Die Post zieht sich aus dem Verkauf von Abfallmarken zurück - in Rickenbach sind sie ab sofort nur noch auf der Gemeinde erhältlich

Bis Ende Jahr will die Post den Verkauf von Gebührenmarken für die Abfallentsorgung einstellen. In Rickenbach sind sie schon seit Montag nur noch auf der Gemeindeverwaltung erhältlich.

Lara Wüest
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Die Gebührenmarken sind im Gemeindebüro Rickenbach nur als ganzer Bogen erhältlich, hier präsentiert von Shqipe Kameri von den Einwohnerdiensten. (Bild: Hans Suter)

Die Gebührenmarken sind im Gemeindebüro Rickenbach nur als ganzer Bogen erhältlich, hier präsentiert von Shqipe Kameri von den Einwohnerdiensten. (Bild: Hans Suter)

Die Schliessung von zahlreichen Filialen in den vergangenen Jahren hat sich die Post in der Bevölkerung nicht gerade beliebt gemacht. Was viele nicht wissen: Der Leistungsabbau findet auch auf kleiner Ebene statt. Bis Ende Jahr werden die Abfallgebührenmarken aus dem Sortiment verschwinden. Der Grund: Sie rentieren nicht.

In gewissen Gemeinden müssen die Bewohner die Marken bereits früher an einem anderen Ort beziehen. So etwa in Rickenbach. Dort stellte die Post den Verkauf bereits vergangene Woche ein. Wer eine solche Marke braucht, muss diese seit gestern Montag bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde erwerben. Begeistert ist man in Rickenbach nicht. «Wir hätten lieber darauf verzichtet», sagt Gemeindepräsident Ivan Knobel. «Da von den Einwohnern jedoch eine Nachfrage besteht, übernehmen wir den Verkauf.»

In der Landwirtschaft und bei Grossfamilien beliebt

Die Gebührenmarken werden vor allem in grossen Familien oder auf Bauernhöfen verwendet. Dort reicht ein Kehrichtsack à 35 Liter oft nicht aus. «Landwirte können sie zum Beispiel auf Futtermittelsäcke kleben», sagt Claudio Bianculli, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Auch bei kleinerem Sperrgut kommen sie zum Einsatz. 2017 hat der ZAB knapp 800000 Marken für 1,4 Millionen Franken verkauft. Erhältlich werden diese auch künftig sein: «Es hat in den Gemeinden genügend Verkaufsstellen», sagt Bianculli. Vor allem Detailhändler und Gemeindeverwaltungen werden für die Post einspringen.

«Das Angebot war eine Zusatzleistung»

Die Post begründet den Entscheid damit, dass der Verkauf der Marken nicht zu ihrem Grundauftrag gehöre, wie Mediensprecher Markus Werner sagt. «Das Angebot war eine Zusatzleistung.» Langfristig könne man es sich nicht leisten, ein Produkt anzubieten, bei dem die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei.