Dussnanger Tannzapfe-Cup ist abgesagt – ob es 2021 im Hinterthurgau zwei Schwingfeste gibt, ist noch unklar

Das Thurgauer Kantonale Schwingfest in Dussnang ist auf 2021 verschoben. Das tangiert auch das Nordostschweizerische in Balterswil. Sicher ist: Der Tannzapfe-Cup wird dieses Jahr nicht stattfinden. Das OK hat das Turnspektakel abgesagt.

Olaf Kühne
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Getauft ist Siegermuni Arthur längst. Über seinen Einsatz entscheidet das OK im Mai.

Getauft ist Siegermuni Arthur längst. Über seinen Einsatz entscheidet das OK im Mai.

(Bild: Andrea Stalder)

Die Coronakrise wirbelt derzeit so ziemlich alle Lebensbereiche durcheinander. Von den bundesrätlichen Massnahmen zur Eindämmung des Virus sind nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber betroffen, sondern insbesondere auch Kultur- und Sportveranstaltungen.

So wäre am 3. Mai in Dussnang das Kantonale Schwingfest auf der Agenda gestanden. Das OK hat den Grossanlass mit 5000 Besuchern aber bereits vor zwei Wochen auf 2021 verschoben (unsere Zeitung berichtete) – und kommt damit wohl mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon. «Wir haben natürlich einen beträchtlichen Mehraufwand im OK», sagt Mediensprecher Lukas Flück.

«Grössere finanzielle Einbussen befürchten wir hingegen nicht, weil wir unseren Lieferanten die Aufträge nun einfach für nächstes Jahr zusichern konnten.»
Lukas FlückMediensprecher Thurgauer Kantonales Schwingfest 2020

Lukas Flück
Mediensprecher Thurgauer Kantonales Schwingfest 2020

(Bild: PD)

Zur Tradition eines Schwingfestes gehören auch die sogenannten Lebendpreise. So konnte bereits im vergangenen November unter anderem Siegermuni Arthur medienwirksam getauft werden.

Angesprochen auf diese Tiere lacht Lukas Flück spontan: «Das ist eine gute Frage, die uns schon viele gestellt haben.» Zumal ja vor allem Jungrind Heidi im kommenden Jahr definitiv kein Jungrind mehr sei. «Wir haben das Thema für unsere nächste OK-Sitzung im Mai traktandiert», sagt Flück.

Durch die Verschiebung des Kantonalen findet kommendes Jahr im Hinterthurgau also sicher ein grosses Schwingfest statt. In der Planung befindet sich aber ein Weiteres: das Nordostschweizerische in Balterswil am 27. Juni 2021. Das ist zeitlich noch sehr weit weg.

Entscheid aus Mels steht noch aus

Dennoch sagt OK-Präsident Daniel Stamm:

«Wir sitzen derzeit wie auf Nadeln.»
Daniel StammOK-Präsident Nordostschweizerisches Schwingfest 2021

Daniel Stamm
OK-Präsident Nordostschweizerisches Schwingfest 2021

(Bild: PD)

Sein Problem ist: Ende Juni dieses Jahres steht das Nordostschweizerische Schwingfest in Mels auf dem Programm. Aufgrund der unsicheren Situation hätten dessen Macher via Verband angefragt, ob für die Organisatoren der nachfolgenden Schwingfeste – analog zu den Kantonalen – eine Verschiebung um jeweils ein Jahr in Frage komme. «Wir brauchten eine kleine Bedenkfrist, haben dann aber grünes Licht gegeben», sagt Stamm. Bescheid aus Mels oder vom Verband habe man aber noch nicht erhalten.

«In unserem OK herrscht derzeit absoluter Stillstand, wir hatten noch nicht die Musse, um uns mit verschiedenen Szenarien auseinander zu setzen.» Für die Sponsorensuche jedenfalls dürften gleich zwei grosse Schwingfeste im Hinterthurgau innert zweier Monate nicht hilfreich sein.

Tannzapfe-Cup ist abgesagt

Nebst dem Kantonalen Schwingfest fällt just in Dussnang mit dem Tannzapfe-Cup ein weiterer sportlicher Grossanlass der Coronakrise zum Opfer. Am 6. Juni wäre die 29. Ausgabe des beliebten Turnspektakels angestanden. «Der Schweizerische Turnverband STV wie auch der Thurgauer Turnverband TGTV haben nun entschieden, alle Anlässe und Wettkämpfe bis Ende Juni abzusagen», schreibt nun aber das Tannzapfe-Cup-OK in seiner am Mittwoch verschickten Medienmitteilung. «Wir folgen diesen Empfehlungen, da uns die Gesundheit aller Beteiligten ein grosses Anliegen ist.»

Auf Anfrage unserer Zeitung ergänzt OK-Präsident Beat Aebi, dass eine diesjährige Durchführung wohl auch ohne Entscheid der übergeordneten Verbände wenig Sinn ergeben hätte. «Zwar haben sich über hundert Vereine mit fast 3000 Turnerinnen und Turnern angemeldet», sagt er. «Nur stecken die alle bereits in der dritten Woche, in der sie nicht trainieren dürfen. Deshalb hätten wir wohl reihenweise Absagen erhalten», sagt er. Weiter sei eine Verschiebung auf den Herbst keine Option gewesen, weil dort für die meisten Turner bereits ein dichtes Programm bestehe.