Die SP Thurgau holt die Themen an der Haustür ab

Mitglieder der Partei gehen vor allem im Wahlkampf im ganzen Kanton von Tür zu Tür. Die so gesammelten Anliegen sollen in die Politik einfliessen. Vom Super-Wahlsonntag erhofft sich die SP einen Vorteil.

Larissa Flammer
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Carla Steffen (Co-Präsidentin Juso), Cornelia Komposch (Regierungsrätin), Sonja Wiesmann (Fraktionspräsidentin), Sina Keller (Co-Präsidentin Juso), Nina Schläfli (Parteipräsidentin) und Alex Granato (Kantonsrat).

Carla Steffen (Co-Präsidentin Juso), Cornelia Komposch (Regierungsrätin), Sonja Wiesmann (Fraktionspräsidentin), Sina Keller (Co-Präsidentin Juso), Nina Schläfli (Parteipräsidentin) und Alex Granato (Kantonsrat).

(Bild: Donato Caspari)

Mit dem vergangenen Jahr, das von den nationalen Wahlen dominiert wurde, ist die SP Thurgau insgesamt zufrieden. Parteipräsidentin Nina Schläfli streicht vor allem das grosse Engagement im Wahlkampf hervor: «Das wollen wir mitnehmen in die kantonalen Wahlen», sagt sie am Jahresmedientermin im Frauenfelder «La Terrasse». Rund 100 SP- und Juso-Kandidaten treten zur Wahl an. Zusätzlich engagieren sich etliche Aktivisten, die am Telefon, auf der Strasse und an den Haustüren mit den Menschen reden.

Das SP-Motto «Mit den Menschen reden statt über sie» stellt Kantonsrat Alex Granato vor. Im ganzen Kanton gingen und gehen SP-Mitglieder von Tür zu Tür und fragen die Bevölkerung nach ihren Anliegen. Eines der wichtigsten aktuellen Themen sei die Klimafrage. Sehr interessiert seien die Leute auch am Themengebiet Arbeit, Einkommen, Lohnschutz. Granato sagt: «Wenn wir die Gespräche ausgewertet haben, ist einiges beisammen, das wir in der Politik umsetzen können.»

Juso gewinnen viele neue Mitglieder

Die bevorstehenden kantonalen Wahlen beschäftigen auch SP-Fraktionspräsidentin Sonja Wiesmann:

«Wir sind zuversichtlich, dass der Super-Wahlsonntag ein Vorteil für uns ist.»

Mit der wieder kandidierenden Regierungsrätin Cornelia Komposch als Zugpferde werde die Partei im Grossen Rat zahlenmässig zulegen. Die SP habe viel vorgespurt und hofft nun auf Ergebnisse von eingereichten Vorstössen. Zuversichtlich ist Wiesmann, dass im Thurgau Kinder nicht länger auf die schwarze Liste der säumigen Prämienzahler gesetzt werden. Sowohl im Grossen Rat wie auch im Nationalrat ist eine Motion dazu hängig. Weiter hofft Wiesmann, dass die Kantonsräte ein neues Instrument erhalten: die parlamentarische Untersuchungskommission. «Es gab mehrere Beispiele, bei denen wir froh darum gewesen wären und auch die Bevölkerung dies begrüsst hätte», sagt Wiesmann.

Cornelia Komposch begrüsst die Auswahl, welche die Bevölkerung bei den Regierungsratswahlen hat. Sie erarbeitet mit ihren Ratskollegen bereits die Richtlinien 2021-2024, in die sie ihre Kernthemen einbringt. Dazu gehören unter anderem eine griffige Klimapolitik, ein starker Service public und Chancengerechtigkeit. In ihrem Departement für Justiz und Sicherheit stehen mehrere Projekte an: die Reorganisation und Aufstockung der Kantonspolizei oder die prekäre personelle Situation beim Zivilschutz.

Carla Steffen.

Carla Steffen.

Bild: Donato Caspari

Die Juso werden seit Dezember von den Co-Präsidentinnen Sina Keller und Carla Steffen geführt. Sie wollen der Jungpartei wieder zur alten Stärke verhelfen. Steffen sagt:

«In den letzten Wochen haben wir so viele neue Mitglieder gewonnen wie lange nicht mehr.»
Sina Keller.

Sina Keller.

Bild: Donato Caspari

Das liege daran, dass man aktiver sei – mit Aktionen wie jener gegen das Steuerpaket. Keller sagt: «Unser Fokus ist es, so weit zu kommen, dass wir mitreden dürfen.» Im Bezirk Kreuzlingen haben die Juso eine eigene Wahlliste.