Die Zukunft der Landwirtschaft gehört der Digitalisierung

Das Thurgauer Innovationsforum Ernährungswirtschaft fand mit rund 100 Teilnehmenden in Form einer Online-Konferenz statt.

Thomas Güntert
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Das Innovationsforum drehte sich auch um mehr Tierwohl bei Hühnern.

Das Innovationsforum drehte sich auch um mehr Tierwohl bei Hühnern.

Bild: Thomas Güntert

Das Innovationsforum Ernährungswirtschaft ist eine Zusammenarbeit von Forschungsanstalt Agroscope, Swiss Future Farm und Fachhochschule Ost. Das bestimmende Thema war die Automation entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Landwirtschaftsprodukten. Die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill bemerkte in ihrer Begrüssungsrede, dass die Produktion von Lebensmitteln in der Zeit der Coronapandemie wieder eine besondere Bedeutung erlangt hat.

Peter Hinder, Agronom und Geschäftsleiter der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina), ging auf die starken Veränderungen im Ernährungsverhalten ein. Die neuen Trends erstrecken sich von zuckerfreien Getränken, über Fleischersatz und vegetarische Produkte bis hin zu ultrafrischen Schnellmenus. Der Konsument will möglichst keine Allergene und Zusatzstoffe mehr.

Landwirtschaft steht im Spannungsfeld

Neben Nachhaltigkeit und Ökologie im Anbau und der Verarbeitung wollen die Konsumenten zunehmend auch eine plastikfreie Verpackung. «Bina ist gefordert, mit der Forschung und den Herstellern Alternativen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen», sagte Hinder. Die Digitalisierung ist ein weiterer Trend, um Lebensmittelverluste in der Wertschöpfungskette zu verhindern.

Bei der anschliessenden Online-Diskussion wurden die Qualitäts- und Erwartungsansprüche an die Landwirte angesprochen, die im Spannungsfeld mit den zunehmenden Vorschriften und Verbote stehen.

Gernot Ruppert von der Bühler AG Uzwil referierte über den Einsatz von digitalen Lösungen im Mühlenbereich und stellte das Smart Mill Programm vor. Das Ziel ist, mit einer komplett autonomen Mühle die Produktionsqualität zu steigern, den Energie- und Abfallverbrauch zu senken und die Gesamteffizienz der Anlage zu steigern.

Mehr Tierwohl beim Verlad für den Transport

Andi Schmal von der Frifag Märwil AG bemerkte, wie er sich vor 20 Jahren noch nicht vorstellen konnte, dass der Verlad von lebendem Geflügel zum Wohl des Tieres beitragen kann. Das ruhige Verladen im Stall erfolgt bei ultraviolettem Licht, das vom Geflügel nicht wahrgenommen wird. Die Tiere werden in speziellen Containerboxen transportiert und über die CO2-Betäubungsanlage der Verarbeitung zugeführt. Die Tiere bleiben bei der Betäubung im Verladegebinde und sind keinem Stress ausgesetzt.