Glosse

Aadorf ist eben doch eine Stadt

Südsicht auf die klammheimliche Mutation der grössten Hinterthurgauer Gemeinde vom Bauerndorf zum hipp-urbanen Siedlungsgebiet.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Was haben wir an dieser Stelle nicht schon alles darüber geschrieben, dass Aadorf auf dem besten Weg ist, die erste Hinterturgauer Stadt zu werden. Von wegen über 9000 Einwohner und so.

Oder um genau zu sein: 9004 waren’s an Silvester. Sagt jedenfalls die kantonale Dienststelle für Statistik, nachgezählt haben wir nicht.

Aufgrund dieser Zahlen haben wir also längst gemutmasst, wie viele Vetter- und Kifa- Blöcke es wohl noch braucht, um die magische Zehntausender-Marke zu knacken.

Und nun das: Klammheimlich ist Aadorf zur Stadt mutiert. Nicht nur zur Energie-Stadt, das ist man längst, dort an der Kantonsgrenze. Nein, zu einem richtig cool urbanen Siedlungsgebiet. Zum Jahresende sind nämlich die letzten Kühe aus Aadorf ausgezogen.

Und das will etwas heissen. Weinfelden sei nämlich eine Stadt, sagt man. Derzeit basteln sie sogar an einem Stadtbus. Dennoch weiden dort nach wie vor Kühe. Mitten im Dorf. Oder in der Stadt? Man weiss eben nicht – wegen dieser Kühe. Die sind zwar superherzig und geben Milch, urban sind sie aber beim besten Willen nicht.

Weiterer Beweis für Aadorfs Stadtsein gefällig? Die bauen derzeit ihre Kläranlage aus – auf eine Kapazität für 27000 Einwohner. Klar, Eschliker, Bichelseer und ein paar Zürcher entsorgen dort auch noch ihr Fondue Chinoise. Aber solche Details versauen uns die Pointe.

Reden wir also einfach von den 27000. Eine eindrückliche Zahl – und vor allem: mehr als Frauenfeld. Nimm das, Kantonshauptstadt!

Die Kuhglocken sind in Aadorf verstummt

Stillschweigend sind die letzten Kühe aus dem Aadorfer Dorfbild verschwunden. Nun erinnern stumme Zeugen an die örtliche Landwirtschaft.
Kurt Lichtensteiger