Astrid Keller will Aadorfer Schulpräsidentin werden

In die Turbulenzen der Schulbehörde war Astrid Keller als Mitglied des Gremiums involviert. Sie schaut aber optimistisch in die Zukunft und kandidiert nun bei den Ersatzwahlen Ende November für das Amt der Schulpräsidentin.

Roman Scherrer
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Sieht den Ersatzwahlen im November optimistisch entgegen: Astrid Keller auf dem Aadorfer Schulhausplatz. (Bild: Reto Martin)

Sieht den Ersatzwahlen im November optimistisch entgegen: Astrid Keller auf dem Aadorfer Schulhausplatz. (Bild: Reto Martin)

Sie ist aufgestellt und empfängt einen lächelnd im Büro des Aadorfer Schulpräsidiums. Auf den ersten Blick scheint es, als hätte Astrid Keller die Zeit vor und nach dem Rücktritt von Schulpräsident Martin Köstli kaum etwas anhaben können. Ihre Miene wird aber ernster, als dieses Thema zur Sprache kommt. «Die Zeit war für mich emotional sehr belastend. Auch weil wir in der Behörde Konflikte hatten, die auf persönlicher Ebene geführt wurden», sagt Astrid Keller. Seit Martin Köstlis Rücktritt haben sie und Vize-Präsident Nino Heider die Aufgaben des Präsidiums interimistisch übernommen.

Sie ist bereits das zehnte Jahr Teil der Aadorfer Schulbehörde und war schon vor Gründung der Volksschulgemeinde fünfeinhalb Jahre lang Mitglied der Primarschulbehörde Ettenhausen. Nun hat Astrid Keller ihren Rücktritt erklärt – allerdings nur aus einem formellen Grund. Sie kandidiert nämlich am 25. November für das Schulpräsidium. «Das hätte ich mir Anfang des Jahres nicht vorstellen können», sagt sie.

Viel Wohlwollen aus Bevölkerung erfahren

Zu dem Entscheid habe unter anderem der Rücktritt des Schulpräsidenten viel beigetragen. «Wenn das Amt nicht frei geworden wäre, hätte ich mir diesen Schritt gar nie überlegt», sagt Keller. Aus der Bevölkerung und von den Mitarbeitern der Schule habe sie sehr viel Wohlwollen erfahren. Auch ihre persönliche Situation lasse die Kandidatur zu. So seien ihre Kinder alt genug und sie werde nicht von einer anderen beruflichen Tätigkeit zeitlich eingeschränkt.

Aber auch ihre Rolle im Behördenkonflikt habe sie zur Kandidatur bewogen. «In den Hearings mit der Interpartei habe ich immer für Wertschätzung und Kooperation argumentiert», sagt Astrid Keller. Dies, während die Ortsparteien ihrerseits den Wiederaufbau von Vertrauen in der Bevölkerung und bei den Schulmitarbeitern als richtig erachteten und deshalb auf eine Gesamterneuerungswahl im November pochten. Darauf angesprochen sagt Keller:

«Ich wäre bereit gewesen für den Gesamtrücktritt.»

In der turbulenten Zeit hätten Behörde und Schulleitung «funktioniert». So, dass das Tagesgeschäft erledigt werden konnte. «Aber es ist so, dass seit Mai keine neuen Ideen entstanden sind, was etwa die Schulstrategie betrifft.» Man befinde sich derzeit im «Stellvertretungsmodus». Astrid Keller betont aber, dass die Behörde vorher fünf Jahre lang immer auf sachlicher Ebene gut zusammengearbeitet habe.

Dahin will die Ettenhauserin zurück. Sie will das Vertrauen in die und innerhalb der Behörde stärken – mit Hilfe ihrer Grundsätze Kooperation und Wertschätzung. Die Personalführung ist ihr sehr wichtig. Sollte sie gewählt werden, will sie die weiteren Schwerpunkte auf die Einführung des neuen Lehrplans, die Informatik und den Bereich Familie und Soziales legen.

Sie will das Zeitmanagement straffen

Worin unterscheidet sich Astrid Keller aber vom ehemaligen Schulpräsidenten? «Ich bin eine Frau», sagt sie lachend und ergänzt: «Ich wäre nicht die absolute Erneuerin. Martin Köstli hat es gut gemacht. Er war ein Teamplayer, das bin ich auch.» Nach längerem Überlegen sagt sie dann: «Zum Teil könnte man vielleicht das Zeitmanagement etwas straffen.»

Hinsichtlich der Wahlen rechnet sich Astrid Keller gute Chancen aus. Die Interpartei hat ihr grundsätzlich die Unterstützung zugesichert. Da sie Mitglied der CVP ist, kann Keller insbesondere auf deren Support zählen. Auch die beiden verbleibenden Behördenmitglieder, Nino Heider und Sandra Gansner Lienau, legen ihr keine Steine in den Weg. «Sie haben mir das Vertrauen ausgesprochen», sagt Keller. Es sei ihr aber wichtig, dass die Stimmbürger bei den Ersatzwahlen eine Auswahl an Kandidaten hätten.

Gut vernetzt in der Gemeinde

Und sollte es mit der Wahl nicht klappen? «Einen Plan B habe ich derzeit nicht. Vielleicht mache ich dann im Januar etwas länger Skiferien», sagt Keller lachend. Sie beschreibt sich als Familienmensch und sehr gesellig. In der Gemeinde ist sie gut vernetzt, nicht zuletzt durch ihre langjährige Tätigkeit in der Bürgermusik und im Einwohnerverein Ettenhausen. «Ich konnte mich dort engagieren, weil mein Mann immer gearbeitet hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.»

Derzeit ist Astrid Keller, die in Aadorf 2015 als erste Frau zur Persönlichkeit des Jahres gewählt wurde, unter anderem mit dem 40-Jahr-Jubiläum der Musikschule 2019 beschäftigt. «Dann gibt es natürlich ein Fest. Und ein Fest ist immer gut für die Astrid», sagt sie – natürlich mit einem Lächeln.

Keine weiteren Rücktritte in der Aadorfer Schulbehörde

Die zwei verbleibenden Mitglieder der Schulbehörde wollen im November keine Gesamterneuerungswahl durchführen. Die Interpartei muss den Entscheid akzeptieren und beschäftigt sich nun mit der Kandidatensuche für die Ersatzwahl.
Roman Scherrer