Die prominenten Gäste gaben beim Aadorfer «ESP Event» Einblick in Persönliches

Beim «WSP Event» in Aadorf trafen sich Matthias Seger, Jacqueline Fehr und Guy Lachappelle. Beim von Lukas Studer moderierten Podiumsgespräch erzählten sie unter anderem von einer verpassten Wahl oder einer Beinahe-Entlassung.

Kurt Lichtensteiger
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Matthias Seger zeigt Jacqueline Fehr, Guy Lachappelle und Lukas Studer seinen mitgebrachten Gegenstand: ein Haifisch-Ei. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Matthias Seger zeigt Jacqueline Fehr, Guy Lachappelle und Lukas Studer seinen mitgebrachten Gegenstand: ein Haifisch-Ei. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Feuersäulen am Eingang, ein Händeschütteln mit Gemeinderätin Cornelia Hasler, Jazzklänge des Duos «SHARP9» und ein Begrüssungsapéro im Foyer des Aadorfer Gemeinde und Kulturzentrums. Es waren untrügliche Vorzeichen für den Abend im exklusiven Kreis von 180 Gästen aus Wirtschaft, Sport und Politik (WSP).

So stimmig der WSP Event begann, so ungezwungen fand er seine Fortsetzung bei dem Podiumsgespräch im Gemeindesaal. Dafür garantierte Lukas Studer, Sportmoderator beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF, der es verstand, die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Guy Lachappelle, Präsident des Verwaltungsrates Raiffeisen Schweiz und den ehemaligen Eishockeyprofi Matthias Seger aus der Reserve zu locken.

Gespräch kam nicht gleich in Schwung

Das vorgegebene Thema «Ich bin dann mal weg» brachte die Zwiegespräche nicht gleich in Schwung. «Weg wohin?», war die Frage. Der Bogen spannte sich von sozialer Entfremdung wegen übermässigen Handygebrauchs über eine berufliche Auszeit bis zum Gang aufs WC. Plötzlich aber nahm das Gespräch Fahrt auf. Die prominenten Gäste gaben Persönliches preis, erzählten von Höhepunkten und klammerten Niederlagen nicht aus.

Jacqueline Fehr erzählte von den schwierigen Wochen in der Affäre «Carlos» und der ambivalenten Gefühlslage nach der verpassten Bundesratswahl. Als Regierungsrätin habe sie mehr Gestaltungsmöglichkeiten, im Justizvollzug auch mit Kriminellen zu tun. Selbst mit Wirtschaftskriminellen, was natürlich nicht als Anspielung auf den nachbarlichen Bankenvertreter gemeint war, aber spontanes Gelächter aus dem Publikum hervorrief.

Guy Lachapelle verriet, dass er einmal fast entlassen worden sei, dieser Schmach aber mit einer Kündigung zuvorkam. Nun habe er eine turbulente Woche hinter sich, sodass er wenig Freizeit geniesse. Der Piccolo-Flötenspieler wolle diese an Fasnacht nachholen. Zu Hause hätten die Frauen das Sagen: die Ehefrau und die fünf Töchter. «Ich verstehe sie, aber begreife sie nicht», meinte er. Der selbstbezeichnete Beizer-Sohn hofft, sein Vorhaben, die Besteigung des Kilimandscharos, einst in die Tat umsetzen zu können.

Ein Gegenstand mit Symbolcharakter

Studer hatte seine Gäste dazu bewogen, einen Gegenstand mitzunehmen, der im Leben eine gewisse Bedeutung habe. Für Jacqueline Fehr war es das Handy, für Guy Lachappelle waren es Steine. Matthias Seger, mit dem Kultnamen «Segi», präsentierte als Mitbringsel ein Haifisch-Ei aus seiner dreimonatigen Auszeit in Australien. Und noch ein Internum: Als sich der heute stolze «Huusmaa» auf der Fahrt über den Ricken zum Unterschreiben seines ersten Vertrages in Rapperswil befand, meinte sein Vater:

«Jetzt verdienst du als 18-Jähriger mit 65'000 Franken mehr als ich.»
Valerio Moser zeigte sich als frecher und enegiegeladener Kabarettist.

Valerio Moser zeigte sich als frecher und enegiegeladener Kabarettist.

Die Protagonisten brachten der Zuhörerschaft so eine Menge unverblümter Äusserungen und Erinnerungen aus ihrem Leben näher. Im Anschluss setzte Valerio Moser mit einem Feuerwerk an Slam Poetry einen viel beachteten Schlusspunkt. Erstaunlich, wie er den Gesprächsinhalt in kürzester Zeit gekonnt zusammenfasste.