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Hasen, Hermeline und Iltisse: Die tierische Volkszählung im Thurgau ist beendet

Die Volkszählung der Säugetiere ist abgeschlossen. Freiwillige haben während rund zwei Jahren über 1100 Meldungen getätigt. Darunter finden sich auch solche über bisher noch nicht nachgewiesene Arten.
Sebastian Keller
Feldhasen werden im Kanton Thurgau regelmässig beobachtet. (Archivbild: Susann Basler)

Feldhasen werden im Kanton Thurgau regelmässig beobachtet. (Archivbild: Susann Basler)

250 Eichhörnchen, 200 Rotfuchse, je 150 Igel und Rehe. Diese Arten sind Spitzenreiter bei der Volkszählung der Säugetiere im Thurgau. Während rund zwei Jahren waren Freiwillige dazu aufgerufen, zu melden, was vor ihren Nasen so kreucht und fleucht. Über 1100 Meldungen für den Thurgau gingen ein. Davon berichtet das Naturmuseum Thurgau in einer Mitteilung. Diese kantonale Institution koordiniert das nationale Projekt auf kantonaler Ebene. Die Beobachtungen aus dem Thurgau fliessen in den neuen nationalen Verbreitungsatlas ein.

«Wir sind sehr zufrieden», sagt Hannes Geisser, Direktor des Naturmuseums. Auch im Vergleich zu anderen Kantonen habe der Thurgau bezüglich Anzahl Meldungen gut abgeschnitten. Wer einen Feldhasen oder einen Biber beobachtete, konnte diese im Internet selber erfassen oder dies dem Naturmuseum überlassen. Eine Meldung über ein Einhorn gab es nicht. Denn: Jede Meldung musste belegt werden. «Meist waren das Fotos», sagt Geisser.

Kadaver ins Museum geliefert

Vereinzelt wurden auch Kadaver ins Museum geliefert. Ein toter Marder war das grösste Säugetier, das jemand ins Museum brachte. Meldungen waren auch aufgrund von Trittsiegeln, Kot oder Frassspuren möglich.

Besonders froh ist Geisser über Beobachtungen von schwer zu erfassenden Säugetieren. Dazu zählen Spitzmäuse, Mauswiesel, Hermeline und Iltisse. Auch Edelmarder konnten nachgewiesen werden. «Man wusste», sagt der Museumsdirektor, «dass sie im Thurgau vorkommen.» Zwischen Hörnli und Bodensee seien «potenzielle Lebensräume zu finden». Doch erst eine dokumentierte Beobachtung liefert die Gewissheit. Fachleute sprechen in solchen Fällen vom Schliessen einer Verbreitungslücke.

Doch nicht nur heimische Säugetiere bewegen sich im Thurgau. Geisser berichtet von zwei Meldungen über Waschbären. Im Gegensatz zu Deutschland seien sie in der Schweiz aber keine Plage. Um dies zu verhindern, rät er davon ab, die Tiere zu füttern – auch wenn sie drollig sind.

«Der Igel ist seltener geworden»

Der Verbreitungsatlas soll 2021 publiziert werden. Dannzumal können die neuen mit den älteren Daten verglichen werden. «Damit wird es möglich, die Veränderungen zu erkennen», sagt Hannes Geisser. Der letzte Atlas wurde 1995 veröffentlicht. Wenn der Bestand einer bestimmten Art einbricht, müsse man sich die Frage stellen, wieso. Eine traurige Tendenz zeichnet sich bereits ab. «Der Igel ist seltener geworden», sagt Geisser. In solchen Fällen sei es angezeigt, sich Gedanken darüber zu machen, wie der Art geholfen werden könne.

Ist der Thurgau wilder geworden? Das sei schwierig zu beurteilen, sagt Geisser. «Aber wir haben jetzt einen besseren Überblick über die Wildnis.»

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