Rechtsstreit um Stallneubau in Wittenwil: Die Tafel steht wieder

Im Rechtsstreit um den geplanten Stallneubau gehen die Grundbesitzer wieder in die Offensive. Die Scheuerstrasse ist wegen der baufälligen Gebäude mittlerweile gesperrt.

Kurt Lichtensteiger
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Die Botschaft von Beat und Astrid Schär an die Passanten der Scheuerstrasse in Wittenwil. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Die Botschaft von Beat und Astrid Schär an die Passanten der Scheuerstrasse in Wittenwil. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Als «Akt des guten Willens» hatte es Landwirt Beat Schär bezeichnet: das Aufstellen der Orientierungstafel an der Scheuerstrasse in Wittenwil. Darauf waren unter anderem die Namen der Rekurrenten zu lesen, welche Einsprache gegen Schärs geplanten Laufstall erhoben hatten.

Wegen fehlender Baubewilligung entschloss sich Beat Schär, die Tafel wieder zu entfernen – allerdings nur temporär. Kurz vor Ostern ist die Tafel gleichenorts wieder auferstanden, mit neu aufgehängten Plakaten und neuem Schreiben, das sich an Spaziergänger, Wanderer und Velofahrer richtet.

Boykott vermutet

«Mehrmals wurden wir angesprochen, warum die Visierstangen für den Neubau eines Milchvieh-Laufstalls und Rückbaus von vier Ökonomiegebäuden immer noch stehen und mit dem Bau nicht begonnen wurde», schreibt Beat Schärs Frau Astrid auf der Tafel. Ihnen seien wegen des Rekurses gegen das bewilligte Bauvorhaben, nämlich zum Rückbau der maroden Gebäude, die Hände gebunden.

«Nach langer Verzögerung infolge der Einsprachen bekam ich im Dezember die Baubewilligung für mein Projekt», heisst es auf der Tafel weiter. Der Neubau sei gar den Wünschen der Einsprecher angepasst worden. Der Rekurs lasse nun auf den Versuch schliessen, jegliche bauliche Veränderung des Betriebes zu boykottieren.

«Unverständlich, denn wir wollten für unsere Kühe lediglich einen neuen Stall bauen. Schade, dass die alten Gebäude weiter zerfallen, meine Kühe weiterhin in einem Anbindestall bleiben müssen und die Scheuerstrasse gesperrt bleiben muss.»

Dass das Ganze ein derartiges Ausmass annimmt, habe niemand erahnen können, schreibt Astrid Schär.

Ehemann Beat Schär steht etwas ratlos vor der erst kürzlich erneut aufgestellten Hinweistafel. Darauf sind neugierig dreinblickende Kühe zu sehen, die sich eines zukünftigen Wohlbefindens erfreuen. Dazu und zum Schreiben seiner Frau kommt eine Visualisierung der projektierten Bauten, namentlich der projektierte Laufstall und einer Remise.

Wegen der baufälligen Scheune wurde die Scheuerstrasse gesperrt.

Wegen der baufälligen Scheune wurde die Scheuerstrasse gesperrt.

Rechnet mit jahrelanger Verzögerung

Das Bauthema scheint den Landwirt arg zu beschäftigen. Lieber würde er sich Anderem als den Rechtsstreitigkeiten widmen, denn Arbeit gibt es in dieser Jahreszeit mehr als genug. Am 20. März habe eine Begehung mit Grundbesitzer, Einsprechern, Rechtsvertreter und Delegierten von Kanton und Gemeinde stattgefunden. Auf eine Antwort warte er aber noch. Es sei davon auszugehen, dass das Bauvorhaben nur um Jahre verzögert, jedoch nicht verhindert werden könne.

Die Einsprecher befürchten, dass an diesem Standort in ferner Zukunft einmal ein Schweinestall gebaut werden könnte. Dafür wäre eine erneute Baueingabe unerlässlich. Diese Absicht weist Schär allerdings von sich. Und dennoch: Auf immer und ewig festlegen wolle er sich auch nicht. Dann macht er sich wieder auf, um seinen Betrieb in Schwung zu halten und widmet sich dem Einsäen von Futtermais.