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Probebohrung für Atommüll-Lager an der Thurgauer Grenze

Im Oktober beginnt eine weitere Etappe der Suche nach einem Schweizer Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die Nagra richtet Bohrplätze im zürcherischen Bülach und Trüllikon nahe der Thurgauer Grenze ein.
Thomas Wunderlin
Gebohrt wird 24 Stunden am Tag: Visualisierung des Bohrlochs bei Bülach. (Bild: PD)

Gebohrt wird 24 Stunden am Tag: Visualisierung des Bohrlochs bei Bülach. (Bild: PD)

Bei den Geologen herrscht Vorfreude, wie Patrick Studer, Mediensprecher der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) sagte. Dieses Gefühl versuchte er den Teilnehmern einer Medienkonferenz in Bülach am Mittwoch weiterzuvermitteln. Die Nagra beginnt im Januar mit Tiefenbohrungen im Gebiet Zürich-Nordost, die detaillierte Informationen über den Zustand des Untergrunds bescheren werden. Jürg Grau, Vertreter der Stadt Bülach, reagierte nüchtern: «Niemand hat Freude, wenn er ein Tiefenlager vor der Tür hat.»

Drei Gebiete für Endlager von hochradioaktiven Abfällen bleiben im Rennen

Soweit ist es noch eine Weile nicht. In etwa vier Jahren will die Nagra erst einmal sagen, für welche der drei übrig gebliebenen möglichen Standorten sie ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle ausarbeiten wird. In der dritten Etappe der 2006 neu aufgegleisten Suche werden die Gebiete Jura-Ost, Zürich-Nordost und Nördlich-Lägern vertieft geprüft.

Dafür hat die Nagra beim Eidgenössischen Umweltdepartement 22 Gesuche für Tiefenbohrungen bis rund 1350 Meter eingereicht. Ein 23. Gesuch wird folgen. Rund 700 Einsprachen gingen ein. Drei Bewilligungen liegen demnächst vor: für Bülach, Trüllikon und Marthalen, alle drei im Gebiet Zürich-Nordost.
Ein 1350 Meter tiefes Loch kostet 15 Millionen Franken.

Die Nagra hat laut Gesamtprojektleiter Maurus Alig zwei Bohrgeräte beschafft. Sie kommen zunächst auf die Bauplätze in Bülach und Trüllikon, die ab Oktober eingerichtet werden. Die Nagra will nicht an allen 23 Standorten bohren – eine Bohrung kostet rund 15 Millionen Franken. Es sollen nur so viele Bohrungen wie nötig gemacht werden, um ein geologisches Gesamtbild zu erhalten.

Schon in den achtziger und neunziger Jahren gebohrt

Erste handfeste Erkenntnisse über den Untergrund der Nordschweiz gewann die Nagra durch acht Tiefenbohrungen 1982 bis 1999. Unter anderem bohrte sie damals in Benken, der Nachbargemeinde von Trüllikon ZH und Schlatt TG. 2015 bis 2017 nahmen die Nagra-Geologen seismische Messungen vor.

98 Prozent der Grundeigentümer seien damit einverstanden gewesen, dass die Vibrationsfahrzeuge auf ihrem Grundstück parkierten, sagte Markus Fritschi, stellvertretender Vorsitzender der Nagra-Geschäftsleitung. Die Bürger hätten Verständnis für die sorgfältige Abklärung der Standorte. Die seismischen Messungen ergaben kein grundsätzlich neues Bild, wie Bereichsleiter Tim Vietor ausführte. Einige tektonische Störungen im tieferen Untergrund wurden entdeckt. Wie Fritschi mit Grafiken zeigte, gibt es an allen drei Standortgebieten weite Bereiche mit gleichmässig horizontal übereinanderliegenden Schichten, die genug Raum für ein Endlager bieten.

Weiterhin gilt der sogenannte Opalinuston als die am besten geeignete Schicht. In Trüllikon liegt sie etwa zwischen 835 und 935 Meter unter der Erdoberfläche; die neue Bohrung soll die genaue Lage zeigen. Besonders von Interesse ist, welche anderen Schichten eventuell einen Anteil Ton enthalten. Denn das weiche Material wirkt laut Alig wie beim Opalinuston als Barriere.

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