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Differenzen um Solarstrompreis in Frauenfeld

Alt Nationalrat Thomas Böhni findet, die städtischen Werkbetriebe verlangten zu hohe Netzgebühren und verdienten so auf Kosten der hiesigen Produzenten von Solarstrom. Alles sei rechtens, sagen die Werke.
Stefan Hilzinger
Handwerker montieren Solarpanels auf einem Hausdach. (Bild: Urs Bucher)

Handwerker montieren Solarpanels auf einem Hausdach. (Bild: Urs Bucher)

«Das Geld steht den Produzenten zu.» Das sagt der Solarstrom-Fachmann Thomas Böhni. Der alt Nationalrat ist der Meinung, dass sich die Werkbetriebe Frauenfeld auf Kosten der hiesigen Solarstromproduzenten bereicherten.

«Für die Netzkosten des eingespeisten Solarstrom verrechnen die Werkbetrieb 9,5 Rappen Netzkosten pro Kilowattstunde, auch wenn dieser direkt in der Nachbarschaft wieder verbraucht wird. Die effektiven Kosten für diese Kurzdistanz betragen aber nur 3 Rappen»,

Thomas Böhni, Solarstrom-Fachmann.

Thomas Böhni, Solarstrom-Fachmann.

sagt Böhni und verweist auf die jüngste Abrechnungen seitens des Werkbetriebs. Die Differenz von 6,5 Rappen würden eigentlichen den lokalen Produzenten von Sonnenstrom zustehen. «Denn der Strom bleibt im hiesigen Werk und wird von den Werkbetrieben hier auch entsprechend vermarktet.» Rund eine halbe Million Franken jährlich verdienten die Werkbetriebe so, rechnet Böhni vor.

Ein Preis von rund 15 Rappen deckt die Kosten

Derzeit setzt sich der Erlös für hiesigen Solarstrom aus dem Grundpreis von 4,5 Rappen pro Kilowattstunde plus dem Zuschlag für ökologischen Mehrwert von rund 5,5 Rappen zusammen. Diesen Zuschlag entrichten die Werkbetriebe freiwillig, da sie den Solarstrom ihrerseits unter ihrer Kundschaft vermarktet.

«Wenn dazu die besagten 6,5 Rappen kämen, bräuchte es seitens der Stadt keine weitere Förderung von Sonnenenergie»

sagt Böhni. Bei einem Preis um 15 Rappen pro Kilowattstunde könne eine moderne Anlage kostendeckend betrieben werden. Er will in der Sache beim Stadtrat vorstellig werden.

Peter Wieland, Leiter Werkbetriebe Frauenfeld.

Peter Wieland, Leiter Werkbetriebe Frauenfeld.

Peter Wieland, seit Frühjahr Leiter der Frauenfelder Werkbetriebe, kennt zwar Böhnis Überlegungen. Seine Betrachtung der Geschichte ist jedoch eine andere: «Die Netzkosten verlegen wir nach den Vorgaben der Eidgenössischen Elektrizitätskommission auf unsere Kunden.» Dies müsse gegenüber allen Kunden gleichermassen ohne Diskriminierung oder Bevorzugung geschehen, gleichgültig ob sie auch noch Strom einspeisten oder nicht.

Programm der Werke für Beteiligung durch Private

Schliesslich müssten die Werke ihre Infrastruktur auf Spitzen auslegen, unabhängig davon, ob jemand gerade viel oder wenig Strom benötige respektive einspeise.

«Wir dürfen bei den Netzkosten auch nicht diejenigen preislich benachteiligen, die sich keine Solaranlage auf dem Dach leisten können»

sagt Wieland zur Geschäftspolitik der Werkbetriebe. Daher habe man auch das Programm lanciert, bei dem sich Private schon mit kleinen Summen am Bau von öffentlichen Solaranlagen beteiligen können.

Auch Wieland rechnet vor, wie es in Frauenfeld für Private möglich sei, ihre Solaranlage kostendeckend zu betreibend: Zu Grundpreis und Zuschlag für ökologischen Mehrwert käme die staatliche Unterstützung von 30 Prozent an die Investition hinzu. «Rechnet man dies auf die Produktion um, kommt man auf Beträge von bis zu 14 Rappen pro Kilowattstunde», sagt er, und damit zumindest in die Nähe einer Kostendeckung – ein ähnlicher Wert, wie ihn auch Böhni nennt.

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