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Interview

Economiesuisse-Vize Hans Hess: «Mir gefällt im Thurgau die Direktheit der Menschen und die Schönheit der Natur»

Hans Hess, Vizepräsident von Economiesuisse, spricht im Vorfeld des Anlasses «Wirtschaft im Dialog» in Weinfelden über das Megathema «Digitalisierung» und seinen engen Bezug zum Thurgau.
Sebastian Keller
Hans Hess ist Vizepräsident von Economiesuisse und Präsident Swissmem; er kommt am 4. September nach Weinfelden. (Bild: PD)

Hans Hess ist Vizepräsident von Economiesuisse und Präsident Swissmem; er kommt am 4. September nach Weinfelden. (Bild: PD)

Hans Hess, was bedeutet Digitalisierung für Sie?

Die Digitalisierung begegnet mir in allen Lebensbereichen. Privat erleichtert sie mir die Kommunikation. Ich kann problemlos täglich mit meinen Kindern in Kontakt bleiben, auch wenn sie irgendwo auf der Welt unterwegs sind. Beruflich helfen mir diese Technologien, meine Arbeit möglichst effizient zu erledigen. Ohne Smartphone, Laptop und Internet wäre das heute kaum mehr möglich.

Wie ist Ihre Beziehung zu Robotern?

Unverkrampft. Die Industrie benutzt Roboter schon seit Jahrzehnten. Die Roboter integrieren sich aber immer besser in unser Arbeitsumfeld und es ist faszinierend zu sehen, was sie heute zu leisten im Stande sind.

Muss sich der Handwerker oder der Buchhalter vor der Digitalisierung fürchten?

Buchhalter und Handwerker wird es auch künftig brauchen. Aber die Digitalisierung wird viele Berufsbilder verändern und viele repetitive Arbeiten übernehmen. Fürchten muss man sich deswegen nicht. Aber jeder berufstätige Mensch muss sich mit den neuen Technologien auseinandersetzen und sich adäquat weiterbilden. Weiterbildung ist der Schlüssel zum Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit in einer sich zunehmend digitalisierenden Welt.

Wirtschaft im Dialog kommt nach Weinfelden

(red) Wie werden die Menschen in zehn Jahren im Thurgau leben? Welche Branchen werden den digitalen Wandel erfolgreich meistern? Diese und weitere Fragen diskutieren Interessierte mit Unternehmerinnen und Unternehmern. Am Dienstag, 4. September, im Weinfelder Gasthaus zum Trauben. Zum Anlass «Digitale Ostschweiz - Leben und Wirtschaften in der Zukunft» lädt Economiesuisse und die IHK Thurgau ein. Der Anlass beginnt um 18 Uhr, nach dem offiziellen Teil steht ein Apéro auf dem Programm. Anmeldung: bit.ly/2pQtJye

Welche Chancen sehen Sie bezüglich Digitalisierung für den Thurgau?

Ich erachte die Digitalisierung als Chance für den Werkplatz im Kanton Thurgau und in der Schweiz generell. Intelligente Produkte und intelligente Services bieten interessanten Kundennutzen und die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Es geht dabei aber nicht nur um neue Technologien. Mindestens so wichtig sind neue Denkansätze, neue Wege in der betriebsinternen und -externen Zusammenarbeit sowie eine angepasste Unternehmenskultur. Nur, wenn all diese Faktoren zusammenspielen, können mit den neuen digitalen Technologien nachhaltige Innovationen bei Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen realisiert werden.

Sie sprechen am Anlass «Digitale Ostschweiz – Leben und Wirtschaften in der Zukunft» in Weinfelden. Wo liegt Ihr Fokus?

Wir werden über die Chancen und Herausforderungen diskutieren. Die Chancen habe ich bereits angetönt. Die Herausforderungen sehe ich vor allem darin, die Menschen – und insbesondere ältere Mitarbeitende – auf diese digitale Reise mitzunehmen. Weiterbildung ist der Schlüssel dazu. Hier sind sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer gefordert. Ich werde auch die Umschulungs-Initiative für Erwachsene von Swissmem vorstellen, die hier konkrete Ansätze liefert.

Economiesuisse, deren Vizepräsident Sie sind, ist mit «Wirtschaft im Dialog» in der Schweiz unterwegs: Was bezweckt der Verband damit? Was sind die Erfahrungen?

Der Begriff «Wirtschaft» hat heute für viele Menschen eine negative Konnotation. Oft wird dabei vergessen, dass Wirtschaft uns alle betrifft und dass wir alle Teil davon sind – und nicht nur die sogenannten Wirtschaftsbosse oder Wirtschaftsverbände. Mit direkten Begegnungen wollen wir das Verständnis für die Anliegen der Unternehmen schaffen und auf die Sorgen der Menschen bei Wirtschaftsthemen eingehen. Ich finde diesen Dialog sehr wertvoll.

Was assoziieren Sie mit dem Thurgau?

Mein Vater wurde in Arbon geboren und wuchs dort auf. Eine meiner ersten Freundinnen kam aus Frauenfeld. Einer meiner besten Freunde wohnt in Weinfelden. Ich mache regelmässig Ausritte im Thurgau. Mir gefällt hier die Direktheit der Menschen und die Schönheit der Natur.

Kommen Sie auch in zehn Jahren noch in den Thurgau, wenn Sie mit «Virtual Reality» bequem vom Sofa aus dem Bodensee entlang spazieren könnten?

Virtual Reality ist eine coole Spielerei, welche im unternehmerischen Umfeld an praktischer Bedeutung zunehmen wird. Aber für meine Ausflüge werde ich auch künftig das unverfälschte Naturerlebnis bevorzugen. Die Schönheit der Natur in all ihren Facetten lässt sich nicht künstlich simulieren. Sehen allein genügt nicht. Man muss die Natur am eigenen Leib erfahren und spüren.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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