Dieser umgedrehte Kirschbaum in Hüttwilen soll unter anderem den Winzern zugutekommen

Der Pensionierte Hüttwiler Landwirt Gottfried Nüssli musste einen Kirschbaum fällen. Daraus haben er und seine Frau nun einen Wieselbau geschaffen.

Christine Luley
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Gottfried und Trudi Nüssli mit ihrem Hund beim Wieselbau.

Gottfried und Trudi Nüssli mit ihrem Hund beim Wieselbau.

(Bild: Christine Luley)

Ob das eine Kunstinstallation ist, mag sich der eine oder andere Besucher der Besenbeiz Seehalde in Hüttwilen beim Anblick des Baumes mit den in den Himmel ragenden Wurzeln denken. «Mit dem Coronavirus hat sich unsere Erde umgedreht», sagt Gottfried Nüssli. Damit sie weiterleben könne, müsse man sie mit neuen Ideen stützen.

«Grund für den ‹Coronabaum› war eine Tanne, die im April gefällt werden musste, weil sie sonst auf das alte Bienenhaus gestürzt wäre», sagt der pensionierte Landwirt Nüssli. Im gleichen Arbeitsgang musste auch der dürre Kirschbaum in der Nähe dran glauben. Für den 73-Jährigen war klar:

«Da machen wir etwas draus.»

Auch als Erinnerung an seinen Vater Max, der den Halbhochstamm einst gepflanzt hatte. Während der Fällaktion kam die Idee vom umgekehrten Einpflanzen auf. Der Haupttrieb wurde in ein 70 Zentimeter tiefes Loch versenkt und die Seitentriebe mit einigen Holzrugel der Tanne gestützt.

Der fleissige Mäusefänger steht auf der roten Liste

In der Krone, im Erdbereich haben Gottfried und seine Frau Trudi einen Wieselbau angelegt. Die kleinen Raubtiere aus der Familie der Marder stehen auf der roten Liste, in der effizient bewirtschafteten Kulturlandschaft sind für sie geeignete Lebensräume rar. Dabei sind die Tiere fleissige Mäusefänger.

Das wissen auch die vier Iselisberger Winzer Urs Maier, Guido Lenz, Roland Lenz und Markus Frei. Um etwas gegen die Mausschäden an den jungen Reben zu unternehmen, starteten sie 2016 mit dem Wieselprojekt. Zur Ansiedelung der Tiere werden unter anderem Asthaufen in den Reben angelegt und Steinmauern mit Nisthöhlen gebaut.