Digitalisierung: Die Präsidentin des Thurgauer Lehrverbands sieht die Schule in einem Dilemma


An der Delegiertenversammlung von Bildung Thurgau wies Präsidentin Anne Varenne auf die zwiespältige Situation hin, in der sich die Schule bei der Digitalisierung befindet.

Werner Lenzin
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Thurgauer und Schweizer Lehrerpräsidentin: Anne Varenne, Dagmar Rösler. (Bild: Werner Lenzin)

Thurgauer und Schweizer Lehrerpräsidentin: Anne Varenne, Dagmar Rösler. (Bild: Werner Lenzin)

Anne Varenne, Präsidentin des Thurgauer Lehrerverbands, sieht Digitalisierung nur dann als Fortschritt, wenn dabei Persönlichkeiten gebildet würden. «Das Suchtpotenzial ist hoch, Kinder sind besonders gefährdet», sagte sie am Mittwoch vor den 86 Delegierten im Weinfelder Rathaussaal.

Dies bringe die Schule in ein Dilemma, habe sie doch die Aufgabe, auf das Leben vorzubereiten, dazu gehörten digitale Kompetenzen. Gleichzeitig müssten die Jugendlichen in ihrer Freizeit vor dem hohen Suchtpotenzial der sozialen Medien geschützt werden.

Mit temporärer Arbeitslosigkeit umgehen

Laut Varenne gehen Szenarien davon aus, dass ein grosser Teil der Menschheit zukünftig keine feste Anstellung mehr hat und Kinder lernen müssten, psychisch mit temporärer Arbeitslosigkeit umzugehen. «Die Schule kann diesen Spagat nur leisten, indem sie weniger schulisches Wissen vermittelt und die Kinder und Jugendlichen zu Persönlichkeiten bildet.» Für Varenne benötigt Menschenbildung keine Noten, sondern Wertschätzung und Interesse am Gegenüber und an der Umwelt.

Besuch der Präsidentin des Dachverbands

Im Anschluss an einen auf die Leinwand projizierten WhatsApp-Chat zwischen Regierungsrätin Monika Knill und Amtsleiter Beat Brüllmann, nahm die neue Zentralpräsident Dagmar Rösler Stellung zu aktuellen Fragen im Bereich der Schulpolitik.

Obwohl der Lehrermangel im Thurgau noch nicht so ausgeprägt ist, gibt es für sie diesbezüglich wichtige Forderungen: «Es gilt die Ausbildung der Primarlehrpersonen und deren Image aufzuwerten, ihr Renommee muss von Seiten der Gesellschaft, von Politik und Eltern verbessert werden und junge Berufseinsteiger gilt es optimal zu begleiten».

Abschliessend diskutierten die Delegierten Fragen und Probleme rund um den neuen Lehrplan. Einstimmig wurde das von Hermann Studer vorgelegte Budget 2020 verabschiedet.                              

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