Ehemaliger Eishockey-Profi will in den Gemeinderat von Felben-Wellhausen

Ralph Ott und Stephan Laube stellten sich der Budgetversammlung als Kandidaten für den Gemeinderat vor. Gute Neuigkeiten gab es bei den Finanzen: Die Steuern sinken 2019 um zwei Prozentpunkte.

Stefan Hilzinger
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Ralph Ott und Stephan Laube wollen in den Gemeinderat. (Bild: Stefan Hilzinger)

Ralph Ott und Stephan Laube wollen in den Gemeinderat. (Bild: Stefan Hilzinger)

Ralph Ott begibt sich gern aufs Glatteis. Schliesslich war der 48-Jährige einst als Eishockeyprofi mit Davos Schweizer Meister. Nun bewirbt er sich um einen Sitz im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Felben-Wellhausen. Mit ihm zu Wahl stellt sich Stephan Laube (50).

Die beiden Kandidaten spielen nicht nur vom Alter her in der gleichen Liga, sie bringen auch einen vergleichbaren beruflichen Hintergrund mit, wie sie anlässlich der Vorstellungsrunde an der Budgetversammlung am Dienstagabend sagten. Sie sind gelernte Elektromonteure.

Elektroplaner und Immobilienmakler

Ott arbeitet heute als Elektroplaner bei einer Frauenfelder Firma. Laube hat sich vor einigen Jahren als Immobilienmakler und -bewerter selbstständig gemacht. Beide sind verheiratet und mehrfache Väter. Laube will das Ressort Soziales übernehmen, Ott die Werke.

Gemeindepräsident Werner Künzler gibt die Hoffnung nicht auf, dass auch für das dritte vakante Ressort (Sicherheit), sich jemand finden wird. «Die Frist zu Einreichung von Kandidaturen läuft ja erst am 17. Dezember ab», sagte Künzler, der 92 Stimmberechtigte (gut 5 Prozent) im Gemeindesaal begrüssen durfte.

Eine Steuersenkung liegt drin

Die Steuerrechnung fällt für die Felber und Wellhauser im nächsten Jahr etwas tiefer aus, als heuer. Die Versammlung stimmt dem Voranschlag und der Senkung des Steuerfusses von 54 auf 52 Prozent ohne Diskussion und einstimmig zu. Bei einem Gesamtaufwand von knapp acht Millionen Franken rechnet der Gemeinderat für 2019 mit einem Verlust von gut 366'000 Franken.

Dank genügend Eigenkapital und «weil kein Investitionsstau besteht», verkrafte die Gemeinde die Steuersenkung gut. Künzler ist auch deswegen vorsichtig optimistisch, weil das Steuersubstrat der Gemeinde in den kommenden Jahren dank Bevölkerungswachstum grösser werden dürfte. Er kündigte an, dass der Gemeinderat nun per Mitte Jahr einen Bau- und Werkverwalter anstellen möchte. Die zusätzlichen Lohnkosten seien im Budget vorgesehen.

Während der geheim dürchgeführten Einbürgerungen gibt es für die Stimmenzähler einiges zu tun.

Während der geheim dürchgeführten Einbürgerungen gibt es für die Stimmenzähler einiges zu tun.

Neuer Fussweg erschliesst Bahnperron

Im nächsten Jahr will die Gemeinde in den Bau eines Fusswegs auf der Südseite des Bahnhofs investieren. Der Weg erschliesst das neue Aussenperron für die Einwohner im Nordwesten von Felben. Vor einem Jahr stand zur Diskussion, die Bahnhofunterführung zu verlängern. Doch das wäre nach dem Umbau und dem Wegfall des Mittelperrons zu teuer geworden. Der Kredit von 370'000 Franken fand mühelos eine Mehrheit.
Keine Wortmeldungen, dafür umso mehr Arbeit für das Wahlbüro, boten die vielen Einbürgerungen. Schliesslich sprach sich eine klare Mehrheit für den Schweizer Pass für die Gesuchsteller aus Italien, Polen, dem Kosovo und Portugal aus.

Fernwärme für die Heuberghalle

Im Anschluss an die Budgetversammlung der Politischen Gemeinde führte Schulpräsidentin Andrea Küng durch die Traktanden der Schule. Die Schule rechnet für 2019 mit einem Verlust von rund 43'000 Franken bei einem Aufwand von 4,1 Millionen Franken. Der Steuerfuss verbleibt bei 63 Prozent. Die 69 versammelten Schulbürger folgten den Anträgen der Behörde einstimmig. Die Ausgaben der Schulgemeinde liegen 105'000 Franken über dem Budget 2018. Als Hauptgrund dafür nannte Küng die Schaffung einer zusätzlichen Klasse ab aktuellem Schuljahr.

Nennenswerte Investitionen plant die Behörde im kommenden Jahr in der Heuberghalle: So sollen dort und im Korridor des Schulhaus-Altbaus die Beleuchtungen ersetzt werden. Dies diene der Sicherheit und der Ökologie, weil stromsparende LED-Technik zu Einsatz komme. Der Kredit von 67'000 Franken war unbestritten. Unbestritten war auch der Anschluss der Heuberghalle an den örtlichen Wärmverbund und der Abbruch der alten Heizung für 75'000 Franken.

Fragen warfen die notwendigen Risssanierungen am Neubau im Umfang von 50'000 Franken. Die Risse seien die Folge von Setzungen, wie sie bei Neubauten vorkommen. Ingenieur und Architekt beteiligten sich laut Behörde zur Hälfte daran. (hil)