Glosse
Die wahren Autoposer leben in Eschlikon

Südsicht auf eine erhellende Verkehrserhebung im Hinterthurgau.

Olaf Kühne
Merken
Drucken
Teilen
Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Ja sapperlot! Kaum haben wir das Thema der Stunde – nicht die Mohrenköpfe, sondern die Autoposer – für den Hinterthurgau vermeintlich abschliessend behandelt, belehrt uns eine Gemeinde eines Besseren: Die wahren Autoposer leben nicht im Oberthurgau. Eschlikon ist der Hotspot. Das haben nicht umtriebige Thurgauer Kantonspolizisten herausgefunden, vielmehr Zürcher Ingenieure. Also eigentlich waren es die Eschliker Grünen. Aber die sind bekanntlich befangen, wenn es ums Auto geht.

Doch der Reihe nach: Auf eine Petition der Grünen folgte eine umfassende Verkehrserhebung. 4500 Einwohner zählt Eschlikon. Wie viele davon das Autobillett haben, wissen wir nicht. So oder so generieren die Eschliker 15'000 Autofahrten. Pro Tag! Mehr Autoposing geht kaum. Nehmt das, Oberthurgauer BMW-Schnösel! Zugegeben: Die Zahl haben wir kolumnentauglich ein klitzekleines bisschen zugespitzt. In den 15'000 sind noch ein paar Auswärtige enthalten, die zum Shopping nach Eschlikon kommen. Und ein paar Lastwagen, die im Industriegebiet Cola-Deckeli, Heizungen und Recyclingzeugs abholen.

Quell-Ziel-Verkehr heisst das im Fachjargon. Und wenn wir schon mit Fachausdrücken um uns werfen: Der Binnenverkehr ist in diesen 15'000 Fahrten nicht mal enthalten. Nicht erfassbar, oder so. Elterntaxis sind also nicht mitgezählt. Turner, die mit dem Auto zur Turnhalle fahren, um genug Energie fürs Turnen zu haben, übrigens auch nicht.