Die Stimmbürger von Warth-Weiningen sagen unerwartet wuchtig Ja zum 4,9-Millionen-Franken-Neubau des Gemeindezentrums

Ende einer unendlichen Geschichte: Warth-Weiningen bekommt ein Infrastrukturgebäude für Verwaltung, Volg und weitere Dienstleister. Erste Ideen stammen von anfangs der 1990er-Jahre.

Mathias Frei
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Visualisierung des geplanten Neubaus.

Visualisierung des geplanten Neubaus.

(Bild. PD)

Peter Meuli wirkt positiv überrascht. Er hätte mehr Fragen erwartet zum 4,9-Millionen-Franken-Baukredit für das neue Infrastrukturgebäude an der unteren Vogelhalde in Weiningen, sagt der für die Liegenschaft zuständige Gemeinderat. Und Meuli war wohl auch auf hitzige Diskussionen vorbereitet. Aber so weit kommt es nicht am Donnerstagabend an der Rechnungsversammlung der politischen Gemeinde, die pandemiebedingt nun erst Ende August stattfinden kann. Unter den Gesichtsmasken, welche die 135 Stimmberechtigten tragen müssen, ist es schon genug warm.

In der Rechnung 2019 resultiert ein Gewinn, budgetiert war ein Verlust

Politisch Warth-Weiningen schliesst das vergangene Rechnungsjahr bei einem Ertrag von 5,817 Millionen Franken mit einem Gewinn über 327'000 Franken ab. Budgetiert war ein Minus von knapp 70'000 Franken. Das entspricht einer Verbesserung von 395'000 Franken. Während in der Sozialen Sicherheit knapp 100'000 Franken ausgegeben werden mussten, resultierten bei den Gemeindesteuern Mehreinnahmen von 430'000 Franken. Auch gab es 72'000 Franken mehr Grundstückgewinnsteuern. Demgegenüber fiel aber die Zahlung in den kantonalen Finanzausgleich um 120'000 Franken höher aus. Der Bilanzüberschuss beträgt 4,135 Millionen, das Eigenkapital liegt bei 8,568 Millionen. «Wir stehen sehr solid da und sind gut finanziert», zog Heinz Zimmer als zuständiger Gemeinderat ein positives Fazit. Die Versammlung genehmigte die Rechnung ohne Gegenstimme. (ma)

Peter Meuli, Gemeinderat.

Peter Meuli, Gemeinderat.

(Bild: Mathias Frei)

Die Pläne für ein Gemeindezentrum – oder heute Infrastrukturgebäude genannt – für Warth-Weiningen haben fast schon historischen Ursprung. Denn erste Ideen gab es bereits Anfang der 1990er-Jahre, mit Blick auf die 1995 vollzogene Gemeindefusion von Weiningen und Warth. Der dritte Anlauf nahm Ende 2018 seinen Anfang. Und nun nimmt diese unendliche Geschichte ein unerwartet klares Ende. Bevor es zur Abstimmung kommt, sagt Gemeinderat Meuli:

«Ich glaube, das Projekt würde unserer Gemeinde guttun.»
Warth-Weniningen plant auf der Wiese neben dem Schulareal das neue Infrastrukturgebäude.

Warth-Weniningen plant auf der Wiese neben dem Schulareal das neue Infrastrukturgebäude.

(Bild: Donato Caspari)

Dann bekommt der Baukredit von 131 Stimmberechtigten die Unterstützung, bei zwei Enthaltungen und ebenso vielen Neinstimmen. Applaus in der Mehrzweckhalle Vogelhalde. Meuli wirkt erleichtert. In der kurzen Fragerunde sagt er, der neue Volg werde etwas grösser als der Laden in Hüttwilen. Der Kubaturpreis sei im Rahmen. Und betreffend eines Bankomats sei man auch in Verhandlungen.

Nach Plan sind Räume im Herbst 2022 bezugsbereit

Visualisierung des geplanten Neubaus.

Visualisierung des geplanten Neubaus.

(Bild: PD)

Geht alles nach Plan, starten die Bauarbeiten im Sommer 2021, sodass der Bezug im Herbst 2022 möglich sein wird. Die Baukommission ist bereits gebildet. Es kann zeitnah losgehen. Das heisst: Meuli kann das Projekt, in das er viel Herzblut investiert hat, noch in dieser, seiner letzten Legislatur abschliessen. Meuli weibelt an diesem Abend mit klaren Argumenten und transparent für sein «Baby», das zukünftig den Volg, die Gemeindeverwaltung, eine Kita und weitere Dienstleister beherbergen wird.

Katharina Aeschbacher, Gemeindepräsidentin.

Katharina Aeschbacher, Gemeindepräsidentin.

(Bild: Mathias Frei)

Auf der gemeindeeigenen Parzelle ist in einem nächsten Schritt neben dem Infrastrukturgebäude eine Nutzung für Generationenwohnen angedacht. Konkret sei noch nichts, auch betreffend Bauherrschaft (Verkauf, Genossenschaft im Baurecht oder die Gemeinde selber), sagt Meuli.

«Eine attraktive Bebauung mit Wohnbauten ist auf jeden Fall möglich.»

Auch die Aussenräume sollen zu einer Aufwertung führen. Vorteilhaft sei zudem das flexibel gestaltbare Raumprogramm im Innern. Volg investiere 350'000 Franken in den Ladenausbau und hoffe zukünftig auf einen Jahresumsatz von sicher 1,2 Millionen Franken. Heute sind es in Warth 400'000 Franken. «Der Mietvertrag für den Laden liegt im Entwurf vor», sagt Meuli. Die Zufahrt zum Volg-Parkplatz erfolgt über die Schulstrasse. Die Hauptstrasse wird also nicht blockiert.

Kurz vor Beginn der Versammlung: Maskenpflicht in der Mehrzweckhalle Vogelhalde.

Kurz vor Beginn der Versammlung: Maskenpflicht in der Mehrzweckhalle Vogelhalde.

(Bild: Mathias Frei)
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