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Die Frauenfelder Riviera lebt

Es gibt kein Meer und auch keine Badestrände in der Kantonshauptstadt. An den Ufern der Murg ist aber auch an einem Samstagabend in den Ferien einiges los: ob beim Gassigehen mit dem Hund, beim Amüsieren auf dem Spielplatz oder beim Heiraten im Murg-Auen-Park.
Viola Stäheli
Die zwei frisch Vermählten Nadin Bill und Christoph Wyss küssen sich bei ihrer Hochzeit im Murg-Auen-Park. (Bilder: Viola Stäheli)

Die zwei frisch Vermählten Nadin Bill und Christoph Wyss küssen sich bei ihrer Hochzeit im Murg-Auen-Park. (Bilder: Viola Stäheli)

Die Büros und Schulen sind leer, in den Stadtbussen hat es am Morgen aussergewöhnlich viel Platz – es sind Sommerferien. Eine schöne Zeit kann man nicht nur an Italiens Stränden haben, sondern auch an der stadteigenen Riviera, an den Ufern der Murg, die sich gemächlich durch Frauenfeld schlängelt.

Dafür braucht es nicht einmal Sonnenschein, wie die Gäste von Nadin Bill und Christoph Wyss beweisen. Es ist kurz vor 18 Uhr, vereinzelte Tropfen fallen vom Himmel, aber im Murg-Auen-Park sieht man nur lächelnde Gesichter. Die 33-jährige Bill und der 37-jährige Wyss haben sich den kleinen Naturschutzpark als Ort für ihre Hochzeit ausgewählt. «Wir wollten immer hier unsere Hochzeit feiern», sagt sie. Seit drei Jahren wohnt das Paar in Frauenfeld, ein Kompromiss zwischen den ursprünglichen Herkunftsorten der beiden: Er stammt aus Winterthur, sie ist am Bodensee aufgewachsen. «Als wir nach Frauenfeld zogen, war der Murg-Auen-Park noch im Bau», sagt Wyss. Ihnen hat es aber trotzdem auf Anhieb gefallen: «Wir waren der Meinung, dass hier etwas sehr Schönes entsteht», sagt sie. Ihre Hochzeit sollte im Freien stattfinden, und am besten irgendwo im Grünen, wo sich das naturverbundene Paar am wohlsten fühlt.

Ferien zu Hause wäre keine Katastrophe

Aber nicht nur im Murg-Auen-Park wird gelacht, strahlende Gesichter sieht man auch im Lindenpark. Vor allem der dreijährige Edwin vergnügt sich, seine Mutter Agnieszka Rydzenska hat ihn gerade zu einem Wettrennen herausgefordert. Sie sind fast jeden Tag hier. «Im Lindenpark gibt es einen Spielplatz, viel Platz zum Laufen und keine Autos», sagt die 31-jährige Mutter. Nur die Murg müsse man wegen der Kinder im Blick haben. Aber mit genügend Aufmerksamkeit sei das kein Problem. Im Gegenteil: Der Park habe dank der Murg einen besonderen Charme. Die Familie ist vor fünf Tagen von Felben-Wellhausen in die direkte Nachbarschaft des Spielplatzes gezogen. Am Montag geht sie auf Reisen nach Polen zur Verwandtschaft. Eigentlich würde sie aber lieber nach Spanien ans Meer. «Dort ist es wärmer, und es gibt mehr sonnige Tage», sagt sie lachend. Sie freut sich aber trotzdem auf ihre Ferien in Polen. «Wenn wir zu Hause Ferien machen würden, wären das für mich nicht wirklich Ferien. Putzen und Kochen müsste ich trotzdem. Aber eine Katastrophe wäre es nicht, schliesslich gibt es den Lindenpark», meint sie und grinst Edwin an.

Agnieszka Rydzenska vergnügt sich mit ihrem Sohn Edwin auf dem Spielplatz im Lindenpark.

Agnieszka Rydzenska vergnügt sich mit ihrem Sohn Edwin auf dem Spielplatz im Lindenpark.

Es ist kurz vor 21 Uhr, langsam dunkelt es ein. Felix Gugler,Samuele Serafino und Enthony Uka geniessen den Abend ebenfalls an der Murg. Sie sitzen im Restaurant Us-Mex und haben sich gerade den Bauch vollgeschlagen. Die drei 20-Jährigen sind zusammen in die Kanti gegangen, die sie vor zwei Jahren abgeschlossen haben. Nun haben sie sich zu einem gemeinsamen Abendessen vor den Ferien verabredet, Uka reist am Samstag, Gugler am Montag nach Italien – nur Serafino bleibt in der Schweiz. «Ich habe leider keine Ferien, sondern muss für meine Semesterprüfungen lernen», sagt Serafino. Er studiert Elektrotechnik an der ETH in Zürich. Auf die Frage, was sie tun würden, wenn sie die Ferien in Frauenfeld verbringen würden, haben die drei jungen Männer gleich einige Antworten parat: ein Badi-Abo, Softeisessen im «Buume» oder eine Velotour zum Stählibuck. «So tragisch wäre es nicht», sagt Gugler.

Felix Gugler, Samuele Serafino und Enthony Uka treffen sich das letzte Mal vor ihren Ferien im Us-Mex.

Felix Gugler, Samuele Serafino und Enthony Uka treffen sich das letzte Mal vor ihren Ferien im Us-Mex.

Eine «Waschmaschine» an der anderen

Die Terrasse des «Peggy’s», die direkt über der Murg thront, hat noch viel Platz – jetzt um 21.30 Uhr kommt das Nachtleben erst langsam in Fahrt. Eine Schar junger Frauen amüsieren sich köstlich. Sie feiern einen Junggesellinnenabschied und trinken eine «Waschmaschine» nach der anderen. Das sind zwei Shots, die gleichzeitig getrunken werden. Wesentlich gemütlicher nimmt es Karl Angern, der einige hundert Meter weiter unten am Ufer der Murg, kurz vor dem Lindenpark, einen Abendspaziergang mit seinem 14-jährigen Hund Mickey unternimmt. «Heute geniesse ich die Murg besonders, weil es geregnet hat und deshalb nur wenige Leute hier sind», sagt er. Nein, die Murg ist nicht das Meer. Aber trotzdem bietet sich an ihren Ufern die Möglichkeit, eine schöne Zeit zu verbringen.

Karl Angern und sein Begleiter Mickey auf ihrem Abendspaziergang an der Murg.

Karl Angern und sein Begleiter Mickey auf ihrem Abendspaziergang an der Murg.

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