Kommentar

Die Thurgauer Regierung hat bei ihrer Vision die Handbremse zu wenig gelöst

Der Regierungsrat legt eine «Strategie Thurgau 2040» vor. Doch der grosse visionäre Wurf bleibt aus.

Christian Kamm
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Christian Kamm. (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm. (Bild: Urs Jaudas)

Wurde mit der Strategie 2040 mehr als eine Maus geboren? Die Antwort fällt, je nach Blickwinkel, unterschiedlich aus.

Ja, der Berg hat mehr als eine Maus ins Leben gesetzt. Weil sich eine Regierung die Zeit genommen hat, einmal über die eigene Nasenspitze hinaus in die Zukunft zu schauen. Wo steht dieser Kanton? Wo soll er hin? Wo sind seine Stärken? Vorbildlich. Alles Fragen, die neben den Herausforderungen des politischen Alltags zweifellos ihre Berechtigung haben. Soviel Selbstvergewisserung darf gerade bei jenen sein, die allzu oft Getriebene des Tagesgeschäfts sind und zwischen den verschiedenen Ansprüchen zerrieben werden.

Nicht mehr als eine Maus vor sich sehen werden hingegen all jene, die sich von der Zukunftsstrategie 2040 den grossen visionären Wurf versprochen haben. Den Thurgau einmal komplett anders gedacht. So wie er noch nie gedacht worden ist. Fehlanzeige. Methodisch schnörkellos gebaut, fusst die Strategie primär im bereits Vorhandenen: Visionärer Pragmatismus Marke Thurgau.

Diese vorsichtige Zurückhaltung mag auch damit zusammenhängen, dass das Gebot, ja keine Luftschlösser zu bauen, tief in der Thurgauer Politikerseele verankert ist. Dabei hätte man die Handbremse für einmal problemlos etwas lösen können. Denn die Kantonsregierung, die dereinst die Frage beantworten muss, was aus der Strategie 2040 geworden ist, wird garantiert nicht mehr die heutige sein.

Thurgauer Regierung gibt dem Kanton eine Vision

Der Regierungsrat stellt eine Strategie für den Thurgau in 20 Jahren vor. Das Papier beleuchtet die Qualitäten des Kantons, das Potenzial und mögliche Wege für die zukünftige Entwicklung. An der Umsetzung dieser Vision sollen alle mithelfen.
Larissa Flammer