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Dreizehn auf einen Streich im Frauenfelder Brenner-Haus

Galerist Stefan Rutishauser lädt Künstlerfreunde aus Frauenfeld in ein leer stehendes Haus ein – und lässt die Einrichtung im alten Brenner-Haus gleich mitreden.
Dieter Langhart
Fredi Bissegger (l.) und Stefan Rutishauser richten im alten Brenner-Haus ein; im Vordergrund Skulpturen von Markus Graf. (Bild: Dieter Langhart)

Fredi Bissegger (l.) und Stefan Rutishauser richten im alten Brenner-Haus ein; im Vordergrund Skulpturen von Markus Graf. (Bild: Dieter Langhart)

Johann Joachim Brenner ist allgegenwärtig in Frauenfeld: Kantonsschule, Promenadenschulhaus, Kaserne, Regierungsgebäude: prominente Zeugnisse des Klassizismus nach Gottfried Semper. 1864 baute Brenner, Thurgaus erster professioneller Architekt, ein Wohnhaus an der Rheinstrasse, das auch seinen Nachkommen diente.

Inzwischen steht es leer, Mieterwechsel und eine Sanierung stehen bevor. Das ist die Gelegenheit für den Galeristen und Künstler Stefan Rutishauser, Kunst zu zeigen in diesem Haus, das noch nicht zu Tode renoviert worden ist und das noch nach der Familie Brenner riecht.

Vernissage zur Gruppenausstellung

Stefan Rutishauser hat Frauenfelder Künstler ins alte Brenner-Haus an der Rheinstrasse 28 eingeladen – zum zweiten Mal nach 2001: Ursula Bollack, Fredi Bissegger, Betty Kuhn, Mathias Tanner, Markus Graf, Daniela Siebrecht, Carole Isler, Mark J. Huber, Rina Jost, Balz Kubli, Cornelia Schedler, Veronika Bischoff. (dl)
Vernissage: Fr, 7.12., 19 Uhr; bis 16.12. Fr 17–21, Sa/So 14–17 Uhr

Schon 2001, bevor es vermietet wurde, hatte Stefan Rutishauser die Räume für eine Gruppenausstellung genutzt, seine erste. Sonst stellt er regelmässig Künstler in seiner kleinen Galerie beim Marktplatz aus, zuletzt Gianni Kuhn mit einer Installation aus Blättern seines jüngsten Fotobandes.

Das Thema ist frei, das Haus gibt den Rahmen vor

Stefan Rutishausers Idee war einfach: Er lud Künstlerfreunde aus Frauenfeld zu einer Carte blanche ein – und ein Dutzend macht mit. Jeder bespielt einen Raum oder einen Teil des Treppenhauses, bis zum ungeheizten Estrich unterm Dach reicht die Ausstellung. Das Thema liess der Galerist offen, entsprechend breit ist die Palette der Exponate.

«Bring mit, was dir gerade jetzt wichtig ist»

hat er jedem gesagt. Betreten wir das Haus, zeigen sich im Gang Menschen vor dem Opernhaus Zürich: kleinformatige Malerei aus Carole Islers Serie «Wartende». Nach rechts geht’s in die ehemalige Stube. Da haben sich Fredi Bissegger und Markus Graf eingerichtet: ersterer mit Farbfeldmalerei, der Bildhauer mit kleinen Eisenskulpturen. Markus Tanner zeigt nebenan Blumen und Stillleben, die aus der Zeit gefallen scheinen.

Hoch zum ersten Stock. Im Gang leuchten Zeichnungen von Rina Jost, im ersten Raum zeigt Ursula Bollack Textarbeiten als Nachklang zu ihrer letzten Austellung im Guggenhürli – nur der Kontrabass fehlt noch! Zur Vernissage wird er da sein.

Eine Tür weiter zu Betty Kuhn. Sie stören die damals so praktischen Einbauschränke keineswegs. Die kleineren ihrer Skulpturen stellt sie auf deren Tablare, die andern auf den Holzboden: Abstrahierte Frauenkörper, aus Kunstharz gegossen und bemalt – einige sehen aus, als seien sie aus Bronze.

Baumelndes Plexiglas und kenianische Krieger

Im nächsten Zimmer sodann sind einige von Veronika Bischoffs knallfarbigen Plexiglasarbeiten zu sehen: an die Wand gehängt oder von der Decke baumelnd. Eine Tür weiter Mark J. Hubers zarte, mehrschichtige architektonische Studien aus Farbe und Licht: Blicke in reale oder vorgestellte Räume.

Auf dem Estrich lagern einige von Brenner entworfene Möbel – Rutishauser integriert ihn als dreizehnten Künstler. Cornelia Schedler bespielt den rohen Raum mit feinen geometrischen Drucken. Hinab in den Keller. Daniela Siebrecht ist als Malerin bekannt, hier zeigt sie leicht surreale Fotografien – in der einen scheint eine Hand aus einem Baum zu wachsen. Und Balz Kubli hat Aufnahmen von einer Reise nach Kenia mitgebracht: farbige Landschaften oder Stammeskrieger.

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