Die Thurgauer FDP in der Zwicky-Mühle

Die kantonalen Freisinnigen steigen selbstbewusst ins Wahljahr 2019. Die Bedeutung des Slogans «Gemeinsam weiterkommen» unterstreicht FDP-Schweiz-Präsidentin Petra Gössi mit ihrer Anwesenheit.

Silvan Meile
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Jahresmedienkonferenz der FDP Thurgau: Nationalrat Hansjörg Brunner, Brigitte Kaufmann-Arn, Nazmije Ismaili, Anders Stokholm, Martina Pfiffner Müller, Petra Gössi, Präsidentin FDP Schweiz, und Kantonalpräsident David H. Bon. (Bild: Reto Martin)

Jahresmedienkonferenz der FDP Thurgau: Nationalrat Hansjörg Brunner, Brigitte Kaufmann-Arn, Nazmije Ismaili, Anders Stokholm, Martina Pfiffner Müller, Petra Gössi, Präsidentin FDP Schweiz, und Kantonalpräsident David H. Bon. (Bild: Reto Martin)

Petra Gössi wurde mit viel Lob empfangen. «Wir sind super aufgehoben und haben eine gute Führung in Bern», würdigte am Dienstag der Thurgauer FDP-Präsident David H. Bon die Anwesenheit der Chefin der nationalen Partei. Weil sie noch weitere Veranstaltungen in der Ostschweiz besuchte, passte es in ihren Terminplan, an der Jahres-Medienkonferenz der Freisinnigen Thurgau in Wigoltingen teilzunehmen.

Zwischen den Regalen im Verkaufsladen der Schälmühle E. Zwicky AG fühlte sich Gössi sogar in ihre Kindheit zurückversetzt. «Einige der Produkte sah ich bereits bei meiner Grossmutter.»

Damit gab sich die Innerschweizerin gleich selber einen Steilpass für ihre Ausführungen über die Verflechtung von Heimat, Tradition und Fortschritt. Nur wer seine eigene Geschichte und seine Herkunft kenne, könne seine Zukunft gestalten und in der globalen und vernetzten Welt selbstbewusst bleiben.

Steuervorlage eines der wichtigsten Geschäfte

Vernetzt will die Thurgauer FDP auch in Bern bleiben. Ihr Nationalrat Hansjörg Brunner kandidiert erwartungsgemäss nach zwei Jahren in der Grossen Kammer im Herbst erneut. Dort habe er mit der Steuervorlage «eines der wichtigsten Geschäfte des Bundes in der jüngeren Vergangenheit» miterlebt.

Falls es nun zum angekündigten Referendum gegen die mit der AHV-Finanzierung verknüpften Steuervorlage komme, werde er sich für die Vorlage starkmachen. Statt dieses grosse Reformvorhaben weiter vor sich herzuschieben, müsse es dieses Land nun lösen.

Das Stöckli ist kein Tabu für die Thurgauer FDP

Anders Stokholm, FDP-Fraktionspräsident im Thurgauer Grossen Rat, blickte vorwärts aufs Wahljahr 2019. Gemäss seinen Ausführungen muss sich niemand um den Thurgauer Freisinn Sorgen machen. «Kommunal stellen sich diverse Persönlichkeiten aus unseren Reihen für die Gemeinde- und Stadtexekutiven zur Wahl.»

Für die eigenössischen Wahlen im Herbst sei die Partei auf bestem Weg, eine ausgewogene Liste für den Nationalrat präsentieren zu können. Und auch das Stöckli ist kein Tabu. Stokholm sagt:

«Eine Kandidatur für den Ständerat halten wir uns offen.»

Erste Gespräche mit geeigneten Parteimitgliedern seien bereits geführt worden. Mit einer entsprechenden Kandidatur würde die FDP im Herbst die Sitze der SVP und der CVP angreifen. Dies wollten die Thurgauer Freisinnigen nach bisherigen Aussagen eher vermeiden.

Kampf der Überregulierung

Vermeiden will Kantonsrätin Brigitte Kaufmann, dass noch mehr Gesetze und Regulierungen den Handlungsspielraum für Unternehmen im Kanton weiter einschränken. Mit zwei Vorstössen im Grossen Rat hat sie bereits auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. «Die Thurgauer Regierung muss sich die Frage stellen, was eine kluge und moderne Regulierungspolitik beinhaltet.»

Wenn beispielsweise – wie geschehen – ein Gesetz den Heimen im Kanton vorschreibe, Ausbildungsplätze anzubieten, aber keine Leute da seien, die nach solchen Plätzen suchen, dann sei Kritik angebracht, sagt Kaufmann.

Politik den Jungen anpassen

Die Frauenfelder Unternehmensberaterin Marina Pfiffner Müller appellierte daran, «mutig zu denken und weitsichtig zu handeln». Dazu gehöre es auch, den jungen Menschen in der Politik Platz zu machen «und offen zu sein für unkonventionelle Ideen».

In diese Kerbe schlug auch Nazmije Ismaili, Präsidentin der Jungfreisinnigen. In der Politik würden jene Spielregeln gelten, die von der alten Generation aufgestellt worden seien. Die junge Generation, die mit den aktuellen sozialen und technischen Standards aufwachse, würde sich darin aber nicht mehr zurechtfinden. Ismailis These lautet deshalb: «Nicht die Generation Y muss sich der Politik anpassen, sondern die Politik der Generation Y.»