Die schmale Ortsdurchfahrt in Kefikon soll ruhiger werden - nach Jahren des Hin und Her

Gachnang nimmt einen neuen Anlauf für Tempo 30 auf der Dorfstrasse in Kefikon.

Stefan Hilzinger
Drucken
Teilen
Die Ortsdurchfahrt in Kefikon ist teilweise so eng, dass Kreuzen schwierig ist.

Die Ortsdurchfahrt in Kefikon ist teilweise so eng, dass Kreuzen schwierig ist.

(Bild: Nana Do Carmo)

Im vergangenen März war es drei Jahre her, seit der Gachnanger Gemeinderat erste Ideen für Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt in Kefikon vorstellte. Nach verschiedenen vergeblichen Anläufen in den vergangenen Jahren liegt nun ein neuer Entwurf für eine Verkehrsanordnung auf. Stefan Angst, Chef der Gachnanger Bau- und Werksverwaltung, sagt:

«Vorerst handelt sich um ein Einwendungsverfahren, das eigentliche Auflageverfahren folgt anschliessend.»

Die Pläne liegen noch bis kommenden Dienstag im Gemeindehaus auf. Sie können auch auf der Website der Gemeinde aufgerufen werden.

Die jahrelange Suche nach dem Optimum

Matthias Keller, Gemeinderat.

Matthias Keller, Gemeinderat.

(Bild: PD)

«Es war die Suche nach dem Optimum», sagt Gemeinderat Matthias Keller zur langen Dauer des Projektes. Keller hat das Tiefbauressort vor einem Jahr vom zurücktretenden Fritz Stettler übernommen. Umstritten war laut Keller nicht die Einführung von Tempo 30 auf der Dorfstrasse und auf den Zubringerstrassen an sich, sondern deren Ausgestaltung. «Die Mehrheit will, dass das Dorf beruhigt wird», sagt Keller. Die Quartiere nordöstlich der Durchgangsstrasse sind bereits seit einigen Jahren verkehrsberuhigt.

Nachdem die Gemeinde die Dorfstrasse im Jahr 2016 vom Kanton übernehmen konnte, machte sie sich ans Beruhigen der teilweise engen Ortsdurchfahrt. Ebenfalls im Boot war die Gemeinde Wiesendangen, zu der der zürcherische Teil Kefikons gehört. «Die Bewilligungsverfahren dort sind bereits abgeschlossen», sagt Keller.

Widerstand gab es laut Keller in erster Linie gegen die sogenannten Berliner Kissen, flache Erhebungen in der Strasse zu Beginn der Tempo-30-Zone. Keller sagt:

«Es gab Befürchtungen wegen zusätzlichen Lärms, etwa durch rumpelnde Landmaschinen oder Lastwagen.»

Weil unter anderem der Widerstand gegen diese Kissen gross war, habe man sich vor einem Jahr entschieden, ein neues Projekt aufzugleisen ohne Kissen. Ausserdem habe man den Perimeter der neuen 30er-Zone verkleinert. So beginnt sie von Ellikon her nun erst nach der Menzengrüterstrasse.

Allfällige Einwendungen im laufenden Verfahren gehen vorerst ans Department für Bau und Umwelt. Anschliessend suchen die Behörden das Gespräch mit den Einwendern, um mögliche Retuschen vorzunehmen. Erst danach folgt die eigentliche öffentliche Auflage, bei der formelle Einsprache möglich sind. Stefan Angst rechnet im besten Fall im kommenden Herbst/Winter damit, mit der Umsetzung beginnen zu können.

KEFIKON: Tempo 30 weckt Emotionen

Gachnang plant, die Tempo-30-Zonen auf seinem Gemeindegebiet zu vervollständigen. So soll die Kefiker Hauptstrasse im Dorfzentrum verkehrsberuhigt werden. Messungen sprechen dafür, es gibt aber auch Kritiker.
Mathias Frei

Gachnang gibt bei Tempo 30 Gas

Der Gachnanger Gemeinderat plant in allen Ortsteilen flächendeckende Tempo-30-Zonen. Wie am Montag an der Informationsveranstaltung herauszuspüren war, ist der Grossteil der Bevölkerung glücklich ob dieser Massnahmen.
Mathias Frei

Fast flächendeckend Tempo 30 im Siedlungsgebiet

Der Gachnanger Gemeinderat plant, neue Tempo-30-Zonen in Gachnang, Islikon, Kefikon, Hohliberg, Rosenhuben, Oberwil und im Sandbuel einzuführen. Ausgeschlossen ist die Dorfdurchfahrt Islikon, weil sie Kantonsstrasse ist. Quelle: Büro Widmer, Frauenfeld, Karte: sgt