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Die neue Frauenfelder Königin trägt Hellgrün

Irina Meyer heisst die neue Panaschierkönigin. Die Grünliberale holte an den Gemeinderatswahlen am meisten Stimmen von Wählern anderer Parteien. Knapp hinter ihr liegt Samuel Kienast (EVP). Die treuesten Wähler stammen weiterhin aus dem SVP-Lager.
Samuel Koch
Das Rathaus Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Das Rathaus Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Lediglich zwei Stimmen haben den Ausschlag gegeben. Entsprechend überrascht ist Irina Meyer über den inoffiziellen Titel der Panaschierkönigin. «Wow, das ist super und freut mich sehr», sagt die 25-jährige GLP-Gemeinderätin, die bei den Gemeinderatswahlen vom Sonntag 1024 ihrer insgesamt 1716 Stimmen von Listen anderer Parteien erhalten hat. Dass sie heuer im Gegensatz zu den Wahlen vor vier Jahren (Platz 39) auf der Liste der Panaschierstimmen weiter vorne liegt, konnte sie erahnen. Sie sagt:

«Der Unterschied zwischen meinem Resultat und jenem des letzten Kandidaten auf der GLP-Liste ist gross.»

Irina Meyer, Panaschierkönigin 2019. (Bild: PD)

Irina Meyer, Panaschierkönigin 2019. (Bild: PD)

Über die Gründe, weshalb die neue Panaschierkönigin nun hellgrün trägt, kann sie jedoch nur spekulieren. «Vielleicht, weil ich jung bin und gerne Brücken baue», sagt sie. Dass es derzeit en vogue sei, auf allen Listen noch ein bisschen grün zu wählen, glaubt Meyer nicht. «Dann hätten andere Kandidaten der GLP und der Grünen auch mehr Stimmen geholt.»

Am meisten Stimmen von veränderten Wahlzetteln

GLP-intern hat die Architektin gar den Spitzenplatz erreicht und selbst den Kronfavoriten für den ersten Platz, Stefan Leuthold, um fast 300 Stimmen distanziert. Meyer erzielte mit 1350 ihrer 1716 Stimmen am meisten Zuspruch von veränderten Wahlzetteln, hinter Sandra Kern (CH).

Frauen legen deutlich zu

Nebst dem Links-Grün-Rutsch haben auch auffallend viele Frauen die Wahl in den Gemeinderat geschafft. Ab Juni sind neu 13 von 40 Stadtparlamentariern weiblich. Im Vergleich zu den Wahlen 2015 ist das fast eine Verdoppelung. Damals wählte Frauenfeld sieben Kandidatinnen in den Rat, fünf schafften heuer die Wiederwahl. Sieben rutschten während der Legislatur nach und sind ebenso bestätigt. Annina Villiger Wirth (CH) und Priska Brenner-Braun (Grüne) sind neu. Zudem steht mit der Abgewählten Andrea Ferraro (FDP) eine weitere Frau auf dem ersten Ersatzplatz. (sko)

Auffallend viele Panaschierstimmen für Meyer im Gegensatz zu Kern stammen von Wahlzetteln ohne Parteibezeichnung (287), also von jenen Wählern, die Meyers Namen auf eine leere Liste geschrieben haben.

Stefan Geiges gibt Titel ab, bleibt aber aufm Podest

Dass ein Königstitel Lohn für im Gemeinderat geleistetes Engagement ist, trifft bei Irina Meyer nicht ganz zu. Zuletzt war sie wegen eines Auslandaufenthalts an Gemeinderatssitzungen oft abwesend. Und seit sie 2016 für Leuthold nachrutschte, zeichnete sie für keinerlei politische Vorstösse verantwortlich. Deshalb gibt sie zu, dass sie um ihre Wiederwahl gebibbert habe.

Den Titel wegen zweier Stimmen hauchdünn verpasst hat Gemeinderat Samuel Kienast (EVP). Nach dem Königstitel 2015 heuer erneut aufs Podest geschafft hat es Stefan Geiges (CVP) mit 939 Panaschierstimmen. Die rote Laterne aller Gewählten hält Thomas Gemperle (SVP, 161). Christoph Tschanen (SVP), der mit total 2541 Stimmen das beste aller Kandidaten erzielte, rangiert mit 615 Panaschierstimmen nur auf Platz 15.

Dafür hat die SVP weiterhin die treuesten Wähler. Jene Kandidaten, deren Stimmen mehrheitlich von unveränderten Wahlzetteln kommen, heissen Andreas Elliker, Christa Zahnd oder Severine Hänni.

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