Doppelte Nachfolge: Eine Pfarrerin und ein Pfarrer stellen sich zur Wahl in evangelisch Gachnang

Die Evangelische Kirchgemeinde Gachnang wählt Ende März zwei neue Pfarrleute. Erstmals wieder seit 1985.

Stefan Hilzinger
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Blick über Gachnang mit der reformierten Kirche St. Pankratius.

Blick über Gachnang mit der reformierten Kirche St. Pankratius.

(Bild: Donato Caspari)

Nach 35 Jahren neigt sich bei der Evangelischen Kirchgemeinde Gachnang die Ära Pfarrer Christian Hermann dem Ende zu. An der Kirchgemeindeversammlung vom Freitag, 27. März, stehen zwei neue Pfarrpersonen mit einer 100-Prozent-Anstellung zur Wahl: Pfarrerin Sabine Schüz aus Kefikon und Pfarrer Dirk Oesterhelt aus Felben-Wellhausen.

Sabine Schüz, Pfarrerin Kefikon.

Sabine Schüz, Pfarrerin Kefikon.

(Bild: Reto Martin)

Im April vor einem Jahr setzten die Kirchbürger eine Pfarrwahlkommission ein, die sich um die Nachfolge von Pfarrer Christian Herrmann kümmern sollte. An der Versammlung wurde damals beschlossen, zwei Stellen mit Pensen zwischen 80 und 100 Prozent auszuschreiben. Nun schlägt die Kommission die beiden genannten mit je einem Vollzeit-Pensum zur Wahl vor.

Dirk Oesterhelt, Pfarrer Felben-Wellhausen.

Dirk Oesterhelt, Pfarrer Felben-Wellhausen.

(Bild: PD/Jochen Gsell)

Pfarrerin Schüz ist 57, verheiratet und Quereinsteigerin im Pfarrberuf. Sie ist gelernte Laborassistentin und Kunsthistorikerin, hat lange im Bereich Kommunikation und PR gearbeitet und zuletzt Theologie an den Universitäten Zürich sowie Basel studiert. Schüz ist derzeit in einem befristeten Teilpensum für die Kirchgemeinde als Jugendpfarrerin tätig.

Dirk Oesterhelt (45) ist seit 2004 Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Felben-Wellhausen. Der gebürtige Thurgauer hat in Bern und Tübingen Theologie studiert.

Neu mit zwei geografisch getrennten Pfarrkreisen

Pfarrer Christian Herrmann geht im November in den Ruhestand. Auf diesen Termin hin organisiert sich die Evangelische Kirchgemeinde Gachnang nun in zwei geografisch abgegrenzte Pfarrämter: Gachnang West mit Stegen, Bertschikon, Islikon, Kefikon und Strass sowie Gachnang Ost mit Gachnang, Gerlikon, Oberwil und Niederwil. Laut der Botschaft an die Kirchbürger wird Pfarrerin Schüz ab 1. August das Pfarramt Ost mit überlagerndem Schwerpunkt Senioren übernehmen. Sie wird auch in das Gachnanger Pfarrhaus einziehen, das die Kirchgemeinde gerade saniert.

Drei Pfarrherren in hundert Jahren

Die Evangelische Kirchgemeinde Gachnang ist in mehrerlei Hinsicht besonders: So umfasst das Kirchspiel Gemeinden und Ortschaften im Kanton Thurgau und im Kanton Zürich (ehemalige Gemeinde Bertschikon, heute Teil von Wiesendangen). Auch das Dorf Gerlikon, seit gut 20 Jahren in der Stadt Frauenfeld eingemeindet, gehört kirchlich weiterhin zu Gachnang. Besonders ist auch die lange Amtsdauer der Pfarrherren. So amteten zwischen 1912 und heute lediglich drei gewählte Pfarrer: Walther Huber von 1912 bis 1945, gefolgt von Alfred Fankhauser von 1945 bis 1984. Seit 1985 ist der gebürtige Siebenbürger Sachse Christian Herrmann Pfarrer der Gemeinde. Er geht diesen Herbst in den Ruhestand.(hil)

Pfarrer Oesterhelt führt das Pfarramt West mit Schwerpunkt Jugend ab dem 1. Dezember. An der Versammlung wird auch die Vorsteherschaft für eine nächste Amtszeit neu bestellt. Bemerkenswert: Pfleger Ernst Gerber aus Gerlikon hört nach 40 Jahren auf. Seine Amtszeit als Finanzchef begann noch unter Pfarrer Alfred Fankhauser, Pfarrer Herrmanns Vorgänger.

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