Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mohn flankiert Weizen: Die Förderung der Landschaftsqualität funktioniert

Die aktuelle Agrarpolitik verlangt die Förderung der Landschaftsqualität. Was das konkret bedeutet, zeigt ein Rundgang zu Mohnblumen, Hochstammbäumen und einer Blumenwiese im Mittelthurgau.
Sebastian Keller
Ein Weizenfeld mit Ackerbegleitflora in Märstetten. (Bild: Reto Martin)

Ein Weizenfeld mit Ackerbegleitflora in Märstetten. (Bild: Reto Martin)

Der 1926 verstorbene Maler Claude Monet hätte hier wohl seine Staffelei aufgestellt. Mohn- und Kornblumen säumen ein Weizenfeld in Märstetten. Hummeln und Bienen landen in den Blüten. Die Blumen auf einem Streifen von rund drei Metern sind gewollt: Ackerbegleitflora. Sie sind Teil eines Landschaftsqualitätsprojektes. Solche wurden mit der Agrarpolitik 2014-2017 geschaffen. Direktzahlungsberechtigte Bauern erhalten Beiträge, wenn sie mitmachen.

Das Ziel: Attraktive Landschaften und regionale landschaftliche Kulturwerte erhalten und fördern. Am Rand des Weizenfelds steht Peter Schweizer, Geschäftsführer Landschaftsqualität Thurgau. Er sagt, was solche Projekte mit sich bringen: «Es gibt zwar eine Ertragseinbusse, aber diese ist vertretbar.» Dafür finden die Bienen ein Nahrungsangebot, die Velofahrer ein hübsches Fotosujet. «Landschaftsqualitätsprojekte sind immer ein Kompromiss.»

Sechs Millionen Franken Entschädigung im Jahr


Die Kommission Naturschutz des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL), in der mehrere Verbände mitarbeiten, lud zu einem Rundgang. Dieser führte auch zu Hochstammobstbäumen und einer Blumenwiese in Boltshausen. VTL-Präsident und SVP-Nationalrat Markus Hausammann zog eine Bilanz: «Nach einem eher zähen Start haben sich die Projekte gut etabliert.» So seien heute rund zwei Drittel der direktzahlungsberechtigten Bauern mit dabei und würden mit knapp sechs Millionen Franken entschädigt.

Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau, hob den Wert der Landschaft mit einem Wort hervor: Ökosystemleistungen. Damit gemeint ist etwa Lebensraum für Mensch und Tier, Trinkwasser, Sauerstoff oder Erholungsraum. «In der Natur erholt man sich besser, als in einem Fitnesscenter», sagte Kappeler.

Die Arbeit ist noch nicht zu Ende

Dass die Arbeit noch nicht getan ist, illustrierte Jakob Rohrer, Co-Präsident des Vogelschutzes Thurgau, vor Hochstammbäumen in Boltshausen. Früher hätte der Gartenrotschwanz am Ottoberg gebrütet. Der Insektenfresser sei aber seit einigen Jahren in der Gegend nicht mehr zu hören. Im Gegensatz zum Gebiet Egnach-Muolen, wo viele Hochstammobstbäume stehen. «Es braucht Massnahmen», sagte Rohrer, «wie diese finanziert werden, ist dem Vogel egal.»

Die Zukunft dieser Beiträge ist ungewiss

Die Fortführung der Landschaftsqualitätsbeiträge steht auf der Kippe. Im Sommer 2017 hat der Nationalrat eine Motion, die deren Abschaffung verlangt, knapp gutgeheissen – entgegen der Empfehlung des Bundesrates. Der Entscheid des Ständerates steht noch aus. Der Thurgauer SVP-Nationalrat Markus Hausammann sagte dazu: «Den Bauern wäre gedient, wenn sie Konstanz hätten.» Der Umbau Agrarpolitik alle vier Jahre findet er generell wenig sinnvoll, weil sich die Landwirte darauf ausrichten müssen. Hausammann betonte zudem, dass die Hauptaufgabe der Landwirtschaft die Produktion von Nahrungsmitteln sei. (seb.)

Landschaftsqualitätsprojekt: Getreidefeld mit Ackerbegleitflora - wie Mohn und Kornblumen - in Märstetten. (Bild: Reto Martin)
Eine Blumenwiese in Boltshausen. Seit 2009 unterstützt das Thurgauer Amt für Raumentwicklung Landwirte bei der Ansaat von Blumenwiesen - finanziell wie beratend. Damit soll die Artenvielfalt gesteigert werden. (Bild: Reto Martin)
Eine Blumenwiese in Boltshausen. Seit 2009 unterstützt das Thurgauer Amt für Raumentwicklung Landwirte bei der Ansaat von Blumenwiesen - finanziell wie beratend. Damit soll die Artenvielfalt gesteigert werden. (Bild: Reto Martin)
Landschaftsqualitätsprojekt: Getreidefeld mit Ackerbegleitflora - wie Mohn und Kornblumen - in Märstetten. (Bild: Reto Martin)
Eine Mohnblume dient als Ackerbegleitflora. (Bild: Reto Martin)
Mohn- und Kornblumen sind Ackerbegleitflora. (Bild: Reto Martin)
Landschaftsqualitätsprojekt: Getreidefeld mit Ackerbegleitflora - wie Mohn und Kornblumen - in Märstetten. (Bild: Reto Martin)
Mohn im Weizenfeld. (Bild: Reto Martin)
Landschaftsqualitätsprojekt: Getreidefeld mit Ackerbegleitflora - wie Mohn und Kornblumen - in Märstetten. (Bild: Reto Martin)
Auf einem Streifen von rund drei Metern wurde die Ackerbegleitflora gesät. (Bild: Reto Martin)
10 Bilder

Blühende Projekte

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.