomierte Designerin ist nämlich auch Finanzfachfrau. Und seit 2011 Geschäftsführerin des Familienunternehmens Regena AG in Tägerwilen. Die in Altnau wohnhafte Mandefield-Stahlkopf kann nicht nur rechnen und designen, sie kennt sich auch in der Kunst der Homöopathie aus – ihr Vater hat schliesslich die Firma, die sich auf die homöopathische Komplexmittel versteht, gegründet.

Originale: Sandra Kern [ 52 ]

Sandra Kern führt die Frauenfelder Gassenküche.

Sandra Kern führt die Frauenfelder Gassenküche.

Bild: Donato Caspari

Dank ihr bekommen bis zu 50 Personen, die es sich sonst kaum leisten könnten, jeden Mittwoch eine warme Mahlzeit – meist sogar einen Viergänger. Seit zehn Jahren führt die 52-jährige Sozialar­beiterin Sandra Kern die Gassenküche in Frauenfeld. Als die Institution während der ersten Coronawelle geschlossen bleiben musste, verteilte sie Masken und Gutscheine an ihre Schützlinge, um sie so zu unterstützen.

People: Luna Wedler [ 20 ]

An der Premiere des Schweizer Filmes «Blue my mind» mit «European Shootingstar» Luna Wedler in der Hauptrolle.

An der Premiere des Schweizer Filmes «Blue my mind» mit «European Shootingstar» Luna Wedler in der Hauptrolle.

Bild: Andrea Stalder

Was für eine Karriere! Vor drei Jahren spielte Luna Wedler das Mädchen Mia im Film «Blue my Mind» und wurde mit Preisen überhäuft. Jetzt, ein neuer Meilenstein: Sie hat die Hauptrolle in der Netflix-­Serie «Biohackers» ergattert. Das Talent bleibt in der Familie: Lunas Vater, ein Schönheitschirurg, lebt in ­Bottighofen. Das macht seine Tochter – die als Zürcherin firmiert – schon fast zur Thurgauerin. Für ihre Rolle als Medizinstudentin habe sie ihn oft um Rat gefragt. Einmal durfte sie sogar bei einer Operation dabei sein. Sicher im Thurgau.

Politik: Gabriel Macedo [ 31 ]

Der Stadtpräsident von Amriswil und beidfüssige Mittelfeld­spieler trägt jetzt die Kapitänsbinde der FDP Thurgau und geht mit neuer Parteistrategie in die Offensive.

Der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo vor dem Stadthaus.

Der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo vor dem Stadthaus.

Bild: Reto Martin

Politik: Dominik Diezi [ 47 ]

Der Arboner Stadtpräsident ist omnipräsent und darf sich als Gewinner im ausdauernden Seilziehen um das Historische Museums des Kantons fühlen.

Der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi.

Der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi.

Bild: Andrea Stalder

Politik: Roger Martin [ 52 ]

Er leitet als Stadtpräsident seit vergangenem Jahr die Geschicke von Romanshorn und versucht seitdem, die Bevölkerung hinter sich zu einen.

Roger Martin ist Stadtpräsident in Romanshorn.

Roger Martin ist Stadtpräsident in Romanshorn.

Bild: Donato Caspari

Sport: Luis Vetter [ 18 ]

Luis Vetter ist Snooker-Champion und wird jetzt Heizungsinstallateur.

Luis Vetter ist Snooker-Champion und wird jetzt Heizungsinstallateur.

Bild: Donato Caspari

Die Zukunft sah rosig aus für den Güttinger. Schweizer Meister im Snooker und den Blick scharf gerichtet auf die Billard-Profikarriere. Aufstehen – trainieren – schlafen. Dann kamen eine enttäuschende Europameisterschaft und Corona. Luis Vetter wurde bewusst, wie viel seiner Teenagerzeit er dem Erfolg untergeordnet hatte. Der Druck, Snooker-Profi zu werden, hatte ihn zerstört. Vetter schmeisst alles hin und schlägt einen profaneren Lebensweg ein. Der Güttinger bewirbt sich als Heizungsinstallateur. Respekt!

Wirtschaft: Stefan und Florian Müller [ 45/38 ]

Die Brüder Stefan und Florian Müller leiten die Frauenfelder Müller Gleisbau AG.

Die Brüder Stefan und Florian Müller leiten die Frauenfelder Müller Gleisbau AG.

Bild: Andrea Stalder

Ob Stefan und Florian Müller als Kinder mit Modelleisenbahnen gespielt haben, wissen wir nicht. Um ihren heutigen Job dürfte sie wohl aber so mancher eingefleischte Eisenbähnler beneiden: Die beiden Brüder leiten in dritter Generation die Frauenfelder Müller Gleisbau AG. Damit verlegen sie Schienen. Aber nicht nur. Ein Rettungsfahrzeug, das auf Strasse und Schiene fahren kann, gehört genauso zum Portfolio wie ein spektakulärer Böschungsmäher namens Graziella. Bubenträume auf Schienen, die obendrauf fast 400 Mitarbeiter beschäftigen.

Wissen: Michael Basler [ 46 ]

Michael Basler im Labor des Biotechnologie-Instituts Thurgau in Kreuzlingen.

Michael Basler im Labor des Biotechnologie-Instituts Thurgau in Kreuzlingen.

Bild: Reto Martin

Was er tut, ist für Aussenstehende schwer zu verstehen. Die Jury des Enggist-Forschungspreises hat davon so viel begriffen, dass sie Michael Basler zum diesjährigen Preisträger ernannt hat. Der ETH-Absolvent aus dem zürcherischen Wiesendangen erforscht die Ursache von Autoimmunkrankheiten. Nach Experimenten mit Mäusen an der Universität Konstanz, forscht er seit 2006 im Labor am Biotechnologie-Institut Thurgau in Kreuzlingen. Ein von ihm entwickeltes Medikament wird nun klinisch erprobt.