Die Situation verschärft sich: Kanton Thurgau setzt Fachstab Trockenheit ein

Die Wasserstände der Fliessgewässer im Kanton Thurgau sind derzeit tief und der Boden sehr trocken. Die Bevölkerung ist angehalten, nur auf festen Feuerstellen zu feuern.

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Durch die lang anhaltende Trockenheit ist der Wasserstand in der Thur bei Weinfelden (vor Rothenhausen) stark gesunken.

Durch die lang anhaltende Trockenheit ist der Wasserstand in der Thur bei Weinfelden (vor Rothenhausen) stark gesunken.

Bild: Andrea Stalder, 14. April 2020

(red) Am Montag haben sich verschiedene Fachexperten des Kantons Thurgau getroffen und die Lage bezüglich Trockenheit analysiert. Das Expertenteam besteht aus Vertretern des Amts für Umwelt, dem Forstamt, dem Amt für Bevölkerungsschutz und Armee, dem Landwirtschaftsamt, dem Feuerschutzamt, der Kantonspolizei, der Jagd- und Fischereiverwaltung sowie dem Informationsdienst.

Die Fliessgewässer im Kanton Thurgau führen schon auffällig früh im Jahr wenig Wasser, da in den höheren Lagen wenig Schnee liegt und es in den vergangenen Wochen kaum geregnet hat. Das aufgelaufene Niederschlagsdefizit konnte über den vergangenen Winter nicht kompensiert werden, teilt der Kanton am Dienstag mit.

Notabfischung wird nötig, wenn der Regen weiter ausbleibt

Die Böden sind sehr trocken, die Landwirte sind bereits jetzt zur Bewässerung gezwungen. Auch die Waldböden sind sehr trocken, vor allem im Bereich offener Flächen. Die Waldbrandgefahr wird als erheblich (Stufe 3 von 5) eingestuft. Obwohl es bereits in den vergangenen Jahren sehr trocken war, sind die Grundwasserstände derzeit normal.

Beim Feuern im Freien gelten weiterhin Verhaltensregeln. So dürfen Grillfeuer nur in offiziellen, befestigten Feuerstellen entfacht werden. Bei starkem Wind soll ganz auf das Feuern im und am Wald verzichtet werden. Feuer in Feuerstellen sind vor dem Verlassen zwingend zu löschen. Der Kanton schreibt auch:

«Ein Feuerverbot ist noch nicht angezeigt.»

Wasserentnahmen aus Flüssen sind derzeit ebenfalls noch möglich. Bislang waren noch keine Notabfischungen nötig. Bleibt der Regen weiter aus, werden solche unumgänglich. Dann ist auch ein Wasserentnahmeverbot nicht auszuschliessen.

Der Fachstab Trockenheit beobachtet die Lage weiter und wird falls nötig über allfällige Massnahmen orientieren.