Die Sanierung des Isliker Greuterhofs fördert Überraschendes zutage

Die Bauarbeiten befindet sich im Zeitplan. Mehrkosten dürften keine anfallen – trotz Corona. Die alten Räume sind für Handwerker und Bauleitung jedoch eine Herausforderung.

Claudia Koch
Drucken
Teilen
Architekt Daniele Zeo, Stiftungsratspräsident Andreas Jäger und Bauleiter Christoph Biedermann im Greuterhof.

Architekt Daniele Zeo, Stiftungsratspräsident Andreas Jäger und Bauleiter Christoph Biedermann im Greuterhof.

(Bilder: Andrea Stalder)

Dass es für die Sanierung eines alten Gebäudes viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung braucht, weiss Bauleiter Christoph Biedermann. Mit Architekt Gabriel Müller ist er für die Sanierung des Greuterhofs zuständig.

Christoph BiedermannBauleiter

Christoph Biedermann
Bauleiter

Trotzdem werden gelegentlich kleinere Überraschungen aufgedeckt, wie im neu erstellten Liftschacht, der einen behindertengerechten Zugang zu den oberen Räumen ermöglichen wird. So sagt Biedermann:

«Es tauchen Kabel oder Leitungen auf, bei denen der Zweck unklar ist.»
Daniele ZeoArchitekt

Daniele Zeo
Architekt

Das habe damit zu tun, dass die Räume laufend renoviert wurden, erklärt Daniele Zeo, der die Planung und die gestalterische Bauleitung innehat.

In solchen Momenten sei Flexibilität von den Handwerkern und der Bauleitung gefordert. Deshalb lobt Stiftungsratspräsident Andreas Jäger das sorgfältige und doch speditive Vorgehen aller Beteiligten. Der von Hans Jossi 1978 gekaufte Greuterhof erhält nebst einem neuen Dach eine neue Süd- und Westfassade. Bei den Fassaden wird darauf geachtet, die ursprüngliche Farbgebung umzusetzen. Vorlagen sind Gebäude aus einer ähnlichen Epoche. Biedermann sagt dazu:

«Man muss Erfinder, Tüftler und Forscher sein, mit einer Portion Leidenschaft.»

Zu einer solchen Sanierung in nur fünf Monaten gehören laut Biedermann Respekt und die Fähigkeit, schnell Lösungen zu entwickeln. Was nicht saniert werden muss, wird kurzerhand geflickt. Denn Ziel ist es, die alte Substanz wo möglich zu erhalten.

Denkmalpflege bringt Vorschläge ein

Unterstützung bietet Denkmalpflege, die gemäss Jäger Vorschläge einbringt. Sie hat dazu angeregt auch infrastrukturell zu denken. Somit werden nebst dem Einbau von Nasszellen der Kaffeeraum neu gestaltet und die Seminarräume aufgefrischt. Ein wichtiges Augenmerk liegt bei den Fenstern aus verschiedenen Epochen, die energetisch saniert werden.

Das eingerüstete Greuterhof-Geviert.

Das eingerüstete Greuterhof-Geviert.

(Bild: Andrea Stalder)

Schliesslich will man auch die Kosten im Griff behalten. Von den 2,6 Millionen Franken steuern die Stiftung und der Verein 800'000 Franken Eigenmittel bei. Um weitere finanzielle Mittel zu generieren, ging der Greuterhof nachhaltige Partnerschaften mit den an der Sanierung beschäftigten Unternehmen ein. «Diese sind nun Mitglieder im Verein und können dadurch von Vorteilen profitieren», sagt Jäger.

Andreas Jäger Stiftungsratspräsident Greuterhof

Andreas Jäger
Stiftungsratspräsident Greuterhof

Mehrkosten wegen der Corona sind nicht zu erwarten, auch der Zeitplan kam nicht in Verzug. «Die Handwerker haben in kleinen Gruppen gearbeitet und die bestehende Küche wurde als Hygienezone genutzt. Wir haben tolle Handwerker, die mitdenken und mithelfen», lobt Biedermann. Somit sollte dem Seminarstart am 1. September nichts im Wege stehen.

Mehr zum Thema