Interview

Dirigent des Orchesters am See vor seinem Auftritt in Frauenfeld: «Das scheinbar Leichte ist das Schwierige»

Am Sonntag gastiert das Orchester vom See aus Herrliberg im Casino. Die jungen Berufsmusiker spielen Werke von Felix Stüssi, Felix Mendelssohn und Joseph Haydn. Dirigent Dominic Limburg sagt, warum sich der Konzertbesuch lohnt.

Stefan Hilzinger
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Impressionen vom Konzert in Herrliberg. (Bild: PD/Frederic Meyer, 2013)

Impressionen vom Konzert in Herrliberg. (Bild: PD/Frederic Meyer, 2013)

Was erwartet das Publikum am Konzert vom Sonntag?

Nach einer stimmungs- und humorvollen Suite des vergessenen Zürcher Komponisten Felix Stüssi spielen wir von Mendelssohn eines der populärsten Violinkonzerte, beliebt für seine wunderbaren Melodien, das aber für die damalige Zeit sehr wagemutig war. Es beginnt nicht etwa mit einer Einleitung des Orchesters, sondern direkt mit der Solo-Violine, was sogar heute noch überraschend sein kann. Auch Haydns berühmte Paukenwirbel-Sinfonie hat einen sehr besonderen Beginn und ist prall gefüllt mit Überraschungen, Humor und Energie.

Warum sind Sie Dirigent geworden?

Dominic Limburg, Dirigent. (Bild: PD)

Dominic Limburg, Dirigent. (Bild: PD)

Nach vielen Jahren im Knabenchor und nach einem Klavier- und Gesangsstudium habe ich über meine Liebe zur Oper zum Dirigieren gefunden. Meine grösste Leidenschaft ist es aber, mit anderen Menschen zusammen Musik zu machen. Während des gemeinsamen Musizierens die verschiedenen Individuen im Orchester und ihre Meinungen und Erfahrungen aufzunehmen und zu einer musikalischen Einheit zu formen, ist eine sehr faszinierende und facettenreiche Tätigkeit.

Welches sind die besonderen Herausforderungen beim aktuellen Programm?

Alle drei Werke sind sehr durchsichtig in ihrem Klangbild, und fordern deshalb jeden einzelnen Musiker heraus, sich für einen schönen, differenzierten und sprechenden Klang einzusetzen. Das ist nicht nur für die virtuosen Passagen der Fall, sondern auch für die scheinbar einfachen Stellen, die mit grosser Leichtigkeit und gemeinsamem Gestus vorgetragen werden sollten. Bei dick instrumentierten Werken kann eine falsche Note auch mal unbemerkt untergehen, dies ist bei einer Haydn-Sinfonie nicht möglich.

«Orchester vom See – ergreifende Klassik und Romantik», Sonntag, 17 Uhr, Casino Frauenfeld, Abendkasse ab 16 Uhr. Vorverkauf: www.ticketino.ch oder Tourismusbüro am Bahnhof.