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Diessenhofen bietet Dinosauriern der Datenverarbeitung eine Bühne

Der Diessenhofer Informatiker Peter Wägli stellt in der Tigerfinklifabrik in Diessenhofen seine Privatsammlung aus. Anschliessend sucht er Interessenten, die seine Sammlung übernehmen möchten.
Dieter Ritter
Informatiker Peter Wägli bereitet mit Fritz Franz Vogel die Ausstellung vor. (Bild: Dieter Ritter)

Informatiker Peter Wägli bereitet mit Fritz Franz Vogel die Ausstellung vor. (Bild: Dieter Ritter)

Prunkstück ist ein IBM-Computer System 3 aus den siebziger Jahren. Das Programm wurde in Lochkarten gestanzt und dann eingelesen. Der Datenverarbeitungsdinosaurier ist Teil der neuen Ausstellung in der früheren Tigerfinklifabrik in Diessenhofen: eine Reise durch die Informatikgeschichte von den Fünfzigerjahren bis etwa 1980.

Auftakt zum Jahresprogramm 2019/20

Die Ausstellung zur Geschichte der Computertechnik ist der erste Punk des Programms 2019/20 der Gemeinnützingen Gesellschaft Diessenhofen (GGD). Übers Winterhalbjahr verteilt, lädt die GGD zu Veranstaltungen zu kulturellen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen ein.

Zum europäischen Tag des Denkmals (14./15. September) nimmt die GGD den Hänkiturm in Betrieb, ein Zeuge der Diessenhofer Textilindustrie. Die junge Theatertruppe «Coco Hanke» ist am Samstag, 24. September, zu Gast. Sie zeigt laut Programmheft «eine Tragikomödie zum Zeitgeschehen». Nach Neujahr geht das Programm mit einer Filmvorführung zum Thema «Intelligente Bäume» weiter. Details unter: www.ggdkultur.ch. (hil)

Der Zentralspeicher des Computers System 3 fasst gerade mal 12'000 Zeichen, millionenfach weniger als bei heutigen Computern. Das System war seinerzeit sensationell und machte die «International Business Machines Corporation» (IBM) zum Weltmarkt-Führer. IBM entwickelte für ihre Rechner eine eigene Programmiersprache, RPG genannt. Sie ersetzte die Stecktafeln, mit denen früher Lochkarten-Maschinen programmiert wurden wie Tabulatoren (Drucker für Lochkartendaten), Sortierer und Mischer.

Ausgediente EDV-Geräte vor Schredder gerettet

Alle Exponate stammen aus der Privatsammlung von Peter Wägli, Informatik-Spezialist aus Diessenhofen. Er startete seine Laufbahn vor fünfzig Jahren bei IBM. Seither rettet er ausgediente Datenverarbeitungs-Geräte vor dem Verschrotten und kauft Bauteile, die ihm besonders interessant erscheinen. Er steht während den Öffnungszeiten für Fragen der Besucher zur Verfügung. Ende September, nach der Ausstellung, sucht er Interessenten, die seine Sammlung übernehmen möchten.

Ein weiterer Zeitzeuge ist ein externe Speicher. Er kam vor rund fünfzig Jahren auf den Markt. Auf einer Disc von 34 Zentimeter Durchmesser (grösser als eine Schallplatte) konnten 1,2 Megabyte gespeichert und wahlweise abgerufen werden. Es war ein wichtiger Schritt weg von fortlaufend zu lesenden Speichermedien wie Lochkarten oder Magnetbändern zu Medien mit direkt adressierbaren Datensätzen.

Die Ausstellung umfasst auch Stecktafeln, Mini-Speicherdisketten, Lochkarten- Stanzer und Computer-Bauteile, darunter Ferritkern-Speicher. Sie bestehen aus einer Matrix aus dünnen Fäden mit einem Ringkern an jeder Kreuzung. Die Ausstellungsstücke sind aus heutiger Sicht Kuriositäten, damals aber Wunderwerke der Technik.

Kauderwelsch für den Laien

Die Ausstellung läuft unter dem Titel «ON/OFF 1/0 hoch 9». Für den Laien ist es Kauderwelsch und soll seine Neugier wecken. Der Fachmann sieht darin das Binärsystem, 1 oder 0, in dezimaler Darstellung. Es bildet heute noch die Basis der elektronischen Datenverarbeitung.

Das Patronat für die Ausstellung übernahm die Gemeinnützige Gesellschaft Diessenhofen (GGD). GGD-Präsident Fritz Franz Vogel war am Aufbau der Ausstellung namhaft beteiligt und er stellt die ehemalige Fabrik zur Verfügung.

Vogel wird Gäste durch die Ausstellung führen und mit ihnen diskutieren. Ihn interessiere vor allem der philosophische Aspekt der rasanten Entwicklung in der Datenverarbeitung, sagt er. Ein Schädel in der Ausstellung, aus dem Wollfäden herausquellen, veranschaulicht den natürlichen Superspeicher, unser Gehirn, der von der Technik wohl niemals nachgebaut werden kann.

Hinweis: Die Ausstellung zur Geschichte der Computertechnik ist vom 9. bis zum 28. September in der früheren Tigerfinklifabrik in Diessenhofen zu sehen (täglich von 14 bis 19 Uhr). Vernissage, Sonntag, 8. September, 14 Uhr.

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