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Dorfplatz statt Kreuzung in Islikon

Kanton und Gemeinde Gachnang wollen die Ortsdurchfahrt Islikon erneuern. Das Stimmvolk entscheidet im Dezember.
Stefan Hilzinger
Die zentrale Kreuzung in Islikon mit Volg/Landi (Rundbau), «Ochsen» (unterhalb der Haupstrasse) und «Löwen» (oberhalb). (Bild: Andrea Stalder)

Die zentrale Kreuzung in Islikon mit Volg/Landi (Rundbau), «Ochsen» (unterhalb der Haupstrasse) und «Löwen» (oberhalb). (Bild: Andrea Stalder)

Der Name ist sperrig: «Betriebs- und Gestaltungskonzept». Der Gachnanger Gemeindepräsident Roger Jung nennt es kurz «Begeka». Das Sanierungs- und Umgestaltungsprojekt für die Hauptstrasse in Islikon ist eines der Geschäfte, die er von seinem Vorgänger Matthias Müller im Juni übernommen hat. Ein Vorhaben, das seit Jahren latent ein Thema war, und diesen Winter nun konkreter werden soll.

«Der Gemeinderat möchte an der Budgetversammlung im Dezember die Zustimmung für den Verpflichtungskredit erhalten», sagt Gemeindepräsident Jung. Es geht um einen Betrag im einstelligen Millionenbereich, den der Gemeinderat anlässlich eines öffentlichen Informationsanlasses bekanntgeben wird.

Von Dorfeingang zu Dorfeingang 1225 Meter

Kanton und Gemeinde wollen in die Isliker Hauptstrasse investieren. Einerseits soll der Strassenverlauf neu gestaltet und damit sicherer gemacht werden, andererseits wird die Gemeinde im gleichen Durchgang die Werkleitungen erneuern. Der geplante Abschnitt misst 1225 Meter und reicht vom Dorfeingang Richtung Gundetswil bis zur einstigen Teigwarenfabrik Ami Richtung Frauenfeld. Kanton und Gemeinde teilen sich die Kosten etwa im Verhältnis 60 zu 40. «Eine abgespeckte Variante wäre eine reine Sanierung ohne Neugestaltung», sagt Jung. Hier käme die Gemeinde etwas günstiger weg. Doch dies ist nicht die vom Gemeinderat bevorzugte Variante. Denn die Sanierung und Neugestaltung soll Islikon auch gestalterisch aufwerten.

Auf der zentralen Kreuzung zwischen den Wirtschaften Ochsen und Löwen dürfte die Gestaltung eines Dorfplatzes zum Thema werden. Die Gemeinde hat vorgesorgt, und Anfang 2018 das «Grüne Haus» vis-à-vis des «Ochsen» gekauft, um Gestaltungsraum zu schaffen. Zudem sind Pförtneranlagen an den beiden Dorfeingängen angedacht.

Nächster Schritt: Gespräche mit den Anstössern

Das Betriebs- und Gestaltungskonzept Ortsdurchfahrt Islikon ist Teil des regionalen Richtplans der Agglomeration Frauenfeld. Gemeinde und Kanton haben dessen Planung zwar prinzipiell fertiggestellt. Doch nun geht es für Jung als Nächstes darum, die Bevölkerung für das Projekt ins Boot zu holen. «Als Erstes führen wir jetzt Gespräche mit den direkt betroffenen Anstössern», sagt er. Später plant die Gemeinde dann den Informationsanlass für die Bevölkerung.

Sollte der Verpflichtungskredit im Rahmen der Budgetgemeinde am 12. Dezember passieren, so werden Kanton und Gemeinde die Planung im nächsten Jahr verfeinern und das Projekt dann öffentlich auflegen. «Ich schätze aber, dass die Bauarbeiten nicht vor 2022 beginnen», sagt Jung. Er freue sich darauf, weil Islikon von der neuen Ortsdurchfahrt profitieren werde. «Das Projekt wertet das Dorf auf.»

Der Gachnanger Gemeindepräsident Roger Jung ist seit Juni Nachfolger von Matthias Müller. (Bild: Andrea Stalder)

Der Gachnanger Gemeindepräsident Roger Jung ist seit Juni Nachfolger von Matthias Müller. (Bild: Andrea Stalder)

Fünf Stichworte für den Neuen:

  • Wachstum: «Ein moderates Wachstum ist dank Verdichtung nach Innen weiterhin möglich.»
  • Wutbürger: «Hässige Bürger habe ich noch keine angetroffen, aber interessierte Mitmenschen, die Fragen stellen.»
  • 5G-Antenne: «Da ist einerseits der technische Fortschritt, andererseits gibt es die Angst vor den Strahlen. Ich habe das in der Gemeinde noch nicht als Thema wahrgenommen.»
  • Steuerfuss: «42 Prozent beizubehalten, ist das Ziel.»
  • Schlafgemeinde: «Ich empfinde Gachnang nicht als Schlafgemeinde. Wir haben ein tolles Vereinsleben und viele Anlässe, wie den ‹Härbscht Märt›.» (hil)

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