«Die Strassenlaternen sind sogar näher als unsere»: Diskussion um neue Lichter neben der Frauenfelder Moschee

Seit über zwei Jahren betreibt die Islamische Gemeinschaft an der Gewerbestrasse 6 in Frauenfeld ein Gebetshaus. Jetzt wehrt sich ein Anwohner gegen drei neue Beleuchtungsanlagen.

Samuel Koch
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Die drei neuen und umstrittenen Beleuchtungsanlagen auf dem Parkplatz vor der Moschee an der Gewerbestrasse.

Die drei neuen und umstrittenen Beleuchtungsanlagen auf dem Parkplatz vor der Moschee an der Gewerbestrasse.

Bild: Samuel Koch

Passender zum Name könnte die Angelegenheit nicht sein, wozu es derzeit an der Gewerbestrasse 6 in Frauenfeld direkt neben der Zuckerfabrik geht. Seit der Eröffnung im Mai 2018 hiess das Gebetshaus der Islamischen Gemeinschaft, das rund 300 muslimischen Gläubigen Platz bietet, «Mesxhidi Nur», also «Moschee des Lichts».

Namensänderung wegen Verbindung zu umstrittenen Moscheen

Seit kurzem jedoch will der Vorstand festhalten, dass das Gebetshaus schlicht nur noch «Moschee Frauenfeld» heisst. Denn mit dem bisherigen Name sei der Standort Frauenfeld immer wieder mit anderen Moscheen in Verbindung gebracht worden, etwa mit der mittlerweile geschlossenen «An’Nur Moschee» in Winterthur, wo ein Imam nachweislich Jugendliche radikalisiert hat. Fatmir Sanakosi, seit anderthalb Jahren Präsident der Islamischen Gemeinschaft Frauenfeld, sagt:

«Diese Verbindung wollen wir nicht.»

Nördlich der Frauenfelder Moschee stehen den Betenden rund drei Dutzend Parkplätze zur Verfügung, wo vor kurzem drei Beleuchtungsanlagen mit Kandelabern installiert worden sind. Die Abendgebete dauern im Winter bis 21 Uhr, im Sommer gar bis 23 Uhr, weshalb den Mitgliedern der Islamischen Gemeinschaft beim Start zum Heimweg Licht gespendet werden soll. Und weil es auf dem Parkplatz spätabends so dunkel ist, hat es dort auch schon kleinere Unfälle gegeben. «Nur mit Blechschaden», versichert Fatmir Sanakosi.

Viel Zuversicht für einvernehmliche Lösung

Nun lösen die Lichter Diskussionen aus. Denn gegen das nachträglich eingereichte Baugesuch für die LED-Beleuchtungen ist im August während der öffentlichen Auflage beim Amt für Hochbau und Stadtplanung eine Einsprache eingegangen. Der Anstösser wehrt sich, weil in der Bauauflage die Uhrzeiten gefehlt hätten, wann die Beleuchtungen eingeschaltet seien, meint Sanakosi. Er schmunzelt und ergänzt:

«Die Strassenlaternen, die jetzt schon an der Gewerbestrasse stehen, sind sogar näher als unsere.»

Deshalb zeigt er sich auch zuversichtlich, dass er mit dem Einsprecher eine einvernehmliche Lösung finden wird. «Wir kennen uns und sprechen miteinander», sagt Sanakosi. Noch in dieser Woche steht ein Treffen mit Vertretern der Stadt sowie dem Einsprecher an. Bezüglich Lärm von davonfahrenden Autos gebe es jedenfalls überhaupt keine Probleme.

Beim städtischen Amt für Hochbau und Stadtplanung bereitet man ein Einsprachegespräch vor. «Ein Ausleuchtungsspezialist von Thurplus hat die Baueingabe beurteilt», sagt Stadtbaumeister Christof Helbling. «Und er hat Verbesserungspotenzial eruiert.»