Die SVP Thurgau reitet schon lange auf der grünen Welle


Mit einem Positionspapier streicht die SVP Thurgau ihren Beitrag zur Energiewende heraus.

Thomas Wunderlin
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Die SVP-Energiepolitiker: Hans Eschenmoser, Ruedi Zbinden, Paul Koch.

Die SVP-Energiepolitiker: Hans Eschenmoser, Ruedi Zbinden, Paul Koch.

Andrea Stalder

Der Weinfelder SVP-Kantonsrat Hans Eschenmoser leistet seit 2012 einen grossen persönlichen Beitrag an die Energiewende. Solarmodule auf dem Dach seines Bauernhofs produzieren 200000 kWh Strom pro Jahr –den Bedarf von 30 bis 40 Einfamilienhäusern. Viele Bauern nutzen Sonne und Holz als Energiequellen und produzieren Biogas, sagte Eschenmoser an einer Medienkonferenz der SVP Thurgau am Mittwoch in Weinfelden: «Die SVP lebt die grüne Welle schon lange.»

Kompromiss bei Energiegesetz

Eschenmoser ist Präsident der vorberatenden Kommission des Gesetzes über die Energienutzung. Der Grosse Rat habe einen «guten Kompromiss» gefunden. Die Lösung passe nicht allen Hauseigentümern, aber es müssten eben alle einen Beitrag leisten. Bei den Nationalratswahlen hat die SVP Thurgau drei Prozentpunkte Stimmen verloren, da sie aus Wählersicht wenig zum dominierenden Klimathema zu sagen hatte.

Im Hinblick auf die Grossratswahlen vom 15. März macht sie nun ihre bürgerlich-gemässigte Haltung bekannt. So heisst es im Positionspapier, die SVP Thurgau unterstütze «die Förderung von erneuerbarer, umweltfreundlicher und dezentraler Energie» mit der Einschränkung «soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist». Das helfe mit, «regionale Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern und zu erhalten».

Keine Windkraftanlagen gegen Willen der Anwohner

Auch Windkraftanlagen lehnt die SVP Thurgau ab, wenn sie «mit der Begründung, sie seien von nationalem Interesse, gegen den Willen der kommunalen Bevölkerung realisiert werden sollen». In Wuppenau und Braunau wird man es gerne zur Kenntnis nehmen.

Windmessturm in Braunau.

Windmessturm in Braunau.

Reto Martin

Nicht zu finden ist im Positionspapier das Schlagwort «Klimahysterie», wie es etwa von der SVP Zürich zu hören ist. Andererseits will die SVP Thurgau bestehende Kernkraftwerke weiter laufen lassen, solange sie sicher sind.

Parteipräsident Ruedi Zbinden appellierte an die Eigenverantwortung und strich heraus, dass er privat seit jeher mit erneuerbarer Energie heizt, früher mit Holz, heute mit Pellets.

Laut dem Oberneunforner Kantonsrat Paul Koch steigt der Stromverbrauch auch wegen der zunehmenden Elektromobilität; die Thurgauer Umsteigeprämie habe zu einer massiven Zunahme von strombetriebenen Autos geführt.

«Wärmepumpen brauchen auch Strom.»

Das grösste Potenzial, das für die Energiewende nutzbar gemacht werden könne, liege im Sparen.

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