Swiss Future Farm in Tänikon: Drohnen liefern Daten für die Landwirtschaft der Zukunft

Auf der Swiss Future Farm wird die Technik der Zukunft ausprobiert und Wirkung, Kosten und Nutzen aufgezeigt.

Isabelle Schwander
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Florian Abt von der Swiss Future Farm in Tänikon erklärt den Einsatz einer Drohne.

Florian Abt von der Swiss Future Farm in Tänikon erklärt den Einsatz einer Drohne.

Bild: Donato Caspari

«2019 war ein intensives Jahr des Wissenstransfers und -austausches auf der Swiss Future Farm (SFF), digitales Wissen ist auch in der Landwirtschaft gefragt», sagte Christian Eggenberger, Beratungsleiter am BBZ Arenenberg und zusätzlich seit zwei Jahren Betriebsleiter der SFF an der Medienkonferenz zum Jahresrückblick 2019.

Finanziert werden die Aktivitäten auf der SFF zu gleichen Teilen vom BBZ Arenenberg, der GVS Agrar AG (Importeur und Hersteller von Landtechnik) sowie der AGCO Corporation (globaler Konzern mit Entwicklung und Herstellung Landtechnik für Landwirte). Mit der SFF zeigen die Verantwortlichen, wie Landtechnik mit digitalen Hilfsmitteln wirkungsvoll angewendet wird und was deren Nutzen für die einheimische Landwirtschaft ist. Das BBZ Arenenberg bewirtschaftet den Betrieb.

Ergebnisse sollen «greifbar» sein

«Ein wichtiger Bestandteil sind die Leistungen, die wir für die Forschung erbringen und die uns entschädigt werden. Wir wollen immer wieder vergegenwärtigen, dass die SFF ein Abbild der Schweizer Betriebe darstellt», betonte Eggenberger.

Martin Huber, Direktor BBZ Arenenberg, bezeichnete es als oberste Zielsetzung, Ergebnisse aus den Versuchen für die Landwirte «greifbar» zu machen. Das BBZ Arenenberg bringt die Erfahrungen aus dem Wissenstransfer und der Beratung ein, gemeinsam mit den Partnern AGCO und GVS Agrar AG. Die AGCO ist im Bereich Technik und Entwicklungen federführend und innovativ. Die GVS übernimmt das Lead im Bereitstellen und Einführen der Technik.

Huber und Eggenberger strichen die Bedeutung hervor, dass Agroscope auch künftig als Forschungspartner am Standort bleibt. Agroscope nutzt zum Beispiel die von der SFF erhobenen Daten. Auf der SFF ist ein Kern-Team mit Nils Zehner (AGCO); Florian Abt (BBZ Arenenberg), Christian Eggenberger (BBZ Arenenberg); Marco Meier (GVS Agrar) und Raphael Bernet (BBZ Arenenberg) tätig.

Mehrjährige Versuche

Nachdem im 2018 der Grundstein für die SFF gelegt war, wurden 2019 die Feldversuche weitergeführt. Im zweiten Jahr führten Agroscope und die ETH Zürich mit technischer und praktischer Unterstützung der SFF einen mehrjährig angelegten Versuch zur ortsspezifischen Stickstoffdüngung im Winterweizen unter Einbezug von Drohnen- und Bodendaten durch. Und es wurden Zuckerrübenfelder angelegt.

Beim Rundgang durch die «Innovationsschüür» wurde veranschaulicht, dass sowohl digitale Technik wie auch «traditionelle» Landtechnik in entsprechender Kombination wertvolle Kenntnisse liefert. So wurde zunächst die «Precision Planting»-Einzelkornsämaschine mit neu aufgebautem Flüssigdüngersystem zur Zuckerrübensaat erklärt, mit Ergebnissen der Studie zu Schardruck, Feldaufgang und Jugendentwicklung der Rüben.

Um die Stoppelbearbeitung nach Raps, und damit der Überwinterungsgrundlage für Pilzkrankheiten und Schädlingen vorzubeugen, wurden verschiedene Bearbeitungstechniken mit Scheibenegge, Grubber, in Kombination mit einer Messerwalze, geprüft.

Erneuerung der EDV-Stallinfrastruktur

Erkenntnisse aus praktischer Feldarbeit werden auch am «Flurgang plus» am 1.Mai 2020 vorgestellt. Auch im Stallbereich wurden smarte Lösungen erarbeitet: Die Erneuerung der EDV-Stallinfrastruktur legte den Grundstein für die Vernetzung der Stalldaten. Das Fazit der Führung durch den Maschinenpark lautete: Die gute Agrarpraxis ist die Basis, um die richtige Technologie einzusetzen.

www.swissfuturefarm.ch