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Die Teetrinkerin: Silvia Peters im Interview

Silvia Peters leitet die Bildschule Frauenfeld. Sie ist eine kreative und offene Person, liebt das Barocke und vor allem Tee. Sie besucht jährlich ein Open-Air-Konzert. Aber Apps hat sie keine, weil sie kein Smartphone besitzt.
Christian Ruh
Die ordnende Hand der Silvia Peters in der Bildschule Frauenfeld.

Die ordnende Hand der Silvia Peters in der Bildschule Frauenfeld.

Was hat Sie in den letzten Wochen besonders beschäftigt?

Der Tod von Beat «Beatocello» Richner, der ein Kinderspital in Kambodscha aufgebaut und geleitet hatte. Ich werde am 24. Oktober an seine Gedenkfeier nach Zürich fahren.

Warum wohnen Sie in Frauenfeld und nirgendwo anders?

Es ist eine Stadt im Grünen, es gibt Kultur für Jung und Alt. Schulen und Stadt unterstützen die Kunst. Ausserdem hat Frauenfeld die schönste Weihnachtsbeleuchtung mit den Schattenbildern.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Die Kartause Ittingen, mit dem Kulturreichtum und der ehemaligen Klosteranlage, wir gehen da fast wöchentlich hin.

Was lieben Sie am Herbst?

Die Herbststürme, wenn es so windet, dass sich die Bäume neigen, und das Rascheln von Laub.

Was sollte man im Thurgau im Herbst unbedingt machen?

Eine Wanderung durch die Rebberge, das ist wunderschön!

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Wenn möglich, jeden Tag eine Stunde «Walking» und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Haben Sie ein Morgenritual?

Ich trinke jeden Morgen eine Kanne frischen Schwarztee; ich brauche den am Morgen wie andere Kaffee. Ich lese die «Thurgauer Zeitung» und wenn es reicht das «Feuilleton» der NZZ.

Können Sie kochen?

Ich koche sehr gerne. Das aufwendigste wäre Rehschnitzel mit selbst gemachten Spätzli, Rotkraut, gefüllte Äpfel und karamellisierte Marroni.

Ihr Restaurant-Tipp lautet …

Das «Schiff» in Mammern. Wir gehen da seit 50 Jahren hin und essen meistens Fisch, die Qualität hat noch nie nachgelassen.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Wir sind St. Galler Stadtbürger, also ohne Senf.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Maluns. Das sind gekochte Kartoffeln, die wie Rösti geraffelt und dann mit Mehl und viel Butter geröstet werden. Die kleinen Kugeln isst man mit Apfelmus.

Was haben Sie zuletzt in ­Konstanz eingekauft?

Wir kaufen grundsätzlich nichts in Konstanz.

Und was in einem Thurgauer Laden?

Dachlatten für die Bildschule. Und ein Bilderbuch bei Marianne Sax.

Was hören Sie im Auto?

Wenn ich etwas höre, dann SRF 2. Aber nur, wenn ich mich nicht konzentrieren muss.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Ich habe kein Smartphone. Ich habe nur ein einfaches Mobiltelefon.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten?

Ich würde meinen zweiten Vornamen, Magdalena, nehmen. So hiess auch meine Mutter.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Mich hat letztens ein Kind bei einer Kunstführung gefragt «Sind Sie schon 20?» Das nahm ich als Kompliment.

Haben Sie ein Lieblingstier?

In erster Linie Katzen, sie sind so einfühlsam und eigenständig und sie können so gut ihre Zuneigung zeigen.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Das Sonntagmorgenfrühstück. Wir machen immer einen reichhaltigen Brunch mit Toast – und natürlich mit einem feinen Schwarztee. Wir haben dafür sogar extra Sonntagsgeschirr und Silberbesteck.

Lügen Sie manchmal? Bei welchen Gelegenheiten?

Die Frage ist: Was heisst Lügen? Das müssten wir zuerst sorgfältig klären. Ich bin etwas barock und übertreibe gerne ab und zu.

Zur Person

Silvia Peters (70) war die erste Kunstvermittlerin im Kanton Thurgau. Sie hat vor bald 25 Jahren im Kunstraum Kreuzlingen mit Workshops angefangen und arbeitete zehn Jahre als Kunstpädagogin im Departement für Kulturelles in Winterthur. Sie ist seit fast 50 Jahren mit dem Soziologen Mathias Peters verheiratet. Die beiden haben drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder.

Ihr erster Traumberuf war?

Mein Vater war Huf- und Wagenschmied, ich wollte das auch werden.

Warum ist daraus nichts ­geworden?

Mein Vater musste seine schöne Schmitte aufgeben, da der Beruf nicht mehr aktuell war. Da ist das ganze verflogen.

Wonach schmeckt Glück?

Der Geruch von Wasser, wenn man am See sitzt und die Ruhe geniesst.

Was liegt auf Ihrem Nachtisch?

Ein Stapel Bilderbücher, der Kunstkatalog zu Helen Dahm und einige ungelesene Zeitungsartikel.

Mit wem würden Sie gerne eine Flasche Wein trinken?

Ich trinke keinen Wein. Lieber Tee. Und den muss man mit jemandem trinken, der es auch so geniesst, also am besten mit meinem Mann.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Börsianer, ich vertrage keinen Stress.

Was möchten Sie in diesem Leben noch machen?

Viel Zeit mit meiner Familie verbringen, und noch einmal für ein paar Tage über die Greina-Ebene wandern. Und ich hoffe, dass in meiner Lebenszeit noch der gleiche Lohn für Frauen und Männer erreicht wird.

Wann haben Sie zuletzt ein Open-Air-Konzert besucht?

Das Open Air Val Lumnezia. Wir sind immer im Sommer in Degen, weil meine Mutter von dort kommt. Seit der Gründung 1985 waren wir jedes Jahr da.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Immer wieder Lust auf Neues».

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Marie Leuenberger aus «Die göttliche Ordnung». Diese Schauspielerin hat ein sehr markantes Gesicht und fährt oft Velo in den Filmen. In meinem Film würde sie so die Botschaft «Bildschule» vermitteln.

Ruhig einschlafen können Sie, wenn …

... ich einen erfüllten Tag hatte, und den habe ich meistens. Ich höre dann im Bett noch etwas klassische Musik.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Im Bett telefonieren.

Wenn Geld kein Problem wäre, welches Auto würden Sie kaufen?

Einen Volvo, einen schweren, ich fühl mich darin sehr wohl und sicher.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Ich will einen farbigen Grabstein, so wie ein Kirchenfenster. Darauf soll stehen: «Seid nicht traurig, ich hatte ein glückliches Leben», das steht auch bei meiner Mutter auf dem Grabstein.

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