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Eschliker Schulpräsident und Schulleiter zur geplanten Sporthalle: «Die Not ist bereits da»

Eine neue Sporthalle brauche es gar nicht, sagten die Verfasser zweier Flugblätter in den vergangenen zwei Wochen. Dem widersprechen Schulpräsident Linus Köppel und Schulleiter Thomas Minder.
Interview: Roman Scherrer
Schulpräsident Linus Köppel und Schulleiter Thomas Minder zeigen auf dem Zonenplan die Parzelle in der Zone für öffentliche Bauten, wo die neue Sporthalle gebaut werden soll. (Bild: Roman Scherrer)

Schulpräsident Linus Köppel und Schulleiter Thomas Minder zeigen auf dem Zonenplan die Parzelle in der Zone für öffentliche Bauten, wo die neue Sporthalle gebaut werden soll. (Bild: Roman Scherrer)

Herr Köppel, öffentlicher Widerstand gegen die Sporthalle macht sich erst seit dem Info-Anlass im August breit. Kommt das überraschend?

Linus Köppel: Ein gewisser Widerstand gegen neue Vorhaben ist normal. Die Argumente der Gegner überraschen jedoch.

Inwiefern?

Köppel: Ich habe das Gefühl, man redet oft um den heissen Brei herum. Die Standortfrage kommt zum Beispiel immer wieder zum Zug.

Dass die CVP den Hallen-Standort jetzt noch in Frage stellt, können Sie also nicht nachvollziehen?

Köppel: Leider nein. Mit der Absegnung des Planungskredits erübrigt sich die Standortfrage. Es gilt zudem festzuhalten: 1991 kaufte die Schulgemeinde die für die Halle vorgesehene Parzelle 1036 als Reserveland. 1996 musste sie aus finanziellen Gründen an die Politische Gemeinde verkauft werden. Seither ist die Parzelle als Reservebauland für öffentliche Bauten eingezont. Es ist also die einzig logische Konsequenz, dass an diesem Standort gebaut wird. Das muss allen Anwohnern seit 1991 bewusst sein.

Thomas Minder: Ausserdem macht es keinen Sinn, die Halle irgendwo zu platzieren, wo keine Schule in der Nähe ist. Die Schule ist schliesslich Hauptnutzer der des Baus.

Tobias Strausak, Unterzeichnender des zweiten Flugblatts bringt die Sportzone im Bereich «Herdern» ins Spiel. Ist diese weniger geeignet als der vorgesehene Standort?

Köppel: Die untere Mettlen wie auch das Areal der Sportzone haben einen gewichtigen Nachteil: die Distanz zur Schule. Die Transfers bei diesen Standorten dauerten zu lange. Die untere Mettlen ist auch bedeutend teurer, was Marcel Müller, Präsident der Bürgergemeinde, die Eigentümerin der dortigen Parzelle ist, am Infoabend deutlich machte.

Stets bringen die Gegner den fehlenden ÖV-Anschluss als Argument vor.

Köppel: Ich sage immer: Wir brauchen keinen ÖV-Anschluss. Wir bauen die Halle für Eschlikon, nicht für Auswärtige.

Minder: Und der nächste ÖV-Anschluss wäre nicht der Bahnhof, sondern die Bushaltestelle unten an der Hauptstrasse.

Die Verfasser der Flugblätter befürchten eine vermehrte Nutzung der Vereine und damit mehr Verkehr.

Köppel: Zusätzliches Angebot dürfte auch eine entsprechende Nachfrage der Vereine auslösen. Wir haben aber für alle drei Nutzungsformen eine Verkehrs- und Parkierungslösung ausgearbeitet. Eine höhere Nachfrage, bin ich überzeugt, wird mit dem in der Botschaft beschriebenen vierstufigen Verkehrs- und Parkierungskonzept bewältigbar sein. Ich zähle auch darauf, dass Sportler aus dem Dorf mit dem Velo anreisen und damit in den Genuss eines Parkplatzes direkt vor der Halle kommen. Auch ich werde dies tun, versprochen.

Laut den Sporthallen-Gegnern braucht die Schule gar keine neue Halle. Stimmt das?

Minder: Sie verweisen immer wieder auf die «Strategische Schulraumplanung». Das sind aber Annahmen, die man vor sechs Jahren getroffen hat. Schon damals ging man von einer wachsenden Schülerzahl aus. Jetzt haben wir Gewissheit, dass die Zahl steigt. Eine Sekundarklasse hat schon in diesem Jahr bei zwei Turnlehrern Sportunterricht, weil es unter anderem wegen des Turnhallen-Engpasses nicht mehr anders planbar ist. Und die Situation verschärft sich. Wir dürfen im nächsten Schuljahr einen Rekordjahrgang im Kindergarten begrüssen. Zuzüge sind dabei noch nicht eingerechnet. Die Politische Gemeinde prognostiziert in den nächsten fünf Jahren ein Bevölkerungswachstum von über zehn Prozent.

Köppel: Den Begriff Sporthallen-Gegner gilt es mit Vorsicht zu geniessen. Die Thurgauer Zeitung berichtete über die zwei Flugblätter der Sporthallen-Gegner. Ich stelle einfach fest, dass es sich bei den Namen unter den Flugblättern ausschliesslich um sieben Parteien handelt, die Anwohner der geplanten Sporthalle sind.

Tobias Strausak wirft der Schulgemeinde Ignoranz vor. Worauf bezieht er sich?

Köppel: Das haben wir uns auch gefragt. Laut meinem Vize, Beat Müller, sind die Anwohner in jeder Phase des Projekts involviert gewesen. Mich selber irritiert der Vorwurf, da wir erst im Juni einen längeren Austausch, unter anderem mit Tobias Strausak, zu Anwohneranliegen hatten. Als Folge davon ging ein Nutzungsreglement für Aussenanlagen in die Vernehmlassung. Und dass die Anwohnervertreter trotz Einladung grosse Zurückhaltung zeigten, sich in die Nutzergruppe während der Bauphase einzubringen, zeigt eher die Schwierigkeit, Anwohner für solche Gruppen zu finden. Schade, denn in der Nutzergruppe könnte man etwa Lösungen mitentwickeln für Probleme, die das grüne Flugblatt aufgeworfen hat. Namentlich für den Schutz der Vögel sowie gegen die Lichtverschmutzung.

Welche Auswirkungen hätte ein Nein am 23. September?

Köppel: Das wäre sehr unglücklich. Wir haben die Sporthalle in die Schulraumplanung eingeplant und entsprechend die Sanierung der beiden Eschliker Turnhallen aufgeschoben. Um genügend Sportinfrastruktur bereitzustellen, müssten die geplanten Sanierungen angegangen werden. Dafür müsste ein äusserst teures Turnhallen-Provisorium errichtet werden. Dies müssten wir direkt über die laufende Rechnung berappen. Nicht zuletzt würde man mit einem Nein über eine halbe Million Franken aus dem Architekturwettbewerb und der Planung in den Sand setzen.

Sind Sie hinsichtlich der Abstimmung optimistisch?

Köppel: Wir zählen auf die Vernunft der Stimmbürger, die Fakten abwägen, sehen, dass unser Dorf wächst und es dafür eine entsprechende Infrastruktur braucht.

Minder: Und darauf, dass den Leuten bewusst ist, dass die Not bereits da ist.

Bis 2023 keine Steuerfuss-Erhöhung nötig

Für die geplante Eschliker Doppelturnhalle haben die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde ein Kostendach von zehn Millionen Franken festgelegt. Die beiden Behörden sehen vor, dass die Schule den Bau zu zwei Dritteln nutzen wird; ein Drittel ist für die Vereinsnutzung vorgesehen. Entsprechend trägt die Schulgemeinde als Bauherrin zwei Drittel, die Politische Gemeinde ein Drittel der budgetierten Anlagekosten von 9,95 Millionen Franken.

Die effektiven Baukosten betragen dabei 7,91 Millionen Franken. Die Überschreibung des Baulands der Politischen Gemeinde auf die Schulgemeinde soll zum Buchwert von 800'000 Franken erfolgen. Es wird mit jährlich wiederkehrenden Kosten der Halle von 650'000 Franken gerechnet, was rund sieben Steuerprozenten entspricht. Die Eigenkapitalbasis erlaube es der Schulgemeinde aber, den Steuerfuss voraussichtlich bis 2023 auf 98 Prozent zu belassen, heisst es in der Abstimmungsbotschaft. (rsc)

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