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Die Thurgauer Grünen halten der SP wieder den Steigbügel bei den Nationalratswahlen

Bei den Thurgauer Grünen herrscht Unmut über fehlende Gegenleistungen der SP für ihre Wahlkampfhilfe.
Thomas Wunderlin
Gemeinsam in den Wahlkampf: Nina Schläfli (SP), Kurt Egger (GP) und Ueli Fisch (GLP). (Bild: Thomas Wunderlin)

Gemeinsam in den Wahlkampf: Nina Schläfli (SP), Kurt Egger (GP) und Ueli Fisch (GLP). (Bild: Thomas Wunderlin)

SP-Kantonalpräsidentin Nina Schläfli war schon hinaus komplementiert worden, als an der Mitgliederversammlung der Thurgauer Grünen (GP) heftige Kritik an der SP laut wurde. Im Gewölbekeller des Frauenfelder Restaurants Barone warb Schläfli am Montag für die Weiterführung der Listenverbindung der beiden Parteien.

Robert Meyer, Präsident der GLP Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Robert Meyer, Präsident der GLP Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Robert Meyer, Kantonalpräsident der Grünliberalen (GLP), versuchte seinerseits, die Grünen für eine Verbindung GP-GLP ohne SP zu überzeugen. «Ihr habt eine einmalige Chance, einen Sitz zu gewinnen», sagte Meyer, «die grösste Chance habt ihr in der Verbindung nur mit der GLP.»

GP und GLP greifen SVP-Sitz an

GLP und GP spekulieren darauf, gemeinsam den Sitz des abtretenden SVP-Nationalrats Markus Hausammann gewinnen zu können. Jeder von beiden hofft dabei, den Partner zu überflügeln und Ueli Fisch (GLP), respektive Kurt Egger (GP) in den Nationalrat zu schicken. Fisch und Egger kandidieren wie Schläfli auch für den Ständerat.

Egger bestätigte, dass die Variante GP-GLP für die GP erfolgversprechender wäre als GP-GLP-SP. Der Hauptgrund: «Wir hätten die Chance, den SP-Sitz zu gewinnen.» GLP-Präsident Meyer gab sich überzeugt, dass es die SP alleine schaffen könnte, während Schläfli daran zweifelte. Die SP-Präsidentin dankte den Grünen für die Unterstützung in den früheren Wahlen.

Die GP hielt der SP dreissig Jahre lang den Steigbügel

«Danke für den Dank», gab alt Kantonsrat Hannes Stricker zurück. Seit dreissig Jahren seien die Grünen Steigbügelhalter der SP. Nie habe sich diese bisher dafür bedankt. Nachdem Schläfli und Meyer gegangen waren, machte sich Stricker für die Listenverbindung GP-GLP stark. Ein solcher «Schuss vor den Bug» würde der SP klar machen, «dass wir nicht nur Stimmenlieferant sind».

In der Diskussion wurde der SP unter anderem vorgeworfen, sie habe die Grüne Gina Rüetschi bei den Frauenfelder Bezirksgerichtswahlen nicht unterstützt, ebenso wenig wie den Romanshorner Grünen Daniel Anthenien als Obergerichtskandidat.

Die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher hat die Fahrkarte nach Bern auf sicher. (Bild: Reto Martin)

Die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher hat die Fahrkarte nach Bern auf sicher. (Bild: Reto Martin)

Alt Kantonsrat Walter Lang warf SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher vor, dass sie in Bern in einer Abstimmung für die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) gestimmt hatte. «Sie het en Seich abloh», sagte auch Kantonsrat Toni Kappeler. Graf-Litscher habe aber dazugelernt. Die grüne Basis würde es laut Kappeler nicht verstehen, wenn die GP nicht mit der SP in die Wahlen ziehen würde: «Wir sind eine ökologische und soziale Partei.»

Peter Dransfeld, Ex-SP-Kantonsrat, sprach von einem «gewissen Macht-Zynismus»seiner früheren Partei; er hege aber grosse Sympathie für ihre Grundwerte.

GP-Schweiz-Vorstand für Allianz mit SP

Um Anliegen wie die Biodiversitätsinitiative durchzubringen, brauchten die Grünen Unterstützung bis in die Mitte, sagte der Arboner Kantonsrat Didi Feuerle: «Das Schlimmste wäre, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen.» Namens des Vorstands der Grünen Schweiz sprach sich Erika Hanhart für die Allianz mit der SP aus.

Bei den Abstimmungen im Nationalrat stimme Graf-Litscher gemäss seiner Erhebung zu 92 Prozent mit den Grünen, sagte Simon Vogel, Präsident der Jungen Grünen. GLP und GP stimmten nur zu 65 Prozent überein. Vogel warnte davor, dass die GP dem starken GLP-Kandidaten Ueli Fisch auf Kosten der SP in den Nationalrat verhelfen könnte.

In diesem Fall wäre aus Sicht der GP wenig gewonnen. Denn auch Fisch bekannte, er würde in Bern für die BTS stimmen. Er respektiere den Thurgauer Volksentscheid von 2012, obwohl er damals abgelehnt habe.

Mit 2,7 Prozent Zuwachs gibt es zweiten Sitz

Mit 40 Stimmen entschieden sich die Grünen für die Listenverbindung GP-GLP-SP. Nur 9 Stimmen entfielen auf GP-GLP. Damit kann Graf-Litscher mit ihrer Wiederwahl rechnen. Mit einem Wähleranteil der SP von 12,7 Prozent wie 2015 wäre das nicht sicher gewesen.

Offen ist, ob für GP-GLP-SP ein zweiter Sitz herausschaut. Die GP, die 2015 auf 5,4 Prozent kam, und die GLP (6,2 Prozent) müssten ebenso zulegen wie die SP. Laut Egger brauchen die drei Parteien gemeinsam einen Zuwachs von 2,7 Prozent: «Das ist relativ viel für den Thurgau».

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