Die Thurgauer Regionen blühen dank der Kulturpools auf

Nach zehn Jahren zieht Kulturamtsleiterin Martha Monstein eine positive Bilanz der Kulturpools.

Kurt Peter
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Der Chor Wyfelde profitierte auch schon von der Unterstützung des regionalen Kulturpools. (Bild: Manuela Olgiati)

Der Chor Wyfelde profitierte auch schon von der Unterstützung des regionalen Kulturpools. (Bild: Manuela Olgiati)

2009 wurden in Kreuzlingen und Diessenhofen die ersten regionalen Kulturpools gegründet. Martha Monstein zieht zehn Jahre später Bilanz: «Die Kulturpools machen ihre Arbeit gut.» Die Vorstände hätten nach der Gründung ihre Linie finden müssen «und sind ein immer besser eingespieltes Team mit interessanten Diskussionen geworden».

Die Leiterin des Kulturamts, Martha Monstein. (Bild: Clauda Schumm)

Die Leiterin des Kulturamts, Martha Monstein. (Bild: Clauda Schumm)

Die Vorstände verständen sich immer stärker als kulturelle Region «und bemühen sich, ein aktives Kulturleben in ihren Gemeinden zu fördern». Zudem werde das Kulturamt administrativ entlastet, denn regionale Gesuche für kleinere Veranstaltung würden nun bei den Kulturpools eingereicht.

Der Kanton verdoppelt den Beitrag

Regionale Kulturpools sind Trägerschaften, in welchen sich Gemeinden aus einer Region zusammenschliessen. Die Mitgliedsgemeinden zahlen pro Einwohner einen Beitrag, der zwischen einem und zwei Franken liegt, der Kanton verdoppelt diesen Betrag. Die Ziele liegen in der Stärkung der regionalen Kultur, der Schaffung einer Plattform für den Dialog zwischen Kulturveranstaltern und den Gemeinden sowie in der Vereinfachung der administrativen Abläufe. Ebenso soll die Fachkompetenz in den Gemeinden gestärkt werden.

Die Vorteile für die Mitglieder, so beschreibt es das Kulturamt, lägen in der sachkundigen Gesuchsbeurteilung, welche nach klaren Richtlinien Qualität und Kontinuität gewährleisteten. Eine Geschäftsstelle entlaste den Vorstand, und kleinere Gemeinden mit tieferen Budgetposten würden in die Kulturförderung einbezogen. Mit der Verdoppelung durch die Kantonsbeiträge ständen mehr Mittel für regionale Kulturförderung zur Verfügung.

In der Region Bischofszell bleiben Gemeinden fern

Die Möglichkeiten der regionalen Kulturpools werden aber nicht von allen Thurgauer Gemeinden genützt. So trat Salen­stein nach einigen Jahren aus dem Kreuzlinger «Kultursee» wieder aus. «Es gibt Gemeinden, die nicht in einem Kulturpool sind, gerade rund um Bischofszell gibt es noch grösseres Potenzial für Beitritte», sagt Martha Monstein. Die Gründe für einen Nichteintritt seien unterschiedlicher Natur.

Den acht regionalen Kulturpools standen 2018 insgesamt 736000 Franken zur Verfügung, davon wurde ein kleiner Teil für Administration verwendet. An den Vorstandssitzungen wurden mehr als 440 Gesuche behandelt. Mit 131 Gesuchen gingen beim Verein Thurkultur die meisten Anträge ein.

Dieser Pool mit Zentrum Stadt Wil arbeitet über die Kantonsgrenzen hinaus und ist ein Sonderfall, denn neben dem Thurgau zahlt der Kanton St. Gallen 67000 Franken als Beitrag. 96 Gesuche wurden im Kulturpool Oberthurgau eingereicht, 66 bei Kultursee Kreuzlingen, 55 in der Regio Frauenfeld, 42 im Kulturpool Mittelthurgau und 15 im Kulturpool Diessenhofen.