Die Thurgauer Grünen kämpfen gegen Strassen und für Biodiversität

Mit dem Schwung aus den nationalen Wahlen wollen die Grünen auch bei den Thurgauer Grossratswahlen zulegen.

Kurt Peter
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Die grünen Galionsfiguren: Peter Dransfeld, Jost Rüegg, Karin Bétrisey, Kurt Egger und Simon Vogel.

Die grünen Galionsfiguren: Peter Dransfeld, Jost Rüegg, Karin Bétrisey, Kurt Egger und Simon Vogel.

Donato Caspari

Der Parteipräsident der Thurgauer Grünen, Kurt Egger, ist stolz darauf, dass die Grünen erstmals seit 25 Jahren einen Nationalrat nach Bern schicken. Egger, der selber das Mandat errungen hat, strich bei der Jahrespressekonferenz im Frauenfelder Café Hirt auch den Wähleranteil heraus, der im Herbst 2019 auf 10,4 Prozent gestiegen ist: «Diesen Schwung wollen wir nun auch bei den kantonalen Wahlen mitnehmen.»

Bétrisey sieht sich als Sprachrohr der Jungen

Die Grünen stellen mit Karin Bétrisey auch eine Kandidatin für den Regierungsrat. Sie selbst sieht sich als «Sprachrohr der Jungen, bei einer Wahl suche ich den regelmässigen Austausch und freue mich auf Diskussionen mit kritischen Geistern».

Die Mehrheitsverhältnisse in der Exekutive lasse eine sachgemässe Auseinandersetzung nicht zu, meinte sie weiter. «Ich stelle die Zauberformel in Frage, wenn die grossen Parteien alle mit eingebunden sind, entsteht in intensiver Diskussion ein guter Kompromiss.» In der Raumplanung lägen viele heisse Kartoffeln auf dem Tisch, etwa die Weilerzone.

Das Wahlziel lautet 13 bis 15 Sitze im Grossen Rat

Sie werde für historisch gewachsene Strukturen kämpfen. Dass sich der Regierungsrat im Verkehrskonzept auf die Strassenprojekte BTS und OLS verlasse, sei nicht nachhaltig. Ausserdem sei die Zukunft beider Achsen ungewiss. Das Ziel der Partei bei den Wahlen in den Grossen Rat sei klar. «Die Grünen wollen von bisher 10 Sitzen auf 13 bis 15 Sitze kommen», sagte Kurt Egger. Die Partei könne in den letzten vier Jahren einige Erfolge nachweisen, wie etwa die Lancierung der Initiative zur Förderung der Biodiversität.

Für die Jungen Grünen ständen einige wichtige nationale Abstimmungen bevor, fügte Co-Präsident Simon Vogel an. «Unterstützen werden wir die Agrarinitiativen, bekämpfen die SVP-Kündigungsinitiative und die Revision des Jagdgesetzes», machte er deutlich. Fraktionspräsident Peter Dransfeld sprach vom Einsatz der Grünen «für eine bürgernahe und praxisgerechte Umsetzung der baulichen Verdichtung».

Grüne stehen grundsätzlich hinter der Windenergie

Eine qualitätsvolle und nachhaltige Verdichtung der Siedlungen sei das Gebot der Stunde, praktikable und unbürokratische Lösungen hätten es aber schwer. Die Transparenz sei für ihn ein weiteres wichtiges Thema: «80 Prozent der Thurgauerinnen und Thurgauer fordern das Öffentlichkeitsprinzip, wir warten aber zu lange auf das entsprechende Gesetz». Mehr Transparenz brauche es auch bei der Parteienfinanzierung.

«Die Thurgauer Grünen stehen grundsätzlich hinter der Richtplanänderung Windenergie, wenn auch nicht unkritisch», meinte Vizepräsident Jost Rüegg. Beim Standort Seerücken gebe es noch einige offene Fragen. Die Grünen stellten sich zunächst ein Pilotprojekt vor, mit dem Erfahrungen gesammelt werden könnten. Dass für die Biodiversitätsinitiative in kurzer Zeit 5246 Unterschriften gesammelt worden sei, habe mit den Sorgen der Menschen zu tun. Die Biodiversität gehe stark zurück, Schutzgebiete müssten mehr Beachtung finden, sagte Rüegg:

«Die Initiative verlangt den Schutz der Biodiversität im Gesetz, glücklicherweise steht der Regierungsrat hinter dem Anliegen.»
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