«Dieses Holz brennt unverschämt gut»: Zu Besuch an der Holzgant in Neunforn

Am Samstagmittag fand im Neunforner Wald die traditionelle Holzgant der Gemeinde statt.

Christof Lampart
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Gantrufer Florian Koch präsentiert den Bietern an der Holzgant in Neunforn das Holz.

Gantrufer Florian Koch präsentiert den Bietern an der Holzgant in Neunforn das Holz.

(Bild: Christof Lampart)

Auktionator Florian Koch wirkt beim Ausrufen der Ware so, als wäre er schon seit vielen Jahren in diesem Metier zu Hause. «Das Holz brennt unverschämt gut! Bei diesem fein gespaltenen Ster Lärche fangen wir bei 80 Franken an», verkündet der Mann, der seine Bieter in Neunforn gut kennt und entsprechend einzuschätzen weiss.

Auktionator Florian Koch

Auktionator Florian Koch

(Bild: Christof Lampart)
«Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal auf dieser Seite»

grinst er – und führt ganz unaufgeregt durch die einstündige Prozession.

Rund 500 Meter liegen zwischen den ersten Ster und Klafter Holz, welche fein säuberlich, mal ein bisschen grob, mal ganz fein gespalten, auf beiden Seiten des Waldweges liegend auf ihre zukünftigen Besitzer und Nutzer warten, und der umtriebigen Festwirtschaft, wo schon seit der Mittagsstunde gefühlt das halbe Dorf es sich bei Bier, Bratwurst und Kuchen gut gehen lässt. Auch Förster Paul Koch weiss:

«Die Holzgant hat sich mit den Jahren zum Anlass entwickelt, bei dem viele einfach gerne teilnehmen, selbst wenn sie gar kein Holz brauchen.»

Sowieso hat sich nicht nur das Gantpublikum mit der Zeit gewandelt, sondern auch die Holzkäufer. «Früher haben einige wenige immer sehr viel gekauft. Heute gehen mehr Kleinmengen weg – ist doch manchen ein Ster Holz fürs Cheminée genug», erklärt der Mann vom Fach. Und auch dem Förster ist das ganz recht, denn:

«Kleinmengen bringen in der Regel höhere Erlöse als Grossmengen.»

Dass die Temperatur frisch ist und die Auktion eher gemächlich vonstattengeht, stört hier niemanden. Die Stimmung ist ausgelassen und ein Spruch liegt alleweil noch drin. Auch wird gerne mal um fünf Franken das Angebot erhöht, nur um den Kollegen ein wenig zu foppen. Schön blöd, wenn man nachher selbst auf dem «Ster fürs Fitnesstraining», also grob gespaltenem Holz, sitzen bleibt.

Auch den Gantrufer holt seine «Vergangenheit» noch ein, denn als sich niemand für einen Ster schönen Ahorn interessiert, meldet er sich selbst. «Da kann man doch nicht einfach nichts bieten», entfährt es ihm – die Runde lacht und zieht weiter.

Rundholz und ein Kirschbaum zu vergeben

Weniger gefragt sind die wenigen Posten Rundholz. Da nützt es auch nichts, dass bei den geschätzten sechs Ster Buche auch noch ein Kirschbaum liegt.

«Wer hat noch keine Pfeffermühle? Wer weiss, was eine Pfeffermühle kostet, der macht hier wirklich ein Schnäppchen»

versucht es Florian Koch – jedoch vergeblich. Der guten Laune tut dies jedoch keinen Abbruch – zumal mit jedem abgeschlossenen Gebot nicht nur das Ende der Gant, sondern auch die Rückkehr in die gemütliche Festwirtschaft näher rückt.

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