Diessenhofen
Im Dialog mit dem verstorbenen Musiker: Drei Schwestern interpretieren Lieder von Dieter Wiesmann

Die Munagapati-Schwestern aus Dettighofen bilden die Gruppe Mahilasong. Gemeinsam haben sie am Pfingstsonntag in der Diessenhofer Tigerfinklifabrik Lieder des verstorbenen Schaffhauser Musikers vorgetragen.

Thomas Brack
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Die drei Schwestern Sarah, Tabitha und Debbie Mungapati.

Die drei Schwestern Sarah, Tabitha und Debbie Mungapati.

Bild: Thomas Brack

Mahilasong – so nennen sich die Schwestern Tabitha, Sarah und Debbie Munagapati. Der Bandname leitet sich aus dem Hindiwort «Mahilasang» ab, was Schwesternschaft bedeutet. Die drei Schwestern haben indische Wurzeln und wurden in den 1990er-Jahren im Thurgau geboren. Auf Einladung der Gemeinnützigen Gesellschaft Diessenhofen (GGD) interpretierten sie am Pfingstsonntag in der Tigerfinklifabrik Lieder des Schaffhauser Barden Dieter Wiesmann.

Mit Fug und Recht lässt sich behaupten, dass die Liebe zur Musik Grenzen und Generationen überwindet. Schon in ihrer Kindheit und Jugend hörten sie Lieder des Chansonniers, dessen «Bloss ä chlini Stadt» zur Hymne von Schaffhausen wurde und jede Nacht zum Sendeschluss von Radio Munot gesendet wird. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Kinderlied «De Tuusigfüessler Balthasar». Dieter Wiesmann verstarb 2015. Doch viele seiner fröhlichen, lustigen, aber auch nachdenklichen Lieder sind in das Volksliedgut eingegangen und treffen mit ihrem Witz, ihrer tiefgründigen Philosophie und Traurigkeit die Zuhörer mitten ins Herz.

Natürlicher und mitreissender Auftritt

Die Interpretinnen haben in ihrem Repertoire eher Songs für Erwachsene ausgewählt. Die mittlere der drei Schwestern, Sarah Munagapati, intonierte am Elektropiano, die beiden anderen begleiteten teilweise mit Gitarre und Ukulele.

Der Auftritt der drei Schwestern widerspiegelte die feine Melancholie und Selbstironie des Bänkelsängers, die seinen Chansons innewohnen. Ihre drei Stimmen harmonierten tadellos. Zudem bestach ihre Idee, Zwischentexte in Form von Briefen an Dieter in ihre Darbietung einzustreuen. So entstand ein lebhafter Dialog mit dem verstorbenen Sänger.

Der natürlich-charmante Auftritt der drei Musikantinnen eroberte die Herzen der Zuhörer im Sturm. Immer wieder brandete lang andauernder Applaus auf. Zum Schluss des Konzerts wurden mehrmals Zugaben herausgeklatscht.

Bestimmt hätte Dieter Wiesmann am Auftritt von Mahilasong in der alten Tigerlifinklifabrik seine helle Freude gehabt. «Er hört uns gewiss zu», meinte Sarah Munagapati. Fast meinte man, das schalkhafte Lächeln des Besungenen zu spüren. Ja, «öppis bliibt!»