Doppelausstellung
Frauenfeld auf 1 m2: Kunst-Raum und Stadtgalerie Baliere mit umfassendem Überblick des regionalen Kunstschaffens

34 Kunstschaffende aus der Region Frauenfeld haben einen Rahmen erhalten: ein Quadratmeter. So bestreiten sie die gleichnamige Doppel-Gruppenausstellung im Kunst-Raum und in der Stadtgalerie Baliere, die Carole Isler und Stefan Rutishauser kuratiert haben. Am Donnerstag und Freitag sind die Vernissagen.

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Kuratieren die Doppelausstellung in der Stadtgalerie Baliere und im Kunst-Raum: Carole Isler und Stefan Rutishauser.

Kuratieren die Doppelausstellung in der Stadtgalerie Baliere und im Kunst-Raum: Carole Isler und Stefan Rutishauser.

Bild: Mathias Frei

Kunst muss irritieren, am besten wohltuend. Das tut sie in der Baliere und im Kunst-Raum. Schuld daran ist die Auseinandersetzung mit einem Quadratmeter. «1m2», so heisst denn auch die Doppel-Gruppenausstellung an den zwei Frauenfelder Kunstorten. Ein Quadratmeter kann vieles, etwa einen räumlichen Rahmen setzen, Boden sein für Gedanken, sogar für eine Art Daheimsein-Gefühl, aber auch ein- oder ausklammern. Stefan Rutishauser vom Kunst-Raum sagt:

«Man muss sich dieser Vorgabe stellen.»
«Freude od. Betty Tee» von Betty Kuhn.

«Freude od. Betty Tee» von Betty Kuhn.

Bild: Mathias Frei

34 Kunstschaffende haben sich gestellt. Ein Dutzend stellt in Rutishausers Kunst-Raum, die weiteren 22 sind in der Baliere zu sehen, die noch zum letzten Mal von Carole Isler kuratiert wird. Gemeinsam habe sie zwei «bessere Ausstellungen» zusammengestellt, wie es Rutishauser formuliert, die sich sehen lassen. Der Reigen der Kunstschaffenden ist beinahe komplett, und auch die bekannteren Namen, die sich bei Gruppenausstellungen bisweilen zieren, fehlen nicht. Schon zu den den letzten Frauenfelder Kulturtagen, damals noch ein Tag, luden Isler und Rutishauser gemeinsam ein.

Auf Leinwand und in den Raum hinaus

«Trash 1» von Gianni Kuhn.

«Trash 1» von Gianni Kuhn.

Bild: Mathias Frei

Die Vielfalt ist gross, mehrheitlich zweidimensional, vereinzelt auch räumlich respektive installativ, aber nie divers – in der Baliere von Gabriel Kuhns Mapping des Weissdornblütendufts und Fritz Kappelers Holderstrauch-Fotografie über Brigitte Schneiders Fätzli aus nicht wenig Glasfaserbeton und Isah Eberles radierten Föten bis zu Stefan Rutishauser Hinteransicht einer Leinwand oder Gianni Kuhns Fundstückesammlung auf Pappelholz.

«Golden Apple» von Tiziano Autera.

«Golden Apple» von Tiziano Autera.

Bild: Mathias Frei

Im Kunst-Raum sieht man Dreidimensionales von Markus Graf oder Gabriel Mazenauer, Helmut Wenczels Sternbilder, Carole Islers tierische Vergangenheitserinnerungen oder Simone Kappelers fotografierten Plättli-Zoo-Löwen von 1966. Fotografin Kappeler bildet eine Ausnahme, denn der allergrösste Teil der 34 Exponate ist neueren und neuesten Datums.

«Home» von Anita Bollag-Jauslin.

«Home» von Anita Bollag-Jauslin.

Bild: Mathias Frei

Das Kuratorenteam hat nicht die Namen zusammengestellt, sondern die Exponate. Die Handschrift sei überall erkennbar, teils habe es aber Überraschungen gegeben, sagt Rutishauser. Isler indes meint:

«Das Entpacken der Werke am Montagabend war ein spannender Moment.»

Eine Herausforderung für die zweidimensional arbeitenden Kunstschaffenden war die quadratische Form. Die Gleichseitigkeit sei schwierig für die Bildsprache, sagt Rutishauser. Und Isler fragt sich, wo quadratische Bilder am besten hängen: «Vielleicht in einem Büro?» So oder so: Herausforderung gemeistert. Das lässt sich feststellen.

Doppelausstellung «1m2» bis 3. Oktober. Vernissage in der Baliere: Do, 16. September, 19 Uhr; Vernissage im Kunst-Raum: Fr, 17. September, 19 Uhr. Baliere offen: Do, 17 bis 20 Uhr; Sa/So, 14 bis 17 Uhr. Kunstraum offen: Sa/So, 14 bis 17 Uhr, und Fr, 24. September, ab 14 Uhr.

www.baliere-frauenfeld.ch & www.kunstraum-frauenfeld.ch

«Allmend tagged» von Dieter Langhart.

«Allmend tagged» von Dieter Langhart.

Bild: Mathias Frei

Aktuelle Nachrichten