Diessenhofen muss nach innen wachsen statt nach aussen

Die vom Stadtrat Diessenhofen eingesetzte Planungskommission hat ein Konzept für die Ortsplanung erarbeitet.

Manuela Olgiati
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Stadtpräsident Markus Birk und Konradin Winzeler informieren über die Ortsplanungsrevision.

Stadtpräsident Markus Birk und Konradin Winzeler informieren über die Ortsplanungsrevision.

Bild: Manuela Olgiati

Die letzte Gesamtrevision der Ortsplanung von Diessenhofen wurde 1987 gemacht. Nachdem das Baureglement bereits formell an die geänderte, übergeordnete Gesetzgebung angepasst wurde, geht es nun um eine gesamthafte Überprüfung sowie Anpassung des kommunalen Richt- und des Zonenplans.

«Dabei wird das Baureglement materielle Änderungen erfahren»

sagt Stadtpräsident Markus Birk, der gleichzeitig Präsident der Planungskommission ist. Es geht um Optimierung für die nächsten 15 Jahre und um Zuständigkeiten.

An der Informationsveranstaltung in der Rhyhalle am Donnerstagabend holen sich über 100 Einwohner Informationen ab. Raumplaner Konradin Winzeler orientiert über den Grundlagenbericht und das Siedlungsentwicklungskonzept der Planungskommission. Der Planungsablauf sehe fünf Schritte vor, mit Beginn der Analyse von Zielen und Handlungsbedarf. Dann werden Entwürfe des Richt- und Zonenplans sowie Baureglement im Planungsbericht erarbeitet und der Grundlagenbericht fortgesetzt.

Für die Vernehmlassung der Entwürfe werden die Bevölkerung und Nachbargemeinden stark einbezogen. In einem vierten Schritt folge die öffentliche Auflage des Zonenplans und Baureglements, eventuell mit Einspracheverhandlungen. Danach folge das Genehmigungsverfahren durch das Departement für Bau und Umwelt. Die Inkraftsetzung wird anschliessend durch den Stadtrat erwirkt.

Siedlungsplangebiete müssen reduziert werden

Die Kommunalplanung umfasst den kommunalen Richtplan, den Rahmennutzungsplan und Sondernutzungspläne mit den zugehörigen Vorschriften. Ein mehrseitiges Dokument ist der Grundlagenbericht, der festhält, dass das Baugebiet für die nächsten 15 Jahre richtig dimensioniert sein soll. Gemäss Winzeler müssen die Siedlungsrichtplangebiete um 2,5 Hektaren reduziert und eine Siedlungs- entwicklung nach innen aktiviert werden.

Der Schutz der wertvollen Ortsteile und Bausubstanzen gilt es zu berücksichtigen. Ebenso die Raumsicherung für neue Betriebe und Gewässer. Landwirtschaftliche Flächen sollen genutzt werden. Im Bereich Verkehr sind sichere Fuss- sowie Fahrwege, ein gutes ÖV-Angebot, eine direkte Anbindung der Arbeitsplatzflächen und eine optimierte Verkehrsführung Thema.

In der Diskussion spricht Birk vom möglichen Anschluss an die Bodensee-Thurtal-Strasse T13. Winzeler stellt auch das Siedlungsentwicklungskonzept vor. Die Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen seien bedarfsgerecht zu dimensionieren. Fragen werden zum Tennisplatz gestellt, der besser in den Bereich der weiteren Sportanlagen integriert würde. Auch denkmalgeschützte Bäume werden angesprochen.

Die Mitwirkung der Bevölkerung sei nicht nur vorgeschrieben, sondern werde ausdrücklich gewünscht, betonen Winzeler und Birk. Stellungnahmen zur Vernehmlassung des Grundlagenberichts und des Siedlungsentwicklungskonzepts können bis 31. Januar schriftlich bei der Stadtgemeinde Diessenhofen eingegeben werden.