DIESSENHOFEN
«So grosse Solidarität hätte ich mir selbst in den kühnsten Träumen nicht ausmalen können»: Gelder aus dem Beizenfonds gehen an die gebeutelten Gastronomen

Der Tourismus Verein Region Diessenhofen hat 43'000 Franken aus dem Beizenfonds verteilt. Das Geld stammt von vielen Spendern, dank einem Gewinn in der Rechnung aber auch aus der Stadtkasse.

Thomas Brack
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Gruppenbild hinter dem Rathaus mit Stadtpräsident Markus Birk und den Vertreterinnen des Tourismusvereins Regina Hager und Beatrice Hanhart, flankiert von den begünstigten Gastronomen.

Gruppenbild hinter dem Rathaus mit Stadtpräsident Markus Birk und den Vertreterinnen des Tourismusvereins Regina Hager und Beatrice Hanhart, flankiert von den begünstigten Gastronomen.

Bild: Thomas Brack

«Heute ist ein Freudentag für mich.» So begrüsste Beatrice Hanhart, Präsidentin von Tourismus Region Diessenhofen, die rund 25 lokalen Gastronomen. Sie waren am Dienstagnachmittag hinter dem Rathaus erschienen, um ihren Anteil der Spendengelder in Empfang zu nehmen. Einleitend richtete auch der Diessenhofer Stadtpräsident Markus Birk einige Worte an die Anwesenden, in welchen er den unermüdlichen Einsatz von Beatrice Hanhart würdigte. Hanhart sagte:

«Wenn unsere Aktion auch in anderen Gemeinden Schule machen würde, wäre das noch das Tüpfelchen auf dem ‹i›.»
Beatrice Hanhart, Präsidentin von Tourismus Region Diessenhofen.

Beatrice Hanhart, Präsidentin von Tourismus Region Diessenhofen.

Bild: Thomas Brack

Hanhart dankte dem Stadtpräsidenten für die grosse Spende aus der Stadtkasse. Willy Itel von der Thurgauer Kantonalbank dankte sie für die Unterstützung mit dem Flyer und dem Sammeln beim Personal, den Gemeinden Basadingen-Schlattingen und Schlatt für die Gratisverteilung der Flyer in ihren Gemeinden und ebenso der Zunft und der Männerriege. In den Dank eingeschlossen waren auch Jörg Monhart für die kunstvoll gestalteten Couverts und Thomas Brack, der die Idee für den Beizenfonds lancierte.

Knapp 200 Spenden zwischen 200 und 1000 Franken

Insgesamt 196 Spenderinnen und Spender haben die beeindruckende Summe von 42'324 Franken zusammengebracht. Der Stadtrat hat den Beizenfonds dank eines Gewinns in der Jahresrechnung mit 10'000 Franken unterstützt und zusätzliche Hilfe auch auf das Gewerbe, die Kunstschaffenden und Vereine ausgeweitet. «So grosse Solidarität hätte ich mir selbst in den kühnsten Träumen nicht ausmalen können», sagte eine sichtlich bewegte Beatrice Hanhart. Diese Summe bei einer Bevölkerungszahl von rund 7500 Einwohnern in den Unterthurgauer Gemeinden ist den grosszügigen Spenden von Einzelpersonen zu verdanken, deren Beitrag zwischen 200 und 1000 Franken lag. Besonders erstaunt war Hanhart über Spenden von auswärts, so zum Beispiel von einem deutschen Ehepaar aus dem Kanton Luzern mit 500 Franken.

Dann rief Hanhart die anwesenden Gastronomen einzeln auf, um ihre Couverts abzuholen. In jedem Briefumschlag war die persönliche Spendenliste beigelegt und die Liste derjenigen, die in den Allgemeintopf einbezahlt hatten. Durch den Vermerk «Meine Lieblingsbeiz» auf dem Einzahlungsschein hatten sich unterschiedliche Beträge ergeben, weshalb Hanhart die Gastronomen bat, ihre Couverts erst zu Hause zu öffnen. Sie sagte:

«Der Aufwand bei der Zuordnung der Beiträge war grösser, als ich erwartet hatte.»

Doch sei es eine Freude für sie gewesen, jede Woche beobachten zu können, wie der Spendenpegel unaufhörlich stieg. Mit dem Wunsch, dass der Coronaspuk bald sein Ende nehme und die Gastronomen ihre Gäste wieder bewirten können, entliess Hanhart die Anwesenden. Den kräftigen Applaus für ihre grosse Arbeit hatte sich die Präsidentin redlich verdient.