Die Sek Müllheim schreibt tiefrote Zahlen und muss sich mittelfristig ein neues Präsidium suchen

Die Sekundarschulgemeinde Müllheim schliesst das Jahr 2019 mit einem Minus von fast 450'000 Franken ab. Zudem kündigt Schulpräsident Rolf Seltmann seinen Rücktritt für das kommende Jahr an.

Andreas Taverner
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Sitzen mit Abstand an den beiden Schulgemeindeversammlungen.

Sitzen mit Abstand an den beiden Schulgemeindeversammlungen.

(Bild: Andreas Taverner)

Erst kurz vor Schluss der Schulgemeindeversammlung der Sek Müllheim lässt Schulpräsident Rolf Seltmann die Katze aus dem Sack.

«Nach 16 Jahren Behördentätigkeit, davon rund acht als Präsident, werde ich mich nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen.»

Das erklärt er am Donnerstagabend den 92 Stimmberechtigten. Schon zuvor gibt es Erklärungsbedarf zu den tiefroten Zahlen der Rechnung 2019.

Sekschulpräsident Rolf Seltmann.

Sekschulpräsident Rolf Seltmann.

(Bild: Andreas Taverner)

Budgetiert gewesen war ein Minus von 143'000 Franken. Schlussendlich resultiert ein Verlust von fast 450'000 Franken. Dies bei Einnahmen von gut vier Millionen. Diesen stehen in der Rechnung Ausgaben von gut 4,5 Millionen Franken gegenüber. Daniel Balzer, verantwortlich für die Finanzen, erklärt: «Immer mehr Schüler brauchen Unterstützung, was kostet.» Weiter führt er einen Steuerabschreiber von 74'000 Franken und eine neue Heizung, die immer wieder Ärger verursacht, als Erklärung für das schlechte Resultat an. «Doch wir haben die Ausgaben unter Kontrolle», sagt er. Mit dem neuen Finanzierungsmodell sollte den Sekundarschulen ab nächstem Jahr mehr kantonale Mittel zugestanden werden, erklärt Präsident Seltmann. Bei dem gleichbleibenden Steuerfuss von 36 Prozent rechnet die Behörde im Budget 2020 mit einem Minus von rund 37'1000 Franken.

Am Saaleingang werden die Kontaktangaben der Stimmberechtigten aufgenommen.

Am Saaleingang werden die Kontaktangaben der Stimmberechtigten aufgenommen.

(Bild: Andreas Taverner)

Primarschule schliesst mit 862'000 Franken Gewinn ab

Nach der Sek ging es unter der Führung von Primarschulpräsident Oliver Schmid durch die Traktanden. Die Primarrechnung 2019 schliesst mit einem Überschuss von fast 862000 Franken ab, unter anderem wegen Mehreinnahmen von 300'000 Franken bei den Gemeindesteuern. Einem Aufwand von 3,5 Millionen Franken steht ein Ertrag von gut 4,4 Millionen Franken gegenüber. Gutgeheissen wurde der Vorprojektkredit von 500'000 Franken für die geplanten Ersatzbauten. «Damit wir die Ausgaben von etwa 25 Millionen im Griff haben, benötigen wir diesen Projektierungskredit», erklärte Pius Nauer, verantwortlich für die Liegenschaften, den 51 Stimmberechtigten. Auch das Budget und der gleichbleibende Steuerfuss kamen durch. (at)

Lehrer bekommen neue Duschen

Daniel Balzer, Verantwortlicher Sekfinanzen.

Daniel Balzer, Verantwortlicher Sekfinanzen.

(Bild: Andreas Taverner)

Zu einer längeren und engagierten Diskussion führt der Kredit von 180'000 Franken, um jeden Schüler beim Eintritt in die Schule mit einem persönlichen IT-Gerät auszustatten. Dieses soll man am Schluss der Schulzeit gegen einen Kostenbeitrag übernehmen können. Der Antrag von Franziska Gurtner, ein Depot dafür zu verlangen, wird mit 37 Ja- zu 25 Nein-Stimmen gutgeheissen. Problemlos kommen die weiteren Geschäfte durch, etwa die Sanierung des Duschbereichs für die Lehrpersonen. Wie Schulleiter Walter Strasse erklärt, lösen sich in den Duschen bereits die Plättli.

Ein Votant stört sich, dass die Schüler keine Noten im letzten Semester erhalten haben. Strasser erklärt, dass dies eine Weisung des Kantons gewesen ist. «Wir mussten uns an diese halten», erklärt er den besonderen Umstand.

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