Interview

«Die Untersee- und Rheinregion ist eine Perle»: URh-Geschäftsführer Remo Rey ist stolz auf die Auszeichnung des Thurgauer Tourismuspreises

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) ist mit dem Thurgauer Tourismuspreis ausgezeichnet worden. URh-Geschäftsführer Remo Rey freut sich sehr darüber. Aber es gibt auch einen Wermutstropfen.

Samuel Koch
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Ein URh-Motorschiff passiert die Holzbrücke in Diessenhofen rheinaufwärts.

Ein URh-Motorschiff passiert die Holzbrücke in Diessenhofen rheinaufwärts.

(Bild: PD)

Tourismuspreis-Gewinner, wie ist Ihre Gefühlslage?

Wir hätten nie mit dieser Auszeichnung gerechnet. Wir sind sehr glücklich und unglaublich stolz, alle Mitarbeitenden, die Geschäftsleitung und der gesamte Verwaltungsrat.

Und das in einer sehr schwierigen Phase?

Remo Rey, URh-Geschäftsführer.

Remo Rey, URh-Geschäftsführer.

(Bild: Donato Caspari)

Ja, wir sind ebenso betroffen von der Coronakrise, selbst wenn wir im Vergleich zu anderen Firmen bisher erst in der Saisonvorbereitung betroffen sind und so glimpflich davonkommen.

Von Corona mal abgesehen dürfte der Preis auch Balsam sein für die zuletzt geschundene Seele der URh?

Wir haben mit der erfolgreichen Sanierung den richtigen Weg eingeschlagen und die raue See der vergangenen Jahre hinter uns gelassen, auch wenn es hie und da schwierige und schmerzhafte Entscheidungen gab.

Die Jury würdigt mit dem Preis die unternehmerische Leistung, weil die URh die Schraube angezogen hat?

Nicht nur, die Sanierung ist bloss ein Teil davon.

Die zielgerichtete Weiterentwicklung und die vielfältige Kooperationsbereitschaft im Tourismus sind andere Eckpfeiler des Erfolgs.

Unser Unternehmen ist im Netzwerk stark, das wird bestätigt.

Sie sprechen die Rund- und Spezialfahrten an?

Wir haben das Angebot stetig ausgebaut, das immer mit fachkundigen und kooperativen Partnern funktioniert. Ein gutes Beispiel ist das grenzenlose Herbst-Hopping, das wir mit diversen Institutionen und Tourismusorganisationen rund um den Untersee geschaffen haben.

Der kantonale Tourismuspreis geht nun bereits zum zweiten Mal an den Rhein.

Die Untersee- und Rheinregion ist eine Perle und rückt immer stärker in die Wahrnehmung des ganzen Kantons. Auch die Thurgauer Bevölkerung erkennt, dass die Region viel zu bieten hat.

Was macht Sie besonders stolz?

Das interne Zusammenspiel zwischen allen Stufen. Für diesen Erfolg braucht es aber auch Passagiere, die als Botschafter wirken.

Nur so ist das gute Abschneiden beim Online-Voting zu erklären.

Dieses Resultat ist die grösste aller Anerkennungen, weil sie breit abgestützt ist.

Wie feiert die URh diesen Erfolg?

In der derzeitigen Krise vor allem in der virtuellen Welt, weil die Werft geschlossen ist und wir für alle Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden mussten.

Ein Dankesfest mit dem ganzen Team werden wir aber sicherlich nachholen.

Einen Teil des Preisgeldes werden wir dafür aufwenden.

Wirkt der Tourismuspreis auch als Motivation?

Garantiert. Es zeigt allen, dass sich der Einsatz der vergangenen Jahre gelohnt hat. So zieht unser Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern weiterhin an einem Strick.

Ein Wermutstropfen bleibt, denn die Preisverleihung findet wegen der Coronakrise nicht statt.

Klar, das ist schade, weil die Emotionen dieser Momente bei der Ehrung und einer allfälligen Laudatio wegfallen. Das geht in dieser Zeit aber vielen anderen auch so, wir sind nicht alleine.

Erstmals mit einem zusätzlichen Online-Voting

Heuer hat Thurgau Tourismus seinen Anerkennungspreis bereits zum 19. Mal verliehen. Erstmals hat zusätzlich zum Entscheid der eingesetzten Fachjury ein Online-Voting mit rund 3600 gültigen Stimmen das Resultat beeinflusst. Die Schifffahrtsgesellschaft für Untersee und Rhein (URh) setzte sich als eine von insgesamt sechs Nominierten gegen das Gasthaus Schupfen in Diessenhofen, den Hof Tschannen in Illighausen, die Kartause Ittingen in Warth, das Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum MoMö in Arbon und den Weinweg in Weinfelden durch. In den drei vorhergehenden Jahren durften der Camping Wagenhausen (2018), die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) (2017) und das Wellnesshotel Golf Panorama Lipperswil (2016) die mit 10'000 Franken dotierte Auszeichnung von Thurgau Tourismus entgegennehmen.

Neuer Antrieb für MS Arenenberg

In der Werft der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein in Langwiesen arbeiten Spezialisten am Motorschiff MS Arenenberg.
Thomas Güntert