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Tobel-Tägerschen: Unbekannte klauen 50er- und montieren 40er-Tafeln

Im Weiler Karlishub haben Unbekannte die 50er- durch 40er-Tafeln ersetzt. Die Gemeinde hat Anzeige erstattet und hofft, dass die alten Signaltafeln wieder auftauchen.
Roman Scherrer
Die 40er-Tafeln vor Karlishub bleiben noch einige Tage stehen. (Bild: Roman Scherrer)

Die 40er-Tafeln vor Karlishub bleiben noch einige Tage stehen. (Bild: Roman Scherrer)

Diese Meldung lässt aufhorchen. «Signaltafeln entwendet», schreibt der Gemeinderat Tobel-Tägerschen in seinem aktuellen Mitteilungsblatt «S Neuscht». Daneben ist ein Bild von einer Geschwindigkeitstafel vor Karlishub zu sehen, welche Tempo 40 anzeigt.

Wie die Behörde schreibt, seien im Weiler Karlishub sämtliche Tafeln «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» entwendet und durch fremde 40er-Tafeln ersetzt worden. Eine Person, welcher die neue Signalisation aufgefallen ist, habe dies der Gemeindeverwaltung gemeldet, berichtet Gemeindepräsident Rolf Bosshard. Bei den drei Ortszufahrten seien insgesamt sechs Tafeln ausgetauscht worden.

«40 ist ja keine herkömmliche Geschwindigkeitsbegrenzung», sagt Bosshard. «Das wäre eigentlich etwas für die Fasnachtszeitung.» Lustig findet man die Aktion bei der Gemeinde allerdings nicht. «Der Schaden am Steuerzahler beträgt 700 Franken», schreibt die Behörde. Deshalb hat sie vergangene Woche bei der Polizei Anzeige erstattet.

Polizei ermittelt noch

Die Ermittlungen würden derzeit laufen, weshalb noch keine weiteren Angaben gemacht werden könnten, erklärt Mario Christen, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei. So ist beispielsweise nicht bekannt, wann genau die 40er-Tafeln angebracht wurden.

Rolf BosshardGemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Rolf Bosshard
Gemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Der Gemeinderat Tobel-Tägerschen bittet nun Personen, die Beobachtungen gemacht haben, sich bei der Verwaltung oder bei der Polizei zu melden. Er hofft, dass die gestohlenen 50er-Tafeln bald wieder auftauchen. Einfach ersetzt werden können sie nämlich nicht. Rolf Bosshard erklärt:

«Die Tafeln haben wir nicht auf Lager, wir müssten sie zuerst wieder bestellen.»

Deshalb werden die falschen 40er-Tafeln noch ein paar Tage vor dem Weiler Karlishub stehen bleiben. Sie sehen aus wie originale Geschwindigkeitstafeln. Gebrauchsspuren, wie Bohrlöcher, lassen darauf schliessen, dass sie vorher an einem anderen Ort verwendet wurden.

Der Tafel-Wechsel hat in Karlishub beinahe Tradition. Bis zum vergangenen Sommer prangten jahrelang Tempo-30-Tafeln vor Karlishub. Auch für diese Signalisation waren Unbekannte verantwortlich, an die sich bereits alle gewöhnt hatten.

Im Oktober 2016 bemängelte das kantonale Tiefbauamt die 30er-Tafeln aber, weil keine Bewilligung dafür vorlag. So musste die Gemeinde den Weiler im August 2018 mit 50er-Tafeln beschildern. Die Behörde schrieb damals in einem Brief an alle Einwohner von Karlishub:

«Dem Gemeinderat ist es wichtig, dass er mit der Umsetzung einer gesetzlich vorgeschriebenen Signalisation einen gültigen Rechtsstand schafft, obwohl er damit einen über Jahre tolerierten Zustand beschneidet.»

Eine Tempo-30-Zone sei nur möglich, wenn vorher die Geschwindigkeit 50 signalisiert ist.

Konzept für Tempo 30 abgelehnt

Die Tempo-50-Tafeln werden nun aber nicht mit einer 30er-Zone ergänzt. Denn im Dezember 2017 lehnte die Gemeindeversammlung von Tobel-Tägerschen einen Kredit über 90'000 Franken für ein Konzept klar ab, welches Tempo 30 in allen Quartieren vorsah. Den Antrag stellte der Gemeinderat, weil zuvor 77 Anwohner aus dem Oberdorf in Tägerschen – von wo aus man zum Weiler Karlishub gelangt – mittels Petition Tempo 30 in ihrem Quartier gefordert hatten.

Und weil aus anderen Wohngebieten der Gemeinde derselbe Wunsch an die Behörde gelangte, entschied man sich, eine Offerte für Tempo-30-Zonen in allen Quartieren einzuholen. «Irgendjemand stört sich nun offenbar daran, dass der Antrag damals nicht angenommen wurde. Das ist aber Demokratie», sagt Rolf Bosshard.

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